März 8 2015

Katzen und Musik

Katze und MusikWas geschieht mit Katzen, wenn sie Musik hören? Nehmen sie diese nur als Geräusch wahr? Welche Art von Musik hören sie gern? Da Katzen,  sehr geräuschempfindlich sind, durch ihr sensibles Gehör, sollte es keine laute Musik sein. Katzen prägen sich Geräusche ihrer vertrauten Umgebung ein, demzufolge wird ihnen Musik, die ihre Besitzer regelmässig hören, auch vertraut sein, sie werden diese vertraute Musik mit ihrem Besitzer bzw. ihrer vertrauten Umgebung verbinden, vor allem, wenn sie mit dieser Musik aufgewachsen sind.

Charles Snowdon und seine Kollegen der University of Wisconsin in Madison haben spezielle Musik für Katzen komponiert. Diese liegt im gleichen Frequenzbereich, in dem Katzen untereinander kommunizieren, ausserdem wurden  Schnurrgeräusche und Elemente herkömmlicher Musik eingefügt. Zum Test spielten die Wissenschaftler 47 Katzen jeweils zwei Speziallieder für drei Minuten vor und beobachteten die Reaktion. Zum Vergleich wurde diesen Katzen dann auch „Menschenmusik“ vorgespielt und ihr Verhalten ebenfalls dokumentiert. Die Katzen reagierten deutlich schneller und stärker auf die eigens für sie komponierte Musik. Sie liefen auf die Lautsprecher zu, betrachteten und beschnüffelten sie ausgiebig oder beschmusten sie. Wurde ihnen „Menschenmusik“ vorgespielt, verhielten sich die Katzen eher teilnahmslos.

Das Vorspielen von „Menschenmusik“ schafft bei Katzen also nicht, wie bei uns Menschen, eine angenehmere Umgebung. Da wäre Musik im Ultraschallbereich wahrscheinlich wirksamer. Katzen sind in der Lage, deutlich mehr Töne hören zu können, als sie selbst ausstoßen, was ihnen bei der Jagd nützlich ist. Die Forscher könnten „Mäusesongs“ im Ultraschallbereich komponieren, es wird allerdings Schwierigkeiten beim Abspielen geben, da es noch keine praktikablen Player gibt.

weiterführende Links

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September 11 2014

Wohnungskatzen und ihr Revier Teil 2

Das Badezimmer

Charly am Badfenster
Charly am Badfenster

Ist bei Wohnungskatzen, wie Mina und Momo, ein beliebter Ort, deshalb wird sich hier auch gern gestritten, zum Beispiel um den besseren Fensterplatz. Hier stehen zwei von insgesamt drei Katzenklos, alle drei werden von beiden benutzt, es gab bisher keinen Streit. Momo liebt es, die Wassertropfen aus der Dusche zu lecken. Es gibt zwar einen Trinkbrunnen, aber es scheint ihm zu schmecken. Nur wenn er einen Wasserspritzer auf seinem Fell spürt, dann rast er erschrocken von dannen. Charly hatte das Badezimmer auch geliebt. Er rutschte einmal aus, als er auf dem Rand der Badewanne entlaglief. Ich sass übrigens in der Wanne und er fiel ins Badewasser. Ich hatte ihn sofort herausgesetzt, dann wollte ich ihn abtrocknen, aber er war total wütend auf mich, versteckte sich und liess mich nicht an sich heran. Er war trotz des unfreiwilligen Bades später immer dabei, wenn ich ein Bad nahm, allerdings sicher und gemütlich auf dem Fensterliegeplatz, der sein Lieblingsplatz war. Dort fühlte er sich wohl, als seine CNI schon weit fortgeschritten und er bereits sehr schwach war.

Mina im Badezimmerregal
Mina im Badezimmerregal

Mina ist wie ein Schatten, sie sitzt gern im Badezimmer, während ich mich fertig mache,  und beobachtet mich. Gern macht sie es sich im Regal auf den Handtüchern bequem. Simon Tofield hat gerade ein neues Video veröffentlicht: „Wached Up – Simon’s Cat“. Eine Waschmaschine steht auch hier im Bad und wenn der Schleudergang läuft,  gab es hier ähnliche Momente, wie im Video. Auch eine Spinne kommt ab und zu zum Fenster herein, was bei mir jedesmal schockähnliche Zustände zur Folge hat. Charly hatte mir die Spinnen verjagt, aber Momo und Mina reagieren ähnlich wie ich, Arachnophobie kann auch bei Katzen vorkommen. 😉

 

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Juni 15 2014

Wohnungskatzen und ihr Revier Teil 1

Teil 1: Der Kleiderschrank

Mina im SchrankWohnungskatzen haben leider nur ein sehr begrenztes Revier, dieses hat aber ebenso wichtige Orte, wie in der Natur. Sehr wichtig sind Rückzugsorte bzw. Schutzräume. Der Kleiderschrank ist so ein wichtiger Rückzugsort und Schutzraum. Charly nutzte damals auch den Kleiderschrank, insbesondere die untere Etage. Er machte selbstständig die Schiebetüren auf und von innen wieder zu! Er lag gern im Hängeteil, unter der Kleidung und machte dort Siesta oder freute sich, wenn er hörte, wie ich suchend nach ihm rief. Für die obere Etage war er zu unsportlich.

Meine Pflegekatze Mina hatte in ihrem alten Revier eine sehr starke Bindung an ihren Kleiderschrank. Als die Wohnung aufgelöst und ihr geliebter Kleiderschrank abgeholt wurde, reagierte sie prompt mit Unsauberkeit. Hier hatte sie nach dem Einzug tagelang im Kleiderschrank gewohnt. Heute kann sie auch selbstständig die Türen aufschieben. Das macht sie immer, wenn sie den Staubsauger sieht. Noch bevor er eingeschaltet wird, hat sie ihren Schutzraum aufgesucht. Sie macht auch gern Siesta im Hängeteil und ist auch zu unsportlich für die zweite Etage.

Ihr Bruder Momo dagegen springt hoch und landet zielsicher in dem Kleinen Spalt, den ich für ihn auflasse. Von dort klettert er gelegentlich auf den Schrank und springt von ganz oben herunter. Er macht oben, in der zweiten Etage, Siesta oder sucht Schutz.

Meine Pflegekatzen Mina und Momo mögen sich ja nicht, obwohl sie Geschwister sind, aber sie akzeptieren den Schutzraum des anderen. Momo jagd seine Schwester öfter oder überfällt sie von hinten. Im Schrank lässt er sie aber in Ruhe. Sie haben sich den Kleiderschrank aufgeteilt, Mina unten und Momo oben, diese Aufteilung wird von beiden respektiert und wenn der Staubsauger naht, dann flüchten beide meist in ihren Teil des Kleiderschranks.

Teil 2: Der Kratzbaum

mina14Der Kratzbaum ist allein Minas Revier. Da sie von ihrem Bruder öfter überfallen wird, wenn sie am Boden ist, fühlt sie sich in erhöhter Position sicherer. Der Kratzbaum hat viele Liegemöglichkeiten und 2 Höhlen, dort hält sie sich meistens auf. Der Kratzbaum steht direkt am Fenster und vor dem Fenster steht ein Baum, dort sitzen öfter Vögel und es gibt sogar ein Nest. Mina schläft auch in ihrer Lieblingshöhle. Momo akzeptiert ihren Schutzraum und geht normalerweise nicht auf den Kratzbaum, er streckt sich nur ganz unten.

Neulich ist er auf den Kratzbaum geklettert und hat sich markierend an den Stämmen und in den Höhlen gerieben. Er wusste, Mina kann ihn sehen und würde natürlich seine Pheromone später noch wahrnehmen. Sie war sichtlich verärgert und pirschte sich im Schleichgang an. Zum Glück sprang er rechtzeitig herunter, bevor sie angekommen war, sonst hätte es einen Kampf gegeben. Sie hätte ihren Kratzbaum verteidigt, obwohl sie unten, am Boden, die unterlegene Position hatte.

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Mai 20 2014

Clickertagebuch: Mina & Momo Teil 1

Clickertraining

Momo
Momo

Ich habe mit meinen Pflegekatzen von Anfang an geclickert und beide können auch schon einige Dinge. Allerdings ist das Clickertraining mit Mina & Momo schwierig, weil beide Katzen völlig verschieden sind. Momo ist hochmotiviert, oft „etwas drüber“, was seine Reaktionen betrifft und es fällt ihm sehr schwer, ruhig sitzen zu bleiben und abzuwarten. Er lernt schnell. Mina ist das Gegenteil. Sie ist schwer zu motivieren, desinteressiert und lernt nur langsam. Beide Katzen sind unkonzentriert. Ausserdem mögen sie sich nicht und sind, bei gemeinsamem Clickertraining, gestresst und abgelenkt, weil jede Katze die andere permanent beobachtet. Für Mina ist es besonders schwer, weil sie in Momos Gegenwart gestresst und gehemmt ist. Trotzdem gab es gute Zeiten und ich konnte mit beiden Katzen gleichzeitig clickern.

mina_klein
Mina

Eine Katze wartete sitzend, während die andere trainierte. Das Training erfolgte dann in schnellem Wechsel, beide übten den selben Trick. Das ist eigentlich sehr gut, weil die Katzen dabei lernen, wenn sie sich beim Training gegenseitig beobachten. Aber diese guten Tage waren selten. Bessere Trainingserfolge hatte ich, wenn ich nur eine Katze trainierte, alle Türen schloss und die andere Katze nicht in den Raum konnte. Dann war vor allem Mina entspannter und konnte sich besser konzentrieren. Eine andere Möglichkeit ist das Clickern mit Mina auf ihrem Kratzbaum, der ihr persönlicher Schutzraum ist. Wenn Momo im Raum ist, dann sitzt sie gern dort erhöht, in Sicherheit. Ansonsten würde sie sich verstecken, solange er im Raum ist. Aber das Training auf dem Kratzbaum ist nicht immer möglich, das hängt von Minas Stresslevel ab. Ich muss das Tempo individuell anpassen, weil die Katzen so unterschiedlich sind.

Das Ziel

Hauptziel soll Stressabbau sein. Mina soll selbstbewusster werden und mehr Freude an Spiel und Bewegung bekommen, wenn sie positive Erfahrungen macht beim Clickertraining. Bei Momo ist das Ziel, dass er durch die Konzentration beim Clickernbesser ausgelastet wird und Mina in Ruhe lässt. Er muss auch lernen, ruhig abzuwarten.

Der Anfang

Wir gehen zurück zu den Basics und trainieren zuerst die Grundlagen, um später darauf aufbauen zu können, wenn wir nützliche Dinge üben, wie Transportboxtraining oder Medical Training. Zur Abwechslung sollen dann einzelne Tricks dazukommen, als Spielspass.

Clickertagebuch

Die Katzen wurden einzeln geclickert. Die ersten Übungen waren:

  • Nasentarget mit dem Finger (die Katze berührt mit der Nase die Fingerspitze) und mit dem Targetstab (die Katze versucht den Ball am Ende des Stabes mit der Nase zu berühren und kann so von A nach B geführt werden oder Slalom laufen. „Komm!“
  • Pfotentarget mit einem zusammengefalteten Tuch (die Katze tippt mit einer Pfote auf das zusammengefaltete Tuch). Später wird das Tuch ausgebreitet und die Katze lernt, darauf aufbauend, das Sitzen auf dem Tuch „Sitz!“. Zuerst wird ruhiges Sitzen und Abwarten geübt. „Bleib!“ Das Tuch wird dann an verschiedene Stellen gelegt, sodass die Katze auch mal springt und verschiedene Plätze aufsucht.
  • zum Entspannen eine Übung ohne Clicker, dabei wird die Katze nur sanft gestreichelt und beruhigt „Alles gut!“ Diese Übung mache ich nur mit Mina, sehr oft.
  • zur Auflockerung wird öfter mal High Five „Hi!“ oder Männchen „Hoch“ gemacht, das können sie schon und ist nur Spass, ausserdem bringen gefestigte Übungen Erfolgserlebnisse und damit Motivation. Mit solchen positiven Dingen beenden wir das Training mit einer grösseren Leckerlibelohnung zum Abschluss. „Jackpot“

Jede Übung hat eine eindeutige Geste und ein Signalwort. Das Training erfolgt in vielen, sehr kurzen Übungseinheiten, später werden die Einheiten, je nach Lust und Laune der Katze, länger. Clicken und Belohnen/Wiederholen sollte möglichst dynamisch erfolgen, es sollten keine längeren Pausen auftreten, das verwirrt die Katze sonst. Momo hat das alles schnell gelernt, Mina leider nicht. Sie ist in letzter Zeit wieder total desinteressiert und unmotiviert, leider.

 

 

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Mai 13 2014

Clickertraining – nützliches Zubehör

Clicker

Beim Clickertraining erzeugt ein „Knackfrosch“ mittels Knopfdruck ein typisches Geräusch, welches die Katze mit einer Belohnung verknüpft. Es gibt verschiedene Clicker im Handel. In unserer neuen Katzen Clicker-Box ist einer dabei, der mir besser gefällt, als die, die wir bisher benutzt haben, weil er leiser ist. Wenn das Clickgeräusch zu laut ist, erschrecken die Katzen manchmal.

Targetstab

Es gibt Teleskopstäbe mit integriertem Clicker. Wir hatten schon mehrere dieser Art, der Stab ist nach häufigem Benutzen gebrochen, deshalb nehme ich den Finger als Nasentarget und für eine grössere Distanz habe ich einen Softball auf einen längeren Stab aufgespiesst. Der Softball ist angenehmer für die Katzennase. Der lange Targetstab dient später als Hilfsmittel, um die Katze zu führen. Man bewegt den Stab, immer mit dem Softball vor der Nase bzw. in Augenhöhe und die Katze läuft hinterher, weil sie den Ball berühren will. So kann man Tricks üben, wie  Slalomlaufen, von einem Stuhl zum anderen springen oder ähnliches.

Pfoten- und Sitztarget

Ein Pfotentarget ist ein Objekt, was die Katze beim Clickertraining mit der Pfote berühren soll. Wir benutzen ein Tuch, das etwa die Grösse einer Serviette hat. Es ist dünn und kann als Pfotentarget zusammengefaltet werden. Ausgebreitet dient es als Sitztarget. Die Katze wird belohnt, wenn sie sich auf das Tuch setzt. So kann man z.B. das Stillsitzen und Abwarten üben, insbesondere, wenn man mit mehreren Katzen gleichzeitig cklickert. Eine Katze wartet sitzend, auf dem Tuch, während die andere gerade trainiert. Oder man legt das Tuch auf einen Platz, wo die Katze sich hinsetzen soll. Charly hat auf diese Weise gelernt, auf die Waage zu gehen. Transportboxtraining funktioniert auch damit recht gut. Man sollte ein für die Katze unbekanntes Tuch benutzen, was nur zum Clickertraining verwendet wird, weil es mögklich ist, dass die Katze damit etwas unangenehmes verbindet.

Leckerlies

Clicketraining - ZubehörMan kann die Katze nur motivieren, wenn sie das Leckerli wirklich mag. Gerade bei wählerischen Katzen sollte man verschiedene Leckerlisorten abwechselnd benutzen, da sie schnell das Interesse verlieren, wenn der Anreiz fehlt. Da man viele Belohnungshäppchen geben muss, sollten diese Leckerlies bei der Tagesfuttermenge berücksichtigt werden, damit die Katze nicht zunimmt. Für manche Tricks kann man zufällige Aktionen der Katze verstärken, um einen Trick aufzubauen (capturing). Das setzt voraus, dass man den Clicker und Leckerlies jederzeit parat hat. Deshalb habe ich mir einen Futterbeutel aus dem Hundetraininsbedarf zugelegt, den man an der Kleidung begfestigen kann. So erspart man sich die Krümel in diversen Taschen der Kleidung und kann recht schnell belohnen.

 

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Mai 2 2014

Katzen Clicker-Box

KatzenclickerboxGestern, am 29.April, hatten meine Pflegekatzen (Wurfgeswchwister) Geburtstag. Sie sind 9 Jahre alt geworden. Bisher lief das Clickertraining mit ihnen nicht so gut, deshalb habe ich ihnen (und mir 😉 ) zum Geburtstag die neue GU Katzenclicker-Box von Birgit Rödder geschenkt. Ich habe zwar schon diverse Bücher zur Anregung und Clickererfahrungen mit Charly, aber diese Clickerbox ist besonders praktisch und hilfreich, finde ich.

Katzen-Clicker-Box
Birgit Rödder
GU (Gräfe und Unzer)
ISBN: 9783833835926
Leseprobe

… In der GU Katzen-Clicker-Box werden Grundlagen vermittelt und Sie lernen Schritt für Schritt den Clicker bei der Grunderziehung und beim Tricktraining sinnvoll einzusetzen. Die praktischen Übungskarten können Sie dabei kombinieren und neue Trainingseinheiten zusammenstellen – und haben beim Training die Beschreibung im Blick. Die Autorin gibt zudem Antworten auf häufige Fragen und bietet Problemlösungen. Dank dem beigelegten Clicker steht dem sofortigen Clickervergnügen nichts mehr im Weg.

Inhalt der Clickerbox

Der Inhalt besteht aus einem Begleitbuch, Trainingskarten und einem Clicker. Was mir besonders gefällt, sind die Trainingaskarten. Wer schon Erfahrung mit dem Clickertraining hat, der kennt das Problem: Das Wichtigste beim Clickern ist perfektes Timing, man sollte alles parat haben, weil die Katzen hochkonzentriert jede Bewegung verfolgen. Wenn man dann merkt, dass etwas fehlt, bringt das Unruhe. Die Autorin  hat an alles gedacht, gute Tipps und Anleitungen. Mir gefällt auch sehr gut, dass die Übungskarten in Kategorien eingeteilt sind. Jede Kategorie hat eine eigene Farbe.

  • Clicker Basics, das sind einfachste Grundlagen.
  • Erziehungsübungen, das sind nützliche Dinge, wie Fellpflege, Transportboxtraining, Medical Training usw.
  • Tricks, hier gibt es Spiel- und Sportübungen.

Man kann sich vorher für jede Katze die entsprechenden Karten zurechtlegen. Auf einigen Karten gibt es Verweise zum Anleitungsheft, welches klein und übersichtlich gehalten ist. Auch die kleinen Fehler, die jeder bei der praktischen Umsetzung macht, hat die Autorin erwähnt und beschrieben, wie man diese vermeiden kann. Wir haben schon einige Clickerübungen mit der neuen Box gemacht und sind hochmotiviert.

catility.de – die Website der Autorin

Der Weg ist das Ziel…

 

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September 17 2013

Der Einzug meiner Pflegekatzen

Am 26.03.2013 zogen meine beiden Pflegekatzen, die Geschwister Mina und Momo, bei mir ein.

Der Einzug war spontan, ich hatte keinen Pheromonstecker im Haus. Die beiden waren bereits irritiert, weil sich ihr Revier auflöste und täglich veränderte. Katze Mina war zu diesem Zeitpunkt bereits unsauber. Der Tierarzt hatte keine organische Ursache gefunden, ihr „Pinkelproblem“ war verhaltensbedingt.

Ihre Besitzerin und ich waren anwesend, als sie vorsichtig ihre Transportboxen verliessen. Sie schauten sich um, beschnüffelten das neue Revier und suchten sich einen Schutzraum. Die Geschwister blieben nicht beisammen, jede Katze suchte sich ein eigenes Versteck, einen Schrank, in verschiedenen Zimmern. Dort klemmten sie, starr vor Angst, hinter ihrem Schrank und kamen nicht hervor. Sie frassen kaum etwas, bewegten sich nicht, gingen nicht zum Katzenklo. Da es so nicht weitergehen konnte, brachte ich sie dazu, ihr Versteck zu verlassen. Aber sie schlichen, mit gesenkten Köpfen, an den Boden gedrückt, ins Wohnzimmer, um dort unter dem Sofa Schutz zu suchen. Da sie auch dort nichts frassen, rückte ich das Sofa ab, sie flüchteten in ihre alten Verstecke…

So ging das tagelang, bis sie endlich Vertrauen fassten und mehr Nahrung aufnahmen, zum Katzenklo gingen usw. Bei Momo ging es etwas schneller, Mina verharrte noch etwas länger hinter ihrem Küchenschrank. Später erkundete sie meinen Kleiderschrank, wo sie in der ersten Zeit wohnte. Zu Hause war auch der Kleiderschrank ihr Lieblingsplatz. Als dieser dann nicht mehr da war, begann ihre Unsauberkeit.

Ich hatte einen Feliway®-Stecker besorgt, der zeigte allerdings kaum Wirkung. Sie hatten ihr gewohntes Spielzeug, ihre Fressnäpfe, Decken und Kleidungsstücke mit vertrautem Geruch, aber sie blieben ängstlich und verstört.

Langsam gewöhnten sie sich an ihr neues Revier. Mina brauchte länger, aber sie war in der Anfangszeit noch nicht unsauber. Ihre Angewohnheit, die Fasern aus dem Wohnzimmerteppich zu zupfen, zeigte sie schon vereinzelt. Dort begann sie 2 Monate später zu pinkeln.

Ihr Verhältnis untereinander veränderte sich auch. Zu Hause putzten sie sich gegenseitig, lagen auch mal zusammen und Mina war eher dominant. Hier dulden sich beide, gehen sich aber aus dem Weg. Sie lagen bisher nie zusammen, putzten sich noch nie gegenseitig und Momo ist dominant. Er akzeptiert zwar Minas Schutzraum, aber er starrt sie an und überfällt sie ab und zu. Dann gibt es lautstarke Auseinandersetzungen.

Ihre Besitzerin kommt regelmässig zu Besuch, sodass sie ihr Verhalten selbst sehen kann und wir besprechen das dann ausführlich. Wir waren auch schon zusammen, mit beiden Katzen, beim Tierarzt.

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Dezember 27 2012

Charlys Clickertraining

Clickern mit Katzen

Wir haben schon vor Jahren mit dem Clickertraining begonnen. Charly hatte damals Blasenentzündungen und Struvitkristalle. Ausserdem hatte er etwas zugenommen und Clickertraining wird bei Unsauberkeit und zum Abnehmen empfohlen. Unsere ersten Versuche scheiterten, weil ich falsch geclickt hatte. Mein erstes Clickerbuch war auch nicht gerade motivierend.

Wir clickerten nur gelegentlich und die Übungen bestanden aus dem Trainieren von nützlichen Dingen, wie „Katzengeschirr anlegen“, „in die Transporttasche gehen“, Vorbereitung auf den Tierarztbesuch usw. Das sind alles unangenehme Dinge, verknüpft mit Angst und/oder Unbehagen, die durch Konfrontation überwunden werden sollen, für Charly anstrengend und alles andere als spassig.

Deshalb fingen wir dann mit kleinen, einfachen Übungen an, wie z.B. „Sitz“ (ruhig sitzenbleiben), „Männchen“ (sitzen mit angezogenen Vorderpfötchen), „Hoch“ (auf den Hinterläufen stehen mit gestreckten Vorderläufen) und „Hopp“ (auf ein Möbelsück springen). Später kam dann auch „High five“ dazu. Die Begriffe kann er nicht zuordnen, denke ich, aber er versteht die Handzeichen. Mit diesen kleinen Übungungen beginnen wir noch heute. Eine kurze Abfolge unterschiedlicher Kommandos mit eindeutigen Gesten, um auf das Clickern einzustimmen und das Abrufen verschiedener Übungen zu festigen. Wenn er eine Übung richtig ausführt, dann vergisst er sie nicht und sie ist auch nach längerer Zeit noch abrufbar. Das fand ich bemerkenswert, weil wir früher unregelmässig geclickert haben. Es gab lange Pausen und ich hatte erwartet, dass Charly jede Übung neu erlernen muss, aber er konnte sie noch abrufen.

Targetstab
Targetstab

Später kam das Targettraining dazu. Charly wurde trainiert, mit der Nase (Nasentarget) dem Ende eines Telekopstabes zu folgen. Damit sollte er später geführt werden. Eine andere Targetübung ist das Pfotentarget, die Katze wird auf ein Objekt konditioniert, auf das sie mit der Pfote tippt. Wir haben als Objekt ein kleines Tuch genommen, dieses Tuch soll eine andere Variante zum Führen sein. Man trainiert zuerst sitzen auf dem Tuch und kann dann später das Tuch auf eine Stelle legen, wo die Katze sitzen soll, z.B. auf einen Stuhl. Wir haben so geübt, dass Charly sich auf die Waage setzt.

Trickschule für Katzen.

Ich empfehle folgendes Buch:

Trickschule für Katzen

Spaß mit Clicker und Köpfchen

Christine Hauschild
ISBN 978-3-8404-4004-5

  • Trainingsplanung und -vorbereitung
  • Drei Wege zum fertigen Trick: Shaping, Locken, Capturing
  • Der Weg zu den ersten Tricks
  • Ganz leicht zu lernen: Männchen, Sprung über eine Hürde,
    Rolle, Putz
  • Mögliche Schwierigkeiten und Lösungen
  • Tricktraining mit mehreren Katzen

 

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Dezember 17 2012

Sprung durch den Reifen

Clickern mit Katzen

sitz_bravHeute beschreibe ich, was wir in der letzten Zeit geübt haben. Wir clickern täglich, aber nur kurz. Es ist ein Ritual, zuerst wird das Fell gebürstet, dann wird geclickert. Ich brauche Charly nicht rufen. Wenn ich die Schranktür öffne, um die Clickerutensilien herauszunehmen, dann sitzt er auch schon erwartungsvoll bereit.

Der Sprung durch den Reifen wird Schritt für Schritt geübt. Zuerst hatten wir als Reifen den Rand einer Springform (dm 25 cm), der war zu klein, Charly mochte das Ding nicht. Dann habe ich unseren zusammengefalteten Tunnel genommen (dm 48 cm) und Charly hatte wieder Spass. Wenn ich „clicken“ schreibe, meine ich clicken (Klick) und gleichzeitig belohnen (Leckerli). Das ist sehr wichtig, im richtigen Moment clicken und sofort belohnen.

Zuerst habe ich den Reifen auf den Boden gestellt.

  1. Jedes Interesse am Reifen wird geclickt. (Blick zum Reifen, zum Reifen laufen…).
  2. Es wird geclickt, wenn die Katze den Kopf durch den Reifen steckt oder einen Schritt durch den Reifen macht.
  3. Es wird geclickt, wenn die Katze mit dem ganzen Körper durch den Reifen gelaufen ist.

Dann wird der Reifen ca. 20-30 cm über den Boden gehalten. Man kann auch sehr niedrig anfangen und schrittweise erhöhen. Der Unterschied zwischen „durch den Reifen laufen“ und „durch den Reifen springen“ war bei Charly deutlich erkennbar. Ist der erste Zweifel überwunden und die Katze das erste Mal gesprungen, dann kann man etwas höher halten.

 

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Oktober 25 2012

Clickertraining für Katzen

Montag, 21. September 2009

Katzen sind Jäger, die in ihrem natürlichen Lebensraum viel Zeit damit verbringen, ihre Umwelt zu erkunden, zu klettern, zu lauern, sich anzuschleichen, aber auch soziale Kontakte zu pflegen oder zu dösen. Wohnungskatzen haben nur begrenzte Möglichkeiten. Durch ihre räumlich eingeschränkte Umwelt und fehlende geistige Beschäftigung empfinden sie oft Langeweile, die häufigste Ursache für Verhaltensprobleme wie das Zerkratzen von Möbeln, Unsauberkeit oder aggressives Verhalten.

Ein Training  beschäftigt die Katze geistig und körperlich und bringt Abwechslung ins Wohnungsleben. Clickern ist Beschäftigung, Spiel und Erziehung. Katzen lernen gerne Tricks, z.B. von Stuhl zu Stuhl springen, balancieren, apportieren  und vieles mehr. Man kann der Katze auch nützliche Dinge  für den Alltag beibringe, wie sich bürsten lassen, hochheben, zurückkommen, sitzen, in die Transportbox gehen usw.. Mit dem  Clickertraining formt man durch kleine Lernschritte entspanntes und erwünschtes Verhalten.

Die klassische Konditionierung wurde von Pawlow begründet. Einem natürlichen, unbedingten Reflex wird durch Lernen ein neuer, bedingter Reflex hinzugefügt. Sie ist die Grundlage für das Clickertraining. Der Reiz ist für das Tier das Geräusch des Clickers. Ein Clicker ist ein „Knackfrosch“, den man in einer Zoohandlung in der Spielzeugabteilung kaufen kann. Zur Anleitung gibt es Bücher. Damit das Clickergeräusch für die Katze eine besondere Bedeutung erlangt, positiv verknüpft wird (Konditionierung), bedarf es eines Timings.
Unmittelbar nach dem Click muss die Katze mit dem Leckerli belohnt werden. Wenn die Belohnung zusammen mit dem Click kommen würde, dann könnte keine Verknüpfung stattfinden, weil die Katze auf das Geräusch nicht achtet und sich nur auf das Leckerli konzentriert. Ist die Zeitspanne zwischen Click und Leckerli zu lang, fehlt der Katze die Verbindung von Geräusch und Belohnung, es findet ebenfalls keine Verknüpfung statt. Nach einem Click folgt also unmittelbar eine Belohnung, das ist der Einstieg zum Training.
Das Belohnungs-Leckerli muss die Katze auch wirklich sehr mögen, sonst hat sie kein Interesse, manche Katzen sind bekanntlich sehr wählerisch. Die freudige Erwartung des Leckerlis wird durch  das Clickergeräusch angekündigt, auch Sekundärverstärker genannt. Man kann es vergleichen mit dem Geräusch, dass beim Öffnen einer Futterdose entsteht oder dem Schüttelgeräusch einer Trockenfutterbox, meist kommt die Katze in freudiger Erwartung direkt angelaufen, wenn sie es hört.

Unter instrumenteller oder operanter Konditionierung versteht man das Erlernen von Reaktions-Mustern, die durch einen Reiz ausgelöst werden.
Die Katze lernt, dass sie mit ihrem Verhalten positive Konsequenzen (Leckerli) herbeiführen kann. Ein Beispiel dafür, dass auch die Katze ihren Menschen operant konditionieren kann, ist das morgendliche „Wecken“, dass viele kennen. Die Katze kommt in aller Frühe ans Bett, macht sich deutlich bemerkbar und geht nicht eher, bis man aufgestanden ist und ihr Futter gibt.

Ich hatte damals angefangen, mit Charly zu clickern, als er häufig stressbedingte Blasenentzündungen hatte. Die Beschäftigung sollte ihn ablenken. Unser Grundsatz ist: „Der Weg ist das Ziel.“ Ich bin nicht daran interessiert, dem Kater schwierige „Kunststücke“ beizubringen, es geht mir eher darum, dass er beschäftigt und gefordert wird und möglichst Spass dabei hat.

Nach längerer Pause haben wir wieder mit dem Clickern begonnen. Ich hatte das Buch „Trickschule für Katzen“ von Christine Hauschild gekauft, um mit der neuen Transportbox zu trainieren und ich fand das Buch viel besser als andere. Dieses Buch hat mir sehr geholfen, wir haben damit erfolgreicher trainiert und Charly hat viel Spass dabei.

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