Mai 14 2015

FARS – auch bekannt als Tom-und-Jerry-Syndrom

Momo liegt nur in der Sonne und entspannt.
Momo entspannt in der Sonne

Die Bezeichnung FARS besteht aus den Anfangsbuchstaben der englischen Schreibweise Feline Audiogenic Reflex Seizure. FARS ist auch unter dem Namen Tom-und-Jerry-Syndrom bekannt.

Katzenbesitzer kennen die Geräuschempfindlichkeit von Katzen. Wenn mir etwas herunterfällt oder ein plötzliches Geräusch durch ein geöffnetes Fenster zu hören ist, dann reagieren die Katzen sofort. Abhängig von der Lautstärke und/oder dem Klang werden sie aufmerksam, erschrecken sich oder sie flüchten. Die Reaktion der Katzen hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B. ob sie in einer reizarmen Umgebung leben, ob es sich um Alltagsgeräusche handelt, die sie kennen, ob die Geräusche sehr laut sind usw. Auf das Knistern von Alufolie reagieren meine Katzen mit Flucht. 😉

Symptome

Krümmt sich die Katze auf dem Boden, zeigt sie unwillkürliche Muskelzuckungen, oder fällt sie gar um, dann sind das unangemessene Reaktionen auf Alltagsgeräusche, dann könnte es sich um FARS handeln, um Reflex-Anfälle, die durch Geräusche ausgelöst werden. Bei diesen Reflex-Anfällen handelt es sich um epilepsieähnliche Anfälle unterschiedlichen Schweregrads – von Muskelzuckungen über so genannte Absencen (kurze Bewusstseinsstörungen) bis zu großen, generalisierten Anfällen mit minutenlangen Krämpfen, Bewusstlosigkeit und Zuckungen.

Welche Katzen sind betroffen?

FARS betrifft ältere Katzen, die Anfälle treten im Schnitt mit 15 Jahren erstmals auf, so die Nachforschungen des britischen Tierarzt-Teams (Mark Lowrie, Claire Bessant, Robert J Harvey, Andrew Sparkes, Laurent Garosi) . Das Geschlecht spielt keine Rolle, die Rasse auch nicht, bis auf eine Ausnahme: bei Birma-Katzen ist dieses Syndrom etwas häufiger. Ebenso fällt auf, dass ca. die Hälfte der betroffenen Katzen Hörprobleme hatte oder gar taub war. Marc Lowrie sagt:

Dass taube Katzen audiogene Anfälle erleiden, erscheint zunächst paradox, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Katzen zwar viele Alltagsgeräusche tiefer Frequenzen nicht mehr wahrnehmen, wohl aber noch höhere Frequenzen.

Dabei muss man bedenken, dass das Gehör einer Katze  zu den besten unter den Säugetieren zählt. Die obere Frequenzgrenze liegt im Bereich der Geräusche, die Mäuse, als wichtigste Beutetiere, von sich geben. Es ist zudem ein Frequenzbereich, in dem die Schallquellen wesentlich besser lokalisiert werden können. Katzen hören Geräusche sogar schneller als Hunde. Ihr Gehörsinn funktioniert auch im Tiefschlaf. Daher reagieren sie viel heftiger als wir Menschen.

Mitarbeiter eines Tierschutzvereins leiteten die Anfragen ratloser Katzenhalter weiter, das Ärzteteam ging damit 2013 unter dem Namen Tom-und-Jerry-Syndrom an die Presse. So entstand genügend Aufmerksamkeit für eine weltweite Umfrage. 96 Fragebögen samt tiermedizinischer Daten haben die Forscher jetzt ausgewertet.

Ursache und Auslöser

Die Ursachen sind noch unklar, aber typische Auslöser der Anfälle sind bereits belegt:

  • 82 der untersuchten Katzen reagierten auf das Geräusch, das beim Zusammenknüllen von Alufolie entsteht.
  • 79 reagierten auf das Schlagen eines Metalllöffels an einem Keramikfressnapf.
  • 71 reagierten auf das Zerknüllen von Papier und Plastikfolie.
  • 61 reagierten auf das Tastaturgeräusch und Mausklicks.
  • 59 reagierten auf Münz- oder Schlüsselgeklingel.
  • 38 reagierten auf das Einschlagen eines Nagels.
  •  24 reagierten bei Zungenschnalzen.
  • seltener auch bei Turnschuhquietschen oder das scharfe Klicken eines Gasherdanzünders

Behandlung

In einer weiteren Studie wollen die Mediziner auf mögliche Behandlungen von FARS eingehen. Der Wirkstoff Levetiracetam, der auch bei Menschen eingesetzt wird, könnte möglicherweise erfolgversprechend sein.

 

weiterführende Links

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März 31 2015

Fellwechsel

Es ist wieder soweit, der Frühling ist da, zumindest der kalendarische Frühlingsanfang. Je nach Katzenrasse und Katzenhaltung bedeutet der Fellwechsel ein mehr oder weniger grosses Aufkommen an Katzenhaaren in der Wohnung, an der Kleidung und im Verdauungstrakt der Katze. Katzen verschlucken bei ihrer täglichen Fellpflege Haare. Normalerweise werden diese ohne Probleme wieder ausgeschieden, aber zum Fellwechsel fallen mehr Haare an. Gerade bei Wohnungskatzen, insbesondere bei älteren Katzen, die sich wenig bewegen, kann es zu Problemen kommen. Weitere Risikofaktroren sind Langhaar-Rassen, insbesondere Perserkatzen und Rassen oder Mischlinge mit Perserkatzen-Haarstruktur. Damit sind besonders weiche und feine Haare gemeint, die über den Verdauungstrakt sehr schwer auszuscheiden sind, da sie schneller verklumpen und grössere Haarballen entstehen. Problematisch kann es dann werden, wenn ein Haarballen für längere Zeit im Magen verbleibt. Durch die Magensäure wird das Haar angedaut, es verfilzt und mischt sich mit Nahrungsbestandteilen, dadurch nimmt der Haarballen an Grösse zu, gesundheitliche Schäden sind vorprogrammiert. Deshalb ist Fellpflege, mit diversen Hilfsmitteln, die die abgestorbenen Haare entfernen, Gesundheitsvorsorge.

Wohnungskatzen haaren, anders als Freigänger, das gesamte Jahr über, weil es zu keinen grösseren Temperaturschwankungen kommt und die Lichtverhältnisse ebenfalls relativ konstant sind.  Der Haarzyklus unterliegt diversen Faktoren wie Tageslichtdauer und Umgebungstemperatur. Während im Winter die Zeit mit natürlichem Sonnenlicht abnimmt, wird bei reiner Wohnungshaltung die Sonnenscheindauer durch künstliche Lichtquellen verlängert. Temperaturunterschiede gibt es kaum, dafür sorgt der Thermostat der Heizung. Im Sommer findet allerdings ein erhöhter Haarausfall statt da die natürliche Sonneneinstrahlung auch für ein Aufheizen der Innenräume sorgt. Es kommt zu Raumtemperaturen, auf die wir unsere Heizung nie einstellen würden. Deshalb verlieren auch Wohnungskatzen zwischen April und Oktober vermehrt Haare, sie sind im Fellwechsel. Jetzt ist es besonders wichtig, die Katze mit allen Nährstoffen zu versorgen.

Stärkung der Hautstruktur über die Ernährung

  • Das Spurenelement Zink ist unentbehrlich für die Erneuerung der Epidermis und fördert die Wundheilung der Haut.

Vorkommen: rotes Fleisch, Meeresfrüchte, Schalentiere, (Kuh)Milch, frische Hefe …

  • Vitamin A ist wichtig für die Funktion der Talgdrüsen, es hilft übermäßige Haarfettung (Seborrhoe) zu bekämpfen und spielt eine wichtige Rolle bei der Regenerierung der Haut.

Vorkommen: Rinder- und Hühnerleber, Süsskartoffeln, Karotten, Butter, Eigelb …

  • B-Vitamine tragen zur Beschaffenheit von Haut und Fell bei und spielen eine wichtige Rolle im Stoffwechsel der Fettsäuren.

Vorkommen: Bierhefe, Leber, Fisch, Schalentiere …

  • mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind unentbehrlich für eine gesunde Haut. Omega 6 und Omega 3 (EPA und DHA aus Fischöl) unterstützen die Elastizität der Haut und wirken entzündungshemmend. Das Verfüttern ausreichend großer Mengen qualitativ guten Fleisches (möglichst von Weidetieren, deren Omega-3-Fettsäureanteil größer ist als der von Stalltieren, die mit Getreide gefüttert wurden) ist sehr wichtig. Ein ausgewogenes Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren, ca. 5:1, sollte angestrebt werden.

Vorkommen: Algen, Fettfische, Fischöle, Krill

Suche in der pahema®-Nährwerttabelle

Katzenwäsche

Katzen verbringen viel Zeit mit Fellpflege und schlucken dabei, im Vergleich zu anderen Haustieren, sehr viele Haare ab, da sie eine Zunge haben, die mit zahlreichen nach hinten gerichteten und verhornten Papillen versehen ist. Überwiegend sind es Wohnungskatzen, die ein Haarballen-Problem bekommen. Sie sind oft übergewichtig, bewegungsarm und älter. So, wie meine Mina.

Haarballenprobleme

Long-haired-cat-hairball.jpg
Ein länglicher Bezoar (10 cm) von einer Maine-Coon-Katze

Ein Haarballen wird Bezoar genannt und kann so gross werden, dass die Katze es nicht schafft, ihn zu erbrechen. Wenn der Haarballen schon im Darm ist, aber wegen seiner Grösse, Konsistenz und Darmträgheit nicht ausgeschieden werden kann, dann kann die Verstopfung (Koprostase) so schlimm werden, dass sie vom Tierarzt entfernt werden muss. Wenn sich ein Haarballen im Magen festsetzt, kann er den Magen direkt schädigen, da der ständig vorhandene Reiz an der Magenschleimhaut eine gesteigerte Magensäureproduktion bewirkt. Die Folge kann eine Magenschleimhautentzündung (mechanische Gastritis) und/oder  Magengeschwüre (Ulzera) sein. Die Symptome sind unspezifisch, wie reduzierter Appetit oder verminderte Spiel- und Bewegungslust. Wird allerdings ein leeres Erbrechen mit nachfolgendem Schleim- und Speichelabgang beobachtet, dann sollte man an einen Haarballen, der nicht hochgewürgt werden kann, als mögliche Ursache denken.

Prophylaxe

Katzen müssen grobfaserige Pflanzen fressen, damit sie in der Lage sind, die Haarballen wieder zu erbrechen.  Meine Katzen haben immer frisches Katzengras zur Verfügung, sie grasen oft und ausgiebig. Um die Ausscheidung der Haarballen zu erleichtern, kann man Malzpasten geben. Ich habe verschiedene getestet, die beste Akzeptanz hat bei meinen Katzen die Miamor Cat Confect Malt-Creme, das sind einzeln abgepackte Portionen, die Konsistenz ist dickflüssig. Sehr empfehlenswert ist die Cat Care Plus Magen-Darm Paste von Grau. Bei Charly waren die Probleme recht gross, ihm hatte ich gelegentlich vorgequollene Indische Flohsamenschalen unters Futter gemischt.

Fellpflege

ausgebürstete abgestorbene Katzenhaare
abgestorbenes Fell aus der Unterwolle von Charly nach der Pflege mit dem Furmaster

Ich weiss noch, wie es bei Charly war, es waren watteähnliche „Fellflusen“, die er überall verlor. Er hatte diese feine Haarstruktur und sehr viel Unterwolle. Den Furmaster verwendete ich nur, wenn es ganz schlimm war, eher selten. Sehr nützlich ist die Kong Cat Bürste Zoom Groom, mit der Vorderseite kann man abgestorbene Haare aus dem Fell bürsten und mit der Rückseite kann man Kratzbaum, Teppich, Polstermöbel usw. reinigen. Die weichen Noppen sind für die Katze eine Massage und werden eher akzeptiert als andere Bürsten. Ich hatte Charly regelmässig damit gebürstet und er mochte es tatsächlich gern. Momo haart kaum, er hat keine Unterwolle, ich bürste ihn nie. Minas Fell ist üppiger und sie haart manchmal etwas, ich versuche sie dann zu bürsten. Sie akzeptiert die Zoom Groom Bürste nicht. Wir trainieren das Bürsten gerade.

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Februar 9 2015

AIDS bei Mensch und Katze

Aufbau des HI-Virions
Aufbau des HI-Virions

AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome) bezeichnet das, infolge einer Infektion mit HIV (Humanes Immundefizienz Virus), nach einer längeren Latenzzeit, auftretende Krankheitsbild. Das HIVirus gehört zur Familie der Retroviren (Reverse Transkriptase Onkoviren) und zur Gattung der Lentiviren. Erste Berichte über AIDS erschienen Anfang der 80er Jahre in den USA, identifiziert wurde das HIVirus 1983. 2005 gelang erstmals der Nachweis, dass der Ursprung von HIV beim Affen liegt. Untersucht wurden Kotproben freilebender Schimpansen in Kamerun (Zentralafrika), es wurden Antikörper gegen SIV (Simianes Immundefizienz-Virus) gefunden. Die Schimpansen sollen sich im westlichen Zentralafrika mit SIV oder einem Vorläufer dieses Virus bei anderen Affenarten infiziert haben. Etwa im 20. Jahrhundert infizierten sich erstmals Menschen mit dem SIV, das dann zum AIDS verursachenden HIV mutierte. Aus der statistischen Analyse genetischer HIV-Sequenzen hat ein internationales Forscherteam um Oliver Pybus und Philippe Lemey von den Universitäten Oxford und Leuven die frühe Geschichte des AIDS-Erregers rekonstruiert. Die Wissenschaftler erklären die Ausbreitung im Magazin Science mit den sozialen und historischen Bedingungen im Kongobecken während des 20. Jahrhunderts. Das Feline Immundefizienz-Virus (FIV) gehört ebenfalls zur Familie der Retroviren und zur Gattung der Lentiviren . Das Virus löst bei Katzen eine Immunschwächekrankheit aus, die als Felines Immundefizienzsyndrom oder umgangssprachlich als Katzen-AIDS bezeichnet wird, da sie der Erkrankung AIDS beim Menschen stark ähnelt. Im Gegensatz zum HIV, das erst vor relativ kurzer Zeit vom Affen auf den Menschen übertragen wurde, ging FIV vermutlich vor mehr als drei Millionen Jahren auf Katzen (oder deren Vorfahren) über. Die ersten FIV-Stämme wurden 1986 aus Hauskatzen isoliert. Nach und nach wurde weltweit FIV bei Hauskatzen nachgewiesen. Nachträgliche Analysen von aufbewahrten Blutseren weisen darauf hin, dass die FIV-Infektion zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt aufgetreten sein muss, wahrscheinlich bereits in den 60er Jahren beobachtet, jedoch damals noch nicht näher spezifiziert. Möglicherweise wurde das Krankheitsbild anfangs auch mit dem einer FeLV-Infektion (Feline Leukämievirus) verwechselt, deren Symptome teilweise mit denen einer FIV-Infektion identisch sein können. Da Hauskatzen weltweit verbreitet wurden (siehe Domestikation Teil 2), kann man davon ausgehen, dass Hauskatzen bereits seit langer Zeit FIV infiziert waren. Es wurde auch festgestellt, dass ebenso wild lebende Katzen betroffen sind, auch bei der Tüpfelhyäne, die nicht zur Familie der Katzen gehört, wurde FIV gefunden. Die Bezeichnung FIV betrifft laut Nomenklatur nur die Hauskatze (Felis catus). Die Standardnomenklatur für die Bezeichnung von Stämmen verschiedener Spezies ist ein hintenangestelltes Kürzel, das sich aus dem ersten Buchstaben des Gattungsnamens und aus den ersten beiden Buchstaben des Artnamens zusammensetzt. Das FIV einer Hauskatze (Felis catus) wird daher auch als FIVfca bezeichnet, das eines Löwen (Panthera leo) FIVple, das der Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta) FIVccr usw. Nach der Entdeckung von SIV und FIV wurden die Krankheitsbilder dieser beiden Virusinfektionen verstärkt untersucht, um sie unter anderem auch als Tiermodell für den Menschen zu nutzen. Das Interesse der Forscher an der FIV-Infektion der Katze wuchs zunehmend. Die Erforschung und Entwicklung besserer Therapieformen und möglicher Impfungen mit dem Ziel der  AIDS -Bekämpfung bei Menschen brachten zugleich Verbesserungen der Behandlung der FIV-Infektion bei Katzen. Auf der Basis von FIV werden virale Vektoren (gezielt veränderte Viruspartikel) in der Grundlagenforschung eingesetzt und für die Gentherapie beim Menschen entwickelt2002 wurde in den USA ein FIV-Impfstoff zugelassen. Man erhofft sich aus den Erfahrungen Erkenntnisse für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen HIV, was aufgrund der hohen Anzahl und Variationen der Virus-Stämme sehr schwierig ist.

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Oktober 12 2014

Minas Diät 3.0

Mina und Momo
Mina (li) und Momo (re)

Anfang Oktober hat Mina den dritten Diätversuch begonnen und ich hoffe, diesmal wird es erfolgreicher. Abgenommen hatte sie bei den ersten beiden Versuchen schon, das blieb aber leider nicht so.  Langfristig muss also eine Fütterungsumstellung bei Mina erfolgen. Auf dem Bild sieht man die unterschiedlichen Figuren der Wurfgeschwister, die bisher das gleiche Futter bekamen. Um das Futter optimal dosieren zu können, wird es abgewogen und ich führe ein Diät-Tagebuch. Dort notiere ich Futtersorte und Futtermenge, Anzahl der Mahlzeiten (besser sind mehrere kleine) und Aktivität (aktives Spiel und Beschäftigungen wie Clickern und Intelligenzspiele). Es wird wöchentlich auf einer Babywaage gewogen und dann das Fütterungs-Konzept für die nächste Woche festgelegt. Mina soll langsam, aber nachhaltig abnehmen.

MinaAusgangswerte

  • weibliche Katze, EKH, 9 Jahre alt, kastriert
  • Ausgangsgewicht: 4,85 kg
  • FBMI: 39
  • Diätziel: ca. 600 g sollen abgenommen werden
  • Diätdauer: ca. ein Monat strenge Diät mit Diätfutter, dann Umstellung auf normales Futter
  • Beginn: 01.10.2014

Diät-Tagebuch

Woche 0-2

  • Diätfutter: Kattovit Feline Diet Übergewicht Nassfutter und Trockenfutter (Ich habe dieses Diätfutter gewählt, weil ich mit Kattovit/Finnern die besten Akzeptanzerfahrungen unter diversen Diätfuttermarken gemacht habe.)
  • Futterportionen vorbereiten
    Futterportionen vorbereiten

    in der ersten Woche (Woche 0) erfolgte nur die schrittweise Umstellung auf das Diätfutter

  • es gibt hauptsächlich Nassfutter, in mehreren kleinen Mahlzeiten, abgewogen
  • das Nassfutter gibt es nur in 175 g Dosen, die kleinen Portionen kann man gut im Kühlschrank aufbewahren und sie sind schneller auf Zimmertemperatur.
  • das Diät-Trockenfutter gibt es nur zum Clickern und zur Belohnung, keine anderen Leckerlies
  • Momo bekommt normales Futter und zur Verbesserung des Geschmacks und damit Mina nicht ständig bei ihm nascht, wird etwas von seinem Futter bei Mina untergemischt.
  • normalerweise sollte getrennt gegfüttert werden (Ich habe es anfangs versucht, aber das ist bei uns nicht möglich.)

Woche 3

  • Mina verweigert das Diät-Nassfutter und frisst nur das untergemischte Normalfutter und klaut ständig bei Momo, was ich bei der Futtermenge berücksichtige
  • ansonsten gibt es kaum Trockenfutter
  • Mina nimmt leicht ab und nähert sich ihrem Ausgangsgewicht

Woche 4

  • Notizbuch
    Notizbuch für Katzenfuttererfahrungen, Diättagebuch, Gewichtstabelle usw.

    Mina bekommt jetzt Almo Nature Light, kommt sehr gut bei ihr an, die kleinen 50 g Dosen sind bestens geeignet für eine frische Mahlzeit

  • das ist aber Ergänzungsfutter und daher nicht als Alleinfutter geeignet, wenn es über einen längeren Zeitraum gefüttert werden soll
  • entweder man füttert es nur ab und zu bzw. nur über einen kurzen Zeitraum, oder man ergänzt mit Trockenfutter
  • ich habe sehr gute Erfahrungen mit Almo Nature Light gemacht, Charly hat damit erfolgreich abgenommen
  • Mina bekonmmt 2 Mahlzeiten , je eine Dose Almo Nature Light = 50 g und Diät- Trockenfutter als Belohnung beim Clickern und Fummeln (ca. 20 g)
  • es gibt eine neue Spielangel, trotzdem ist sie nur mittelmässig aktiv
  • Mina hat trotz strenger Rationierung nicht abgenommen, nach 4 Wochen Diät wiegt sie noch immer mehr als zu Beginn der Diät 😥

Woche 5

Zwischenbilanz nach einem Monat:

Nach einem Monat Diät hat Mina nach anfänglicher Gewichtszunahme fast ihr Ausgangsgewicht erreicht. Zum Glück hat sie nicht weiter zugenommen. Der erste Monat verlief also eher suboptimal, Mina hatte anfangs sogar zugenommen. 😥

Woche 6

  • Almo Nature Light und Grau Light
    Almo Nature Light und Grau Light

    Mina bekommt Grau Geflügelmägen in Gelee (Lightfutter) 100 g, verteilt auf zwei Mahlzeiten. Sie frisst kaum etwas davon, weil es ihr nicht schmeckt.

  •  dann wieder Almo Nature Light, auch 2 x 50 g/Tag, sie liebt es…
  • Kattovit-Diät-Trockenfutter zum Clickern/als Belohnung, maximal 15 g/Tag
  • Aktivität wird nicht besser
  • aber sie nimmt in winzigen Schritten ab

Woche 7

  • Almo Nature Light 100 g, verteilt auf zwei Mahlzeiten pro Tag
  • Diät-Trockenfutter zum Clickern/ als Belohnung, maximal 15 g/Tag
  • Aktivität weiter mittelmässig
  • Gewicht unverändert

Woche 8

  • wie Woche 7, alles unverändert

Woche 9

  • unverändert

Bilanz nach zwei Monaten

  • Endgewicht: 4,82 kg
  • FBMI: 38
  • Diätende: 30.11..2014
  • Diätdauer: 2 Monate
  • vom Kattovit Feline Diet Übergewicht-Futter hat Mina sogar zugenommen
  • mit Almo Nature Light hat sie tatsächlich abgenommen, aber nur soviel, wie sie vom Diätfutter zugenommen hatte
  • sie hat ihr Ausgangsgewicht wieder erreicht, jedoch wurde das Diätziel nicht erreicht

Ich breche die Diät nach 2 Monaten ab, weil Almo Nature nur Ergänzungsfutter ist, es hat Mina sehr gut geschmeckt, sie war zufrieden, gut gelaunt, hat nicht gebettelt und tatsächlich etwas, leider zu wenig, abgenommen. Nun soll ein Übergang zu Normalfutter erfolgen. Das Gewicht beider Katzen wird auch ohne Diät wöchentlich erfasst. Momo hat während der Diät von Mina normales Futter gefressen, er war auch nicht gerade aktiv, hat aber sein Gewicht gehalten. Vielleicht gelingt nun eine Futterumstellung. Mina hat allerdings noch nie soviel gewogen wie nach dem Kattovit-Diätfutter. 😥

Woche 10

  • ab 1. Dezember Übergang zu normaler Fütterung zunächst mit Cosma Thai Fruits 90 g/Tag und Josera Léger Trockenfutter als Belohnung/zum Clickern
Gewichtskurve
Gewichtskurve

weiterführende Links

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Juni 22 2014

Feliner Body Mass Index

Als Nachtrag zu Übergewicht bei Katzen möchte ich hier nocheinmal auf den Felinen Body Mass Index (FBMI) eingehen. Man ermittelt den Anteil an Körperfett am Gesamtgewicht der Katze in Prozent. Er wurde im Waltham Center in England entwickelt, um den verschiedenen Katzenrassen gerecht zu werden und weil die Betrachtung nach Augenmaß oder das Erfühlen der Fettschicht auf den Rippen zu ungenau ist. Dieser wird in dem Buch Katzen gesund ernähren wie folgt erläutert: Zuerst misst man den Körperumfang in cm, etwa in Höhe der 9. Rippe. Dazu ertastet man die letzte (13.) Rippe der Katze und zählt dann zurück. Dann ermittelt man an der linken Hinterglierdmasse die Distanz zwischen der Kniescheibe und dem Fersenbeinhöcker, den sogenannten LIM-Wert (Leg Index Measurement). Diese Messungen sollten an der stehenden Katze erfolgen. In der Körper-Index-Tabelle kann man den Wert für seine Katze dann ablesen, ein Prozentsatz zwischen 10 und 30 ist normal. Auf den folgenden Linkseiten ist alles ausführlich beschrieben:

weiterführende Links

 

 

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März 17 2013

Grünpflanzen

Heute soll es darum gehen, was man beachten sollte, wenn man in einem Katzenhaushalt auf  Zimmerpflanzen nicht verzichten möchte.

Zuerst sollte man nachschauen, ob es sich um Giftpflanzen handelt. Ich kann die CliniTox-Datenbanken empfehlen. Eine Giftpflanzenliste gibt es auch bei Welt der Katzen. In einem Artikel bei Catplus heisst es: „… für Wohnungskatzen ist die Gefahr einer Vergiftung größer als bei Freigängern…“ In diesem Artikel werden auch Symptome einer Vergiftung benannt. Eine weitere Liste mit Giftstoffen und Symptomen findet man bei Tierklinik.de.

Aber nicht nur die Pflanzen selbst können giftig sein, es besteht auch die Gefahr, dass Katzen in Pflanzkübeln buddeln und mit der Erde Pflanzendünger (chemische Gifte) aufnehmen, insbesondere Nitrite. Hämoglobin wird durch Nitrit zu Methämoglobin oxidiert. Es kommt zu einer Hypoxämie (Sauerstoffmangel im Blut). Symptome für Vergiftungen durch Dünger sind Erbrechen, Durchfall, Gleichgewichtsstörungen, Zittern und Atemnot (siehe Tierklinik.de/chemische Giftstoffe).

siehe auch Vergiftungen bei der Katze

Damit es nicht dazu kommt, düngt man die Pflanzen entweder gar nicht erst oder deckt die Erde der Pflanzkübel so ab, dass die Katzen sie nicht mehr aufnehmen können. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

  • Eine Abdeckung mit natürlichen Materialien, wie Kokosmulchscheiben oder Jute.
  • Eine Kunststoffabdeckung  durch Folie  oder Blumenerde-Schutzgitter (Kindersicherung)
  • Kieselsteine/Ziersteine (grob, gewaschen)

 

Buchtipp

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Februar 10 2013

Diagnose CNI

Die letzten Wochen

Es begann am Wochenende, Charly hatte mehrfach erbrochen und wirkte krank, er frass nichts und wollte nicht spielen.

Am nächsten Morgen wirkte er schwach und krank und ich entschloss mich, mit ihm zu unserem Tierarzt zu gehen. Dieser ertastete „etwas“ im Bereich der Niere. Charly wurde in Seitenlage geröntgt und auf dem Röntgenbild stellte sich eine erheblich vergrösserte Niere dar, mit Nierensteinen. Charly musste in der Tierarztpraxis, auf der Station, bleiben und es wurde ein zweites Röntgenbild angefertigt, das beide Nieren darstellen sollte, aber man konnte keine zweite Niere erkennen. Er hatte katastrophale Nierenwerte und bekam Kortison sowie ein Antibiotikum gespritzt und ich sollte mit ihm zur weiteren Diagnostik in eine Klinik bzw. zu einem Fachtierarzt.

Am späten Nachmittag waren wir dann endlich wieder zu Hause. Charly ging es erheblich schlechter als am Morgen, vor dem Arztbesuch. Er wirkte sehr schwach und verängstigt. Er zog sich unters Sofa zurück, krallte sich dort fest, es gelang mir nicht, ihn hervorzuholen. So verbrachte er die Nacht und ich befürchtete, er würde dort sterben.

Deshalb entschloss ich mich, um ihm weiteren Stress zu ersparen, nicht sofort in die empfohlene Fachtierpraxis zu fahren. Es mangelt grundsätzlich an Vertrauen, deshalb kam eine Tierklinik nicht infrage, auch keine weitere stationäre Behandlung, in einer Praxis. Ich suchte nach einer Lösung, dem Kater möglichst stressfrei, in gewohnter Umgebung, helfen zu können. Die Diagnostik sollte warten, bis er stabiler geworden ist. Ich pflegte ihn zu Hause, in gewohnter Umgebung.

Die nächsten Tage brachten keine Änderung. Er war schwach, schlief fast nur, er konnte nur noch kurze Strecken laufen, ich fütterte mit einer Pipette Hühnerbrühe, ansonsten verweigert er alles. Nachdem Charly weiterhin nichts frass und immer schwächer wurde, rief ich die Tierambulanz.

Es kam eine sehr nette junge Ärztin, die ausführlich mit mir über die Vorgeschichte sprach, ich zeigte ihr die Röntgenbilder und den Laborbefund, dann untersuchte sie Charly gründlich. Bis auf den Tastbefund war alles in Ordnung. Die Temperatur war schon relativ niedrig. Charly bekam eine Infusion und eine Spritze  gegen Übelkeit.

Am nächsten Tag wurde, in der Tierarztpraxis im Kiez, die zur Tierambulanz gehört und auch am Wochenende geöffnet ist, die Diagnostik gemacht. Er hatte etwas an Gewicht verloren und die Temperatur war weiter gesunken. Dann wurde ein Ultraschall gemacht.

Quelle: Chronische Niereninsuffizienz der Katze

„…Typischerweise treten die Symptome – im Gegensatz zum akuten Nierenversagen – schleichend über Wochen, Monate oder gar Jahre auf, und der Allgemeinzustand ist schlecht. Zudem ist das akute Nierenversagen zunächst durch eine verminderte Harnproduktion gekennzeichnet. Allerdings wird eine bestehende gering- oder mittelgradige chronische Niereninsuffizienz häufig durch ein akutes Geschehen schlagartig verschlechtert („Exazerbation“) und damit für den Katzenbesitzer auffällig. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn eine Niere durch einen Harnrückstau bereits in eine funktionslose Schrumpfniere übergegangen ist und plötzlich die zweite akut durch einen Harnstau anschwillt (Hydronephrose) und geschädigt wird („große Niere-kleine Niere-Syndrom“)…“

 Befund

So war es bei Charly. Der Ultraschall zeigte genau dieses grosse-Niere-kleine Niere-Syndrom, auch unter dem Begriff Renomegalie bekannt. Die auf dem Röntgenbild erkennbaren Nierensteine könnten auch Verkalkungen gewesen sein.

Therapie

Eigentlich sollte er stationär aufgenommen werden, da ich ihn nicht dortlassen wollte, wurde er ambulant weiterbehandelt. Ich fuhr am Wochenende mit ihm in die Praxis, wo er weitere Infusionen und Kortison bekam.

Prognose:

Charly wird maximal noch einige Wochen leben, wahrscheinlich aber nur wenige Tage, an denen er nur noch aufgepäppelt werden kann.

So kam es dann auch. Er erholte sich nie wieder und verstarb am 30.01.2013, in vertrauter Umgebung. Er wurde nur 7 Jahre alt.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei der Ärztin der Tierambulanz und Frau Dr. Kerlin von der Kiezpraxis bedanken, die Charly sehr einfühlsam behandelt haben,  sich viel Zeit nahmen und mir beratend zur Seite standen.

 weiterführende Links:

 

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November 10 2012

Die unsaubere Katze

Charly war schon unsauber, als er hier einzog. Das war sicher der Grund, warum er im Alter von knapp 2 Jahren bereits mehrere Vorbesitzer hatte. Als er einzog, hatte er zusätzlich  FLUTD. Als die Blasenentzündungen ausgeheilt waren, blieb das verhaltensbedingte „Pinkelproblem“ bestehen. Inzwischen geht es Charly schon erheblich besser. Was uns sehr geholfen hat, sind die Tipps und Infos der Tierärztin und Verhaltensspezialistin Sabine Schroll.

Katzenklo-Survival-Guide von Sabine Schroll

„Wohl eines der häufigsten Probleme, das Katzenbesitzer mit ihren Katzen haben, ist Unsauberkeit. Im Grunde sind Katzen extrem saubere Tiere und dennoch gibt es so oft Probleme mit dem Katzenklo. Was läuft hier falsch …? Hier erfahren Sie nun unter anderem Grundlegendes zur unendlichen Geschichte: „Meine Katze pinkelt auf …““

 

Ich würde das folgende Buch empfehlen, was mir sehr geholfen hat.

sabine_schroll_wenn_katzen_kummer_machen

Wenn Katzen Kummer machen

Verhaltensprobleme verstehen und lösen
Sabine Schroll
Cadmos-Verlag

ISBN 978-3861271376

„Dieses Buch erklärt die wichtigsten Verhaltensprobleme der Katze wie Unsauberkeit, Kratzmarkieren, Harnmarkieren, Angststörungen und andere mehr und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf.“

Wir hatten anfangs über einen Zeitraum von mehreren Monaten eine Pheromon-Therapie mittels Feliway-Stecker gemacht, das ist zur Unterstützung sehr gut, reichte aber bei Charly nicht.

Ein Beschäftigungs- und Animationsprogramm führte nach einiger Zeit zur Besserung. Ich animiere Charly zu mehr Bewegung und  Activity Feeding sorgt für Abwechslung. Nur das Nassfutter wird im Fressnapf serviert, ansonsten muss er sich das Futter erarbeiten. Am BARF-Tag gibt es Fleisch aus dem Stimulo, einem Beschäftigungsspielzeug. Leckerlies werden geworfen, Charly rennt und springt danach, oder er muss sie erfummeln. Wir haben diverse Intelligenzspielzeuge, die im Wechsel zum Einsatz kommen und wir clickern.

Katzenklo, Katzenklo…

Aus dem Katzenklo-Survival Guide von Sabine Schroll:

Anzahl: Nehmen Sie die Anzahl Ihrer Katzen plus 1 – das ist die Mindest-Anzahl an Katzenklos, die im Haushalt mit Unsauberkeitsproblemen zur Verfügungen stehen sollten.
Katzenklo = Anzahl der Katzen + 1
Katzen setzen Kot und Harn nicht in der gleichen Verhaltenssequenz ab – es muss ein Stück Weg dazwischen zurückgelegt werden, daher: Auch für eine Einzelkatze gilt somit: mindestens 2 Katzenklos anbieten !
Standorte: Weder zu abgelegen noch zu exponiert, nicht neben dem Futter- oder Schlafplatz, immer frei zugänglich. NIcht alle Katzenklos am gleichen Ort.
Den richtigen Ort nicht nur von den eigenen Bedürfnissen abhängig machen – sondern auch von den Bedürfnissen der Katze!
Bauart: geschlossene Katzenklos erfüllen zwar manche Bedürfnisse von Besitzern, aber selten die von Katzen;
ausreichend gross – die meisten Katzenklos sind zu klein, stabil und standfest.
Katzen sind keine Höhlenpinkler !
Katzenstreu: Katzen bevorzugen feine und weiche Einstreu, in der sie gut graben können. Pieksende Einstreu, die an den Pfoten hängenbleibt ist ihnen ein Greuel. Wechsel der Einstreumarke ist häufiger Grund für Unsauberkeit !
Kein plötzlicher Wechsel der Einstreumarke !
Sauberkeit: ein Katzenklo sollte durch regelmässigen Wechsel der Einstreu sauber und geruchsfrei sein. Desinfektionsmittel und Deos sind eher Anlass zur Verweigerung als ein ehrliches Mittel, die Katze von Sauberkeit zu überzeugen.
Nur Sauberkeit zählt – wenns sein muss 2-3x täglich Ausscheidungen entfernen.“

Wir haben all diese Ratschläge umgesetzt, diverse Streusorten getestet, verwenden weiche, feine Streu ohne künstlichen Duft und haben 2 offene Katzenklos an verschiedenen Standorten aufgestellt, die mehrmals täglich gereinigt werden. Das  Resultat: Charly ist seitdem nicht mehr unsauber gewesen.

Unabhängig vom Katzenklo-Management kann es vorkommen, dass die Katze in alte Verhaltensmuster zurückfällt. Wir hatten vereinzelte Rückfälle, ich kann aber sagen, dass unsere Massnahmen wirklich erfiolgreich waren. Man brauch Geduld, der Erfolg stellt sich nicht „über Nacht“ ein, aber es wurde immer besser.

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Oktober 24 2012

Struvitkristalle und FLUTD

Dienstag, 3. März 2009

Die Abkürzung FLUTD steht für Feline Lower Urinary Trakt Disease. Manchmal wird noch die Abkürzung FUS verwendet, sie steht für Felines Urologisches Syndrom, ist aber inzwischen veraltet. Hierbei handelt es sich um Krankheitsbilder der Blase und des Harnleiters bei Katzen.

 

Erkrankungen der harnableitenden Organe

Das sind entzündliche Erkrankungen, die zur Vestopfung (Obstruktion) der harnableitenden Organe führen können. Die Verstopfungen werden durch Kristalle und Proteinplugs verursacht. Die Plugs stammen wahrscheinlich aus der entzündeten Harnblase und begünstigen die Anlagerung von Kristallen. Man spricht von Harngriess.
FLUTD kommt häufiger bei Katern (anatomisch bedingt) vor als bei Katzen, betroffen sind Rassekatzen und Hauskatzen gleichermassen.
Obstruktive FLUTD kann lebensbrdrohlich werden, wenn es zu einem Rückstau des Harns in die Nieren kommt. Es besteht die Möglichkeit, dass das Nierengewebe so stark geschädigt wird, dass es zu Nierenversagen kommt.

Risikofaktoren

Harn enthält unterschiedliche Mineralien, die Kristalle bilden. Ein hoher Mineralstoffgehalt in der Nahrung erhöht das Risiko. Dazu kommt eine hohe Konzentration des Harns aufgrund einer zu geringen Flüssigkeitsaufnahme, wie es bei der Fütterung von Trockenfutter häufig der Fall ist. Weitere Risikofaktoren sind mangelnde Bewegung und Übergewicht.

Harngriess

Struvit werden Ammonium-Magnesium-Phosphate genannt, auch als Tripelphosphate bezeichnet.  Struvitkristalle kommen bei 65-70% aller unter FLUTD leidenden Katzen vor, sie werden bei alkalischem pH-Wert gebildet und lösen sich bei saurem pH-Wert auf. Ein Ansteigen des pH-Wertes in den alkalischen Bereich kann z.B. durch bakterielle Infektionen verursacht werden. Struvitsteine sind die häufigsten Harnsteine bei Katzen.
An zweiter Stelle stehen (Kalzium-)Oxalate. Diese Kristalle kommen im schwach alkalischen bis sauren Urin vor und können nicht aufgelöst werden. Oxalatsteine müssen operativ entfernt werden. Weitere Kristalle im Urin sind Urate und Cystin.

Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung von FLUTD sind noch nicht erforscht. Bakterielle und virale Infektionen und psychische Ursachen, wie z.B. Stress, sind als Auslöser bekannt. Es werden Neurotransmitter über das Gehirn freigesetzt, die in der Blase Schmerz und Entzündung auslösen. In diesem Zusammenhang wird die Abkürzung FIC verwendet, welche für Feline Idiopatische Cystitis bzw. Feline Interstitielle Cystitis steht.

Symptome

Ein Anzeichen für eine Blasenentzündung kann häufiges Belecken der Genitalregion sein, ein weiteres ist häufiger Urinabsatz. Die Katzen gehen sehr oft zum Katzenklo, setzen aber nur kleine Mengen ab oder sie können gar keinen Harn mehr ausscheiden. Bei Schmerzen neigen die Tiere beim urinieren zu einer verkrampften Körperhaltung oder schreien sogar. Die Katze frisst wenig oder gar nicht mehr und ist lethargisch. Es kann zu Erbrechen und Durchfall kommen. Die Katzen erbrechen teilweise beim urinieren.
Das Tier sollte so schnell, wie möglich, einem Tierarzt vorgestellt werden.

Therapie

Struvitkristalle lösen sich im sauren Millieu auf, das Ansäuern kann über das Futter erfolgen oder über Medikamente.
Eine Diät sollte arm an Phosphor und Magnesium sein. Die Diät sollte Stoffe enthalten, die den Harn ansäuern. Es sollte nur das Diätfutter gefüttert werden, was der Tierarzt verordnet. Trockenfutter sollte nicht gegeben werden, auch kein Diät-Trockenfutter.
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist sehr wichtig, nicht nur während der Diät, sondern generell. Ausserdem ist mehr Bewegung sinnvoll.
In schweren Fällen muss das Tier sofort in eine Klinik, wo es operiert werden kann und falls nötig Infusionen bekommen kann.
Die Neigung bleibt bestehen, damit FLUTD nicht wieder ausbricht, sollte die Ernährung langfristig auf Feuchtfutter umgestellt werden, zusätzlich sollte immer reichlich Wasser zur Verfügung stehen. Andere Risikofaktoren, wie Übergewicht und Bewegungsmangel sollten vermieden werden.
Zur Kontrolle kann man den pH-Wert des Urins selbst messen (Teststreifen gibt es in der Apotheke) und den Urin zur Verlaufskontrolle vom Tierarzt auf Struvitkristalle untersuchen lassen.
Zum Stressabbau kann man Pheromone einsetzen. Beschäftigung, Anregung durch Spiel und/oder  Clickern fordern das psychische Wohlbefinden. Durch Stress wird das Immunsystem negativ beeinflusst, deshalb ist Stressabbau ein wichtiger Eckpunkt bei der Therapie von FIC (siehe Ursachen).

Charlys Krankengeschichte

Charly ist wegen seiner Vorgeschichte verhaltensauffällig. Das „Weinen der Katze“ ist Unsauberkeit, ein häufiges Problem. Bei der Vorbesitzerin hatte er dieses Problem schon, es ging ihm ansonsten gut, er hatte keine Symptome, die auf organische Ursachen schliessen liessen. Bei der tierärztlichen Vorsorgeuntersuchung 2007 wurde nichts auffälliges festgestellt. Seine Unsauberkeit wurde häufiger und eine Urinprobe sollte Klarheit bringen.
Im Sommer 2008 wurden dann Struvitkristalle diagnostiziert. Er hatte zum Glück die nicht obstruktive FLUTD-Variante, so dass er keine harnansäuernden Medikamente bekam. Diätfutter war auch nicht notwendig.
Bei Charly kamen damals mehrere Risikofaktoren zum Tragen. Er ist ein kastrierter Kater, der damals noch überwiegend Trockenfutter frass, zu wenig trank und sich als Wohnungskatze wenig bewegte. Er war zwar nicht übergewichtig, hatte aber zugenommen. Er ist ein „Sensibelchen“ und schnell gestresst.
Erfolgreich abgenommen hatte er inzwischen durch kleinere Futterrationen und mehr Bewegung. Stressabbau erfolgt durch Beschäftigung (Spiel, Clickertraining u.sw.).
Der Tierarzt gab Charly im Abstand von 2-3 Tagen diverse Spritzen, die gefässerweiternd (krampflösend) und harntreibend wirkten. Vorhandene Kristalle oder Steine sollten damit ausgespült werden. Ausserdem wurde seine Ernährung umgestellt. Trockenfutter gab es zuerst in Wasser eingeweicht, dann gar nicht mehr, dafür mehr Dosenfutter.
Das Wichtigste ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Um ihn zum Trinken zu animieren, wurde ein Trinkbrunnen angeschafft.
Seit Herbst 2008 wird Charly geBARFt, er bekommt neben Dosenfutter auch rohes Fleisch.
Einige Wochen nach der Spritzentherapie bekam Charly einen Rückfall. Dann war es überstanden. Der pH-Wert des Harns wurde ab und zu zur Kontrolle gemessen, er lag um 6,5-6,8.

Im April 2009, 5 Monate später, wieder eine Blasenentzündung (Cystitis). Die Urinprobe zeigte aber keine Struvitkristalle mehr. Ein Röntgenbild wurde angefertigt, um sicher zu gehen, dass keine Harnsteine vorhanden sind. Das war zum Glück nicht der Fall. Gegen die Entzündung wurde ein Antibiotikum verabreicht. Nach einigen Wochen war die Entzündung ausgeheilt. Der Tierarzt empfahl eine Anwendung von FELIWAY® mindestens 2 Monate lang. Wir hatten das zu einem früheren Zeitpunkt schon versucht, allerdings nur ca 6 Wochen lang und ohne Erfolg.
Es gab bis heute keinen Rückfall.

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Oktober 22 2012

Übergewicht bei Katzen

Montag, 16. Februar 2009

Das Thema Übergewicht wird leider von vielen Tierbesitzern nicht ernst genommen. Sie bagatellisieren es, finden es putzig oder nehmen es gar nicht zur Kenntnis.

Von Charlys Vorbesitzerin ist bekannt, dass er sehr dick war, als er zu ihr kam. Sie änderte den Speiseplan und sorgte für Bewegung, er wurde wieder schlank. Als sie Charly hier besuchen kam, fiel ihr auf, dass er wieder dicker geworden war, jedoch noch an der Grenze zum Übergewicht. Es war Zeit, seine Ernährung zu ändern, bevor er noch dicker wird, denn je grösser das  Übergewicht, desto schwerer wird das Abspecken.

Charly bekam damals noch überwiegend Trockenfutter und bewegte sich wenig. Die Trockenfuttermenge pro Tag wurde halbiert (genau abgewogen). Jeden Tag wurden Ballspiele gespielt (damit er rennt und springt), um die Bewegung zu fördern. Es gab keine Leckerchen zwischendurch und ausser zu den Fütterungszeiten war kein Futter erreichbar. Langsam nahm er wieder ab.

Normalerweise fressen Katzen nur so viel, wie sie brauchen. Dieses narürliche Verhalten geht jedoch verloren, wenn das Futter nicht artgerecht ist. Trockenfutter, Hundefutter oder Essensreste vom Menschen sind kein artgerechtes Futter. Informationen  zur artgerechten Ernährung der Katze gibt es in vielen Katzenratgebern, im Internet, in diversen Katzenmagazinen, beim Züchter, beim Tierarzt  …

Als der Tierarzt bei Charly Struvitkristalle diagnostizierte, wurde seine Ernärung umgestellt. Die Umstellung erfolgte Schritt  für Schritt. Trockenfutter wurde gestrichen, dafür gibt es Nassfutter, teilweise Fertigfutter aus der Dose, teilweise wird er geBARFt. Er darf so viel fressen, wie er möchte, hält sein Gewicht und ist gesund und munter.

Das Gewicht einer Katze ist abhängig von der Rasse, da es hier Grössenunterschiede gibt.
Zur Bestimmung des Körperfettgehalts bei Katzen gibt es den Feline Body Mass Index (FBMI). Dabei wird der Brustumfang und die Länge des Unterschenkels gemessen und das Verhältnis berechnet.

Wenn die Rippen nicht mehr tastbar sind und eine Taille nicht mehr sichtbar ist, dann ist die Katze zu dick. Man sollte seine Katze in gewissen Abständen wiegen, denn wenn man sie täglich sieht, bemerkt man eine Gewichtszunahme nicht sofort. Dabei geht es nicht Schönheitsideale, sondern um die Gesundheit des Tiers. Die häufigsten Folgen von Übergewicht sind Diabetes und Leberverfettung, es gibt viele weitere, insgesamt wird die Lebenserwartung des Tiers durch Übergewicht herabgesetzt.

Man sollte das Tier vom Tierarzt untersuchen lassen und sich beraten lassen, um einen individuellen  Ernährungsplan zu erstellen, da man auch andere Dinge einbeziehen muss, wie Erkrankungen, Alter etc.
Schokolade ist übrigens für Katzen giftig, genau gesagt der Wirkstoff Theobromin. Je höher der Kakaoanteil, desto schädlicher ist die Schokolade.

Buchtipp: Dicke Katze

weiterführende Links

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