Juni 29 2015

Angorakatzen

Die Türkisch Angora  und die Türkisch Van hatte ich zum Thema Waldkatzen bzw. Herkunft des Langhaar-Gens bei den Naturrassen schon erwähnt. Nun möchte ich auf diese Katzen etwas ausführlicher eingehen. Es geht dabei weniger um gezüchtete Rassekatzen, sondern, ähnlich wie bei den Waldkatzen, um Ursprung und Verbreitung diverser Naturrassen (Angorakatzen).

Naturrassen

Der Begriff Naturrasse wird verwendet, wenn es sich um Katzen handelt, die optisch auffällig sind, z.B. Langhaarkatzen, Katzen mit ungewöhnlichen Fellfarben oder einer aussergewöhnlichen Fellstruktur. Es handelt sich um Katzen, die nicht durch menschliche Zucht entstanden sind, sogenannte Hauskatzen (Felis silverstris catus). Ihr aussergewöhnliches Aussehen verdanken sie oft Genmutationen oder es kam zu Verpaarungen mit „Hauskatzen mit Migrationshintergrund„, das sind Hauskatzen anderer Regionen, die von Seeleuten, Händlern oder Reisenden eingeführt wurden. Aus diesen aussergewöhnlichen Hauskatzen gingen später gezüchtete Rassekatzen hervor.

Angorakatzen

Der Begriff Angora wird heute mit aussergewöhnlichem Fell und demzufolge leider auch mit Tierquälerei für die Luxusindustrie in Verbindung gebracht.

Was die Bezeichnung Angorakatze betrifft, so herrscht ein grosses Durcheinander. Es wurden nicht nur die Exemplare der Türkisch Angora so bezeichnet, sondern irrtümlich alle Langhaarkatzen, Perserkatzen oder allgemein exotische Katzen mit besonderem Fell. Heute sind Forschung und Technik fortgeschritten, aber diverse Legenden und Irrtümer gibt es bis heute. Damals handelte es sich um Hauskatzen (siehe oben: Naturrassen), die Rassekatzenzucht begann viel später.

Angora ist der alte Name der Stadt Ankara, Hauptstadt der Türkei und der gleichnamigen Provinz Ankara. Sie liegt im zentralanatolischen Hochland.

Rassekatzenzucht

Im 18. Jahrhundert stieg die gesellschaftliche Anerkennung der Angorakatzen. In Adelshäusern und im Bürgertum wurden aussergewöhnliche Katzen als Salonkatzen gehalten. Die Zucht und Selektion besonderer Rassen begann. Harrison Weir veranstaltete die erste öffentliche Katzenausstellung 1871 im Londoner Crystal Palace. 1887 wurde der National Cat Club (NCC) als erster Katzenzüchterverband gegründet. Zu jeder Katzenrasse gibt es mindestens eine Legende, was ihren Ursprung betrifft. Inzwischen hat der Mensch, durch gezielte Zucht, Kreaturen geschaffen, die wegen ihres extremen Erscheinungsbildes und/oder durch genetisch bedingte Krankheiten ihr Leben lang leiden müssen. Viele wären unter natürlichen Bedingungen kaum lebensfähig.

 Türkisch Angora

Türkisch Angora
Türkisch Angora

Die Türkisch Angora zählt heute zu den Halblanghaar-Rassen und hat einen natürlichen Ursprung. Sie stammt, wie alle Hauskatzen, von der Afrikanischen Falbkatze (Felis silvestris lybica) ab. Ihr Fell entstand durch das mutierte Langhaargen. Ihre geographische Herkunft sind die Hochebenen Anatoliens.  Angepasst an die Witterungsbedingungen dieser Bergregion hat die Türkisch Angora ein üppiges Winterfell mit Halskrause und dichten Hosen. Ihr Sommerfell ist der heißen Jahreszeit angepasst, nur der buschige Schwanz zeigt dann, dass sie eine Halblanghaarkatze ist. So optimal ausgerüstet, überdauerte die Türkisch Angora mehrere Jahrhunderte in ihrer natürlichen Umgebung.

Seit dem 15. Jahrhundert war sie in Kleinasien bekannt. Das Osmanische Reich war ein Transitland, zahlreiche Handelsrouten von Europa nach China oder Indien verliefen durch dieses Gebiet, zu Land über Karawanenwege, zur See wurden die meisten Güter im- und exportiert. Seide und Gewürze waren die wichtigsten Fernhandelsgüter. Seide aus Persien war nicht nur bei den reichen Osmanen, sondern auch bei den wohlhabenden Europäern sehr begehrt. Sultane des Osmanischen Reiches sandten einige Exemplare der Türkisch Angora im 16. Jahrhundert als Geschenk an die Höfe von Frankreich und England. Pietro della Valle brachte im 17. Jhd. von seiner Reise in den Orient Exemplare nach Italien. Nicolas-Claude Fabri de Peiresc brachte Katzen aus der Türkei nach Frankreich. Auch mit italienischen Seefahrern gelangte sie nach Westeuropa, Genua dominierte lange Zeit den Handel in der Ägäis. Die weiße Langhaarkatze mit den geheimnisvollen Augen wurde als Geschenk an andere Fürsten weitergegeben. Im 18. Jahrhundert war sie Statussymbol an den europäischen Höfen. Doch dann tauchte die Perserkatze auf und die Türkisch Angora geriet in Vergessenheit. Der Bestand der Türkisch Angora war selbst in ihrem Ursprungsland gefährdet. Sie wäre fast ausgestorben, wäre sie nicht durch türkische Erhaltungszucht gerettet worden. Nur wenige Exemplare  wurden im Zoo von Ankara gehalten, um den Fortbestand dieser Rasse zu gewährleisten. 1917 begann man dort mit gezielten Zuchtprogrammen. Dabei konzentrierte man sich auf die weissen Katzen mit blauen, goldenen oder zweifarbigen Augen. Die Naturrasse verfügt über ein breites Spektrum von Farben und Mustern. Die Türkei ernannte sie sogar zur Nationalkatze. Dort gelten allein die weißen Katzen als edel. Einige Exemplare, die aus den Zuchtprogrammen türkischer Zoos stammten, wurden in den 1950er und 1960er Jahren in die USA exportiert. In den 1970er Jahren kamen dann auch Katzen aus den türkischen Zoos nach Deutschland. Erst dann begann die Zucht der Rasse TUA. Die Türkisch Angora ist genetisch mit der Vankatze (Türkisch Van) verwandt.

Türkisch Van

Tütkisch Van
Türkisch Van

Die Türkisch Van, auch Schwimmkatze, Türkische Katze oder Vankatze genannt, ist ebenfalls eine Hauskatze natürlichen Ursprungs. Sie ist mit der Türkisch Angora genetisch verwandt. Heute ist sie in ihrer Heimat sehr selten geworden. In der Türkei lebten 1992 nur noch 92 weiße Vankatzen. An der Yüzüncu-Yil-Universität in Van gibt es ein Forschungszentrum, das sich mit dieser Naturrasse befasst. Dort will man sie vor dem Aussterben bewahren und die genetischen Ursachen für die verschiedenfarbigen Augen ergründen. Eine Ausfuhr aus der Türkei steht unter Strafe kann mit bis zu 35.000 Euro geahndet werden.

Legenden

Im Gebirge Ararat soll nach der Sintflut die Arche Noah gestrandet sein. (Gen 8,4 EU).

  • Die Kurdische Katze: Als Noah mit seiner Arche am Berg Ararat strandete, liess er das Taubenpärchen fliegen um zu sehen, ob es schon trockene Stellengab. Dabei ist auch das Katzenpaar aus der Arche entwischt. In der Nähe des Garten Edens, so besagt die Legende, hätten sich die Katzen, die von der Arche Noah kamen, heimisch gefühlt und sich in der Umgebung von Van ausgebreitet.
  • Die Armenische Ringelschwanz Katze: Diese Legende besagt, die Katzen hätten, als Adam und Eva aus dem Paradies verjagt wurden, mit ihnen zusammen das Paradies verlassen und würden seit dieser Zeit am Vansee leben.
Katzen-Standbild auf dem Van-Katzen-Platz
Katzen-Standbild auf dem Van-Katzen-Platz

Sie stammt tatsächlich aus der Umgebung des Vansees, in Ostanatolien. Wahrscheinlich sind Hauskatzen über die  Seidenstraße, in die rauhe und abgeschiedene Region um den Vansee eingewandert. Die Stadt Van, am Ostufer des Vansee, nahe der iranisch-türkischen Grenze, ist die Hauptstadt der gleichnamigen türkischen Provinz. Unter dem Namen Tuschpa war Van seit dem 9. Jhd v. Chr. die Hauptstadt von Urartu.

Ihre Nahrung fanden die Katzen u.a. auch in den Süßwasserzuflüssen des Sees. Sie sind nicht wasserscheu und sogar gute Schwimmer, daher die Bezeichnung  Schwimmkatzen.

Aufgrund der klimatischen Bedingungen haben sie im Winter ein dichtes wärmendes Fell und im Sommer ein leichtes dünnes. Ihr Fell ist  halblang, seidig, ohne Unterwolle. Der Schwanz ist rund, sehr buschig,  sie besitzt eine deutliche Halskrause und ungewöhnlich langes Fell am Bauch. Charakteristisch ist die kastanienbraune Fellzeichnung. Diese Bicolorzeichnung (weisser Körper mit zwei getrennten kastanienroten Flächen im oberen Kopfbereich, nahe der Ohren, kastanienrot  gemusterter Schwanz) wird  Vanzeichnung genannt. Es gibt auch Vankatzen ohne Zeichnung, komplett weiß bis cremefarben.

Die aus einer unwirtlichen Gegend stammende Naturrasse ist sehr robust, temperamentvoll, aktiv und sehr intelligent. Sie lieben ihre Besitzer mit unwahrscheinlicher Hingabe.

1955 besuchten die beiden Britinnen Laura Lushington und Sonia Halliday die Türkei und namen mehrere Katzen mit nach Hause. Die Kätzchen mussten eine lange Autofahrt und Quarantänezeit über sich ergehen lassen, dann begann die Rassekatzenzucht in Grossbritannien, damals noch unter dem Namen Turkish Cats. 1982 wurden die ersten Rassekatzen in die USA gebracht

Perserkatze

blaue Perserkatze
blaue Perserkatze

Da es um Angorakatzen geht, möchte ich die Perserkatze in diesem Zusammenhang auch erwähnen, da sie teilweise auch als Angorakatze bezeichnet wird. Früher wurde angenommen, ihr Ursprung wäre ebenso in Kleinasien und sie wäre möglicherweise mit der Türkisch Angora verwandt. Der französische Naturforscher Comte de Buffon hielt im 18. Jahrhundert nicht nur Angora- und Perserkatzen für identisch, sondern auch Kartäuserkatzen zählte er zur selben Art. Paradis de Moncrif  scheint der erste gewesen zu sein, der die von Pietro della Valle mitgebrachten Exemplare Perserkatzen nannte. Charles Darwin schrieb von einer „Angora- oder Perserkatze“ von der der  deutsche Naturforscher Peter Simon Pallas annahm, sie würde vom Manul (Otocolobus manul), einer Kleinkatze Mittelasiens, abstammen. Der Manul wird auch Pallaskatze genannt. Diese Theorie wurde sehr lange vertreten, konnte jedoch durch Genstududien widerlegt werden. Ursprünglich wurde der Manul der Gattung Felis zugeordnet. Er ist aber näher mit den Altkatzen (Prionailurus) verwandt als mit den Altwelt-Wildkatzen (Felis) (siehe Evolution – Der Stammbaum der Katzenfamilie), deshalb wurde er als einzelne Art in die Gattung Otocolobus gestellt. Im Jahr 2014 wurde auf dem 10. Weltkongress für angewandte Genetik in der Nutztierproduktion (WCGALP) in Vancouver eine  wissenschaftliche Studie der University of Missouri vorgestellt. Dort heisst es, es gibt keine Verwandtschaft mit einer asiatischen Linie, sondern genetische Übereinstimmung mit der russischen langhaarigen Hauskatze (siehe Sibirische Katze). Die Zucht begann erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England. Der Begriff Perser etablierte sich mit der Gründung erster Zuchtvereine.

Charly
Charly

Ihre Fellstruktur ist einzigartig, deswegen wird sie zur „Aufhübschung“ des Fells bei vielen Katzenrassen eingekreuzt. Mein Sternenkater Charly war ein Kartäuserkater, er hatte diese typische Perserkatzen-Fellstruktur, das war deutlich sicht- und fühlbar.

Kartäuserkatze

Wie oben bereits erwähnt, wurden die Kartäuserkatzen früher irrtümlich auch für Angorakatzen gehalten.

Quelle: Kartäuserkatze (Wikipedia)

Als Kartäuserkatze oder damals auch Karthäuser-Katze wurden etwa seit dem 18. Jahrhundert grau-blaue Langhaarkatzen bezeichnet, die wie die Malteserkatze den historischen langhaarigen Angorakatzen, nach BREHM Felis maniculata angorensis zugeordnet wurden, da sie eine Besonderheit unter den gewöhnlichen Katzen darstellten. Johann Matthäus Bechstein bezeichnet diese blaue langhaarige Katze als Felis catus, var. domesticus coeruleus und nimmt 1832 an, dass sie aus der Türkei stamme.

weiterführende Links

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Januar 16 2015

Abessinierkatzen

Abessinierkatze
Abessinierkater wildfarben (Gr. Int. Ch. Valentino Des Entrechats of Segenas)

Die Rasse

Abessinierkatzen werden aufgrund ihres Aussehens oft als Miniatur-Puma bezeichnet oder mit Wildkatzen verglichen. Es handelt sich um eine Kurzhaar-Rasse. Sie wird auch Abessinier oder Aby genannt und ist eine der ältesten gezüchteten Katzenrassen der Welt. 1871, bei der ersten Katzenausstellung im Crystal Palace in London, erhielt die Abessinierkatze Zula den dritten Preis. Der Begründer der Katzenzucht, der englische Künstler Harrison Weir, verfasste 1889 den Rassestandard. Typisches Rassemerkmal ist eine zwei-, manchmal auch dreifache Bänderung der Haare, das sogenannte Ticking. Diese Fellzeichnung wird als Agouti-Effekt bezeichnet. Sie ist vergleichbar mit der Fellzeichnung von Wildhasen und -kaninchen deshalb wurde die Abessinierkatze anfangs „bunny cat“ genannt. Es kam zu Kreuzungen mit britischen Kurzhaarkatzen, teils Hauskatzen, teils Rassekatzen, um der Inzucht entgegenzuwirken. Bei Katzen bedeutet Agouti neben wildfarben auch tabby, die klassische Fellzeichnung der Hauskatzen (umgangssprachlich: getigert). Nonagouty bedeutet, dass die erwachsene Katze einfarbig ist. Bei Jungtieren scheint das Tabbymuster noch als Geisterzeichnung durch. Die Langhaarvariante der Abessinierkatze heisst Somalikatze, genannt Somali. Diese wird erst seit 1967 gezüchtet. Die Abessinierkatze ist sehr temperamentvoll, intelligent, selbstbewusst, neugierig und eigenwillig, aber auch sehr anhänglich.

 Die Herkunft

Zula
Zula

Der Legende nach stammte Zula, die Katze von Frau Captain Barret-Lennard, aus Abessinien, dem heutigen Äthiopien. Katzen dieses Typs kamen 1868 aus Afrika nach England, als die britischen Truppen Abessinien verliessen und so erklärt sich der Name der Katzenrasse. Eine andere Legende stellt die Behauptung auf, dass Abessinierkatzen die Nachfahren der im pharaonischen Ägypten lebenden und dort als göttlich verehrten Katzen seien. Die Vorfahren der heutigen Abessinierkatze stammen, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, aus Südostasien. Das nur bei dieser Katzenrasse auftretende Abessinier-Tabby-Mutation-Gen (TA) findet sich bei Katzen an der Küste des Indischen Ozeans zwischen Singapur und Sri Lanka, während es in Ägypten und Ostafrika nicht nachweisbar ist. Der Abessinierkatze ähnelnde Wildkatzenarten sind die Falbkatze (Felis silvestris lybica) und die Rohrkatze (Felis chaus). Ein ausgestopftes Tier mit Merkmalen des Abessinier-Tabby-Mutation-Gens (rötliches geticktes Fell) aus den 1830er Jahren existiert nach wie vor als Ausstellungsstück im Zoologischen Museum der niederländischen Stadt Leiden. Diese wurde als indische Hauskatze identifiziert. Möglicherweise kam das Ticking-Gen mit dem Handel aus Indien nach Europa. Die Truppen der British India Army der Äthiopienexpedition von 1868 stach von Bombay mit mehr als 280 Dampf- und Segelschiffen in See (13.000 britische und indische Soldaten, 26.000 Zivilpersonen und mehr als 40.000 Tiere, darunter Elefanten und sicher auch Schiffskatzen), so könnte die Abessinier-Tabby-Mutation von Indien nach Abessinien gelangt sein. Die Vorhut, bestehend aus Ingenieuren, landete  bei Zula am Roten Meer und begann mit dem Bau eines Hafens. Die Briten nahmen den Rückweg wieder über Zula und fuhren zurück nach England durch den Suez-Kanal. Die Katze Zula wurde sicher nach dieser Stadt benannt. Eine Abessinierkatze namens Cinnamon wurde zur Entschlüsselung des Katzen-Genoms ausgewählt, die 2007 abgeschlossen wurde. Cinnamon ist das englische Wort für Zimt und Namensgeber für eine Fellfarbe, hier ist aber der Name der Katze, deren Genom sequenziert wurde, gemeint.

 

Bild der Wissenschaft: Genforschung  Durchleuchtete Katzen

Das Katzengenom ist vor allem deswegen interessant, weil bei Katzen viele Krankheiten auftreten, die es auch beim Menschen gibt. Allein 250 natürlich auftretende Erbkrankheiten sind bekannt. So kommt in Cinnamons mehrere Generationen umspannendem Stammbaum beispielsweise eine Mutation vor, die die Augenkrankheit Retinitis pigmentosa auslöst, konnten die Forscher nachweisen. Diese Krankheit führt zu einer Degeneration der Netzhaut und schließlich zu Blindheit. In Deutschland sind davon schätzungsweise 30.000 bis 40.000 Menschen betroffen.

Erbkrankheiten

Zusätzlich zu allgemeinen Krankheiten bei Hauskatzen und bekannten „Inzestfolgen“ gibt es bei den Abessinierkatzen (und den genetisch fast identischen Somalis) spezielle Krankheiten.

Mehr Infos dazu siehe:

Abessinien

Äthiopien ist der älteste durchgehend unabhängige und heute noch bestehende Staat Afrikas und einer der ältesten der Welt. Nach äthiopischer Überlieferung gründete Menelik I., angeblich Sohn von König Salomon und der Königin von Saba, das Äthiopische Reich. Das Kaiserreich Abessinien, vereinfacht Abessinien oder auch Kaiserreich Äthiopien, war ein Staat in Ostafrika am Roten Meer, der im Südosten an das heutige Dschibuti und Somalia (Horn von Afrika), im Süden an Kenia und im Nordwesten an den Sudan grenzte. Es wird vermutet, dass das bei den Alten Ägyptern bekannte Goldland Punt am Horn von Afrika lag.

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Dezember 20 2014

Waldkatzen

Waldkatzen gehören zu den sogenannten Naturrassen. Das bedeutet, sie sind nicht das Ergebnis von Katzenzüchtern, sie stammen aus Verpaarungen von Hauskatzen, genauer gesagt aus Paarungen von heimischen Hauskatzen (Felis silvestris catus) mit Hauskatzen mit Migrationshintergrund (Felis silvestris catus aus Kleinasien, Träger des rezessiven Langhaar-Gens).

Wildkatze und/oder Waldkatze

Europäische Wildkatze
Europäische Wildkatze

Die Wildkatze (Felis silvestris) ist eine Art aus der Familie der Katzen, die in verschiedenen Unterarten eingeteilt wird. Eine dieser Unterarten ist die Afrikanische Wildkatze oder Falbkatze (Felis silvestris lybica), die Urmutter unserer Hauskatze. Sie hat einen spitz zulaufenden Schwanz und ein unscheinbares Streifenmuster. Eine andere Unterart ist die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris). Sie hat einen buschigen Schwanz,  am Schwanzende häufig drei schwarze Streifen. Das Fell ist dicht, das Streifenmuster recht auffällig, aber auch oft verwaschen. Sie wird auch als Waldkatze bezeichnet. Wegen der Ähnlichkeit und der nahen genetischen Verwandtschaft war der Ursprung der Hauskatze (Felis silvestris catus) lange nicht gänzlich geklärt. Eine verwilderte Hauskatze mit der typisch streifig gemusterten grauen Fellzeichnung ist leicht mit einer Wildkatze zu verwechseln. Zudem paaren sich auch Haus- und Wildkatzen, das Ergebnis dieser Paarungen nennt man Hybridkatzen. Die Generationen F1-F4 gelten rechtlich als Wildkatzen. In nördlichen Gefilden ist ein dichtes Fell praktisch und Wildkatzen haben ein solches, jedoch gibt es keine langhaarigen Wildkatzen. Daher stellt sich die Frage: „Woher kommt das  lange Fell der Waldkatzen?“

Langhaarkatzen

Die Zucht dieser Rassen begann erst später, bekannt und beliebt waren die Langhaarkatzen schon viel früher. Der Ursprung der Langhaarmutation  liegt vermutlich im Nahen Osten (Türkische Angora, Türkisch Van). Die ursprünglich aus der Türkei stammende Angorakatze ist laut Gen-Untersuchungen die älteste Langhaarrasse, sie hat einen natürlichen Ursprung, denn sie ist durch das mutierte Langhaar-Gen entstanden und somit auch die Urmutter aller Langhaarrassen. Langhaarkatzen galten als Prestigeobjekte und so wurden sie im 16. Jahrhundert von Sultanen des Osmanischen Reiches als Geschenk an die Höfe in England und Frankreich geschickt. Im 18. Jahrhundert waren sie Statussymbol an europäischen Höfen, wie zahlreiche Gemälde dieser Zeit dokumentieren. Die Verbreitung der Hauskatze erfolgte hauptsächlich über die Handelswege und als Schiffskatzen.

Die Wikinger

Reisewege und Siedlungsgebiete der Wikinger
Reisewege und Siedlungsgebiete der Wikinger

Als Wikinger werden kriegerische, zur See fahrende Personengruppen bezeichnet, die aus nordischen und baltischen Völkern des Nord- und Ostseeraumes stammen und während der Wikingerzeit, im Frühmittelalter, lebten. Die Altnordische Literatur umfasst die Altdänische, Altschwedische, Altnorwegische und Altisländische Literatur. Das Wort Wikinger leitet sich vermutlich von dem altnordischen Wort víkingr ab. Das Wort ist allerdings älter als die eigentliche Wikingerzeit und bereits im angelsächsischen Wídsíð belegt aber erst im Jahr 879 wurde das Wort Wikinger in der Angelsächsischen Chronik  verwendet. Die Wikinger waren geschickte Segler und Schiffsbauer, aber ihnen fehlte ein wichtiges Navigationswerkzeug – der Magnetkompass.  Aus archäologischen Funden ist bekannt, dass sie einen einfachen Sonnenkompass und ein sogenanntes Horizont-Brett nutzten, um anhand des Sonnenstands und der Position der Sonnenauf- und Untergänge am Horizont ihre geografische Breite und Fahrtrichtung grob zu bestimmen. Mit einem sogenannten Sonnenstein, einem Kristall, konnten sie die Sonne orten, auch wenn sie hinter Wolken oder im Nebel verborgen war. Nach Ansicht von Balázs Bernáth von der Eötvös Universität in Budapest und seinen Kollegen besaßen die Wikinger aber noch eine weitere Navigationshilfe, ein sogenanntes Dämmerungsbrett. Ein unter den Ruinen einer Benediktinerabtei im grönländischen Uunartoq entdecktes Artefakt aus der Wikingerzeit brachte sie auf dessen Spur.  So konnten die Wikinger, bereits 500 Jahre vor Kolumbus, Amerika entdecken. Im Jahr 986 erreichte der Norweger Bjarni Herjolfson, er hatte sich während der Fahrt von Island nach Grönland im Nebel verirrt und war vom Kurs abgekommen, als erster die Küste Niordamerikas.  Er ging jedoch nicht an Land, deshalb gilt Leif Eriksson als Entdecker. Leif Eriksson war Isländer, Sohn Eriks des Roten (Thorvaldsson), dieser ist bekannt als der Gründer der ersten skandinavischen Siedlung in Grönland. Leif Eriksson trug den Beinamen der Glückliche. Er unternahm eine Fahrt zu den, von Bjarni Herjolfson beschriebenen Gebieten, und überwintert dort. Er wurde somit der Entdecker von Nordamerika, da er als erster Europäer um das Jahr 1000 über den Seeweg kam und an Land ging. Er nannte den entdeckten Teil Nordamerikas Vinland. Die Entdeckung Amerikas durch Leif Eriksson wird in den beiden Vinland-Sagas unterschiedlich geschildert. Das erste schriftliche Zeugnis findet sich in den Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum des Adam von Bremen aus dem Jahre 1076. Es ist inzwischen archäologisch gesichert. Davon zeugen die 1978 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärten Reste einer skandinavischen Siedlung auf Neufundland bei L’Anse aux Meadows. Aus Schweden kamen Wikinger (Waräger) auch ins Baltikum nach Samland und ins Memelland. Im Ort Ruß (Rusnė) im Memeldelta fanden die Wikinger einen sicheren Hafen, von dem aus sie über die Flusswege weiter nach Osten vordrangen. Von der Bezeichnung dieses Ortes könnten die Bezeichnungen der dort eindringenden Wikinger und später der Russen ihren Namen erhalten haben. Was haben die Wikinger mit den Waldkatzen zu tun? Die Wikinger hatten als Seefahrer und Händler/Räuber ganz Europa durchstreift und besassen Verbindungen zum Osmanischen Reich. Aus dem Orient stammende (Haus)Katzen brachten nicht nur das Langhaargen (siehe Langhaarkatzen), auch die östlichen Farbschläge (chocolate, lilac, cinnamon, fawn, caramel). Es wird vermutet, dass mit der Expedition von Leif Eriksson  Norwegische Waldkatzen nach Nordamerika reisten und dort eine Ursprungspopulation bildeten, die sich später mit den Hauskatzen der Siedler vermischten.

Norwegische Waldkatze

Norwegische Waldkatze beim Baumabstieg
Norwegische Waldkatze beim Baumabstieg

Die Norwegische Waldkatze, kurz als Norweger bezeichnet (norwegisch Norsk Skogkatt) ist eine sehr ursprüngliche, über lange Zeiträume ohne gezielte züchterische Einflussnahme entstandene regionale Hauskatze Norwegens. Der Ursprung ist unbekannt. Möglicherweise haben Seefahrer einst Langhaarkatzen als Schiffskatzen aus dem Süden mitgebracht, die sich mit einheimischen Hauskatzen kreuzten und über Jahrhunderte zum heutigen Typ führten. Sie sind groß, kräftig und muskulös gebaut, sehr robust und besitzten ein doppellagiges Fell aus dichter Unterwolle und aus stark wasserabweisendem Deckhaar, das durch eine dünne Schicht aus noch längeren Grannenhaaren, die fein über dem Fell liegt, unterstützt wird (dies wirkt wie eine dritte Haarschicht). Dieses Fell ist im kalten Norden von Vorteil, ebenso ihr muskulöser stattlicher Körperbau. Zwischen den Ballen der Pfoten befinden sich, wie bei allen Langhaarkatzen, Haarbüschel, sogenannte Schneeschuhe. Die Norwegische Waldkatze kann außerordentlich gut klettern und aufgrund ihrer Größe und Geschmeidigkeit sehr hoch und auch tief hinab springen. Baumabstiege erfolgen sehr schnell, zuerst mit weit gespreizten Beinen und Pfoten spiralförmig seitlich kletternd, dann aus beträchtlicher Höhe herabspringend und meist ohne rückwärts klettern zu müssen. Die gezielte Zucht der Norwegischen Waldkatze begann in den 1930er Jahren, 1938 war die Norwegische Waldkatze erstmals auf einer Ausstellung in Oslo zu sehen.

Sibirische Katze und Neva Masquarade

Die Bezeichnung Sibirische Katze (Sibirskaja Koschka) in Russland  ist keine Rasse- oder Herkunftsbezeichnung, sondern ein volkstümlicher Ausdruck für kräftige Katzen mit üppigem, langhaarigen Fell. Sie kamen als Hauskatzen der Siedler. Nicht geklärt ist, seit wann das Langhaargen in der russischen Hauskatzenpopulation verbreitet ist, ob es sich über Handelswege wie die Seidenstraße ausgehend von der Türkischen Angorakatze verbreitet hat. In Westeuropa jedoch waren langhaarige Katzen bis in das 19. Jahrhundert hinein eine Seltenheit, so dass Forschern und Reisenden die langhaarigen Katzen in Russland schon früh auffielen und in deren Schriften Erwähnung fanden. Als Harrison Weir 1871 die erste Katzenausstellung überhaupt im Londoner Kristallpalast organisierte, waren unter den ausgestellten Langhaarkatzen auch Exemplare russischen Ursprungs. Die ersten langhaarigen Katzen aus Russland tauchten in Mitteleuropa erst wieder 1984 auf, und zwar in der DDR. Bauarbeiter der Druschba-Trasse hatten sie mitgebracht. Mit einigen dieser Trassenkatzen begann dann in der DDR ab 1985 eine Experimentalzucht. In Russland selbst begann die planmäßige Registrierung /Zucht der Sibirskaja Koschka 1987 in St. Petersburg. Von Anfang an war auch die Point-Variante im Standard inbegriffen.  Newskaja Maskaradnaja wird sie in Russland bezeichnet. wird (nach dem Fluss Newa). Unter dem Namen Neva Masquarade wird sie je nach Verband heute teils als eigenständige Rasse, teils als Farbvarietät der Sibirischen Katze gezüchtet. Die Sibirische Katze ist eine kräftig gebaut. Sie verfügt über ein doppellagiges Fell aus wasserabweisendem, griffigem Deckhaar und dichtem, feinen Unterfell. Aus den Ohrmuscheln ragen feine, lange Haarbüschel, auch sie hat die sogenannten Schneeschuhe.

Maine Coon

Die Maine-Coon (engl. coon von raccoon Waschbär), auch Amerikanische Waldkatze genannt, gehört auch zu den ursprünglichen  Naturrassen. Sie ist eine amerikanische Hauskatze, die vermutlich mit den Siedlern nach Neuengland kam, einem Gebiet im Nordosten der USA, das neben Virginia der Ursprung der englischen Besiedlung Nordamerikas war. Der hohe Anteil der Katzen  mit Polydaktylie (Vielfingrigkeit – eine vererbbare, angeborene, anatomische Besonderheit) unter den Schiffskatzen zeigt sich besonders in Neuengland. Dieses Phänomen nennt man Gründereffekt (engl. Founder Effect). Wenn eine große Population aus einer kleinen Gründerpopulation hervorgeht, treten deren Merkmale offenbar vermehrt auf und setzen sich bei den Nachkommen häufiger durch. Betrachtet man das regionale Auftreten von besonderen Merkmalen, wie z.B. ein längeres Fell, Mehrzehigkeit oder bestimmte Fellfarben, näher, kann man zurückverfolgen, wie und wann sich eine bestimmte Population ausgebreitet hat. Bei der Zucht von Rassekatzen kann der Gründereffekt eine Ursache für das Vorkommen rassespezifischer Erbkrankheiten sein. Die Maine Coon stammt zweifellos von Schiffskatzen ab. Die Kolonialisierung Neuenglands begann im 17. Jahrhundert. Sogenannte Pilgerväter segelten 1620 auf der Mayflower über den Atlantik und gründeten die Kolonie Plymouth (Plymouth Colony) im heutigen Massachusetts. Nach 1629 wanderten im Zuge der Great Migration zehntausende Puritaner von England in die Massachusetts Bay Colony aus und gründeten Siedlungen wie Boston, Salem und Roxbury. Praktisch jedes Schiff hatte zur Rattenbekämpfung Schiffskatzen an Bord, bessergestellte Einwanderer brachten ihre Haustiere mit. Maine-Coon-Katzen sind sehr gross, haben ein langes, dichtes und wasserabweisendes Fell und zwischen den Zehen ragen Fellbüschel, die Schneeschuhe, heraus. Das sind die auffälligen Gemeinsamkeiten der Waldkatzen. Erste Hinweise auf langhaarige Katzen im Maine-Coon-Typ sind erst für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts belegt. Die ersten Züchter etablierten sich erst in den 1960er/70er Jahren.

 weiterführende Links

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Oktober 17 2012

Blaue Katzen

Mittwoch, 27. Mai 2009

Bei Rassekatzen entspricht die Bezeichnung blaue Katzen der  Fellfarbe grau. Sie entsteht bei der Zucht als Variation der Farbe schwarz. Alle Fellfarben basieren auf den Grundfarben rot, weiss und schwarz.

Charly:

Meine Herkunft ist unbekannt, ich wurde als Kartäuser bezeichnet , ob ich ein Chartreux oder ein Britisch Kurzhaar blue oder ein Mischling bin, ist unbekannt. Eigentlich nicht so wichtig, aber es ist interessant, sich mit der Bezeichnung Kartäuser näher zu befassen. Das Beispielbild (Greycat) bei Wikipedia, für die genetische Verdünnung von schwarz zu blau bei der Katzenzucht, sieht aus, wie ich.

Bei den unter dem Begriff Kartäuser bekannten blauen Katzen  handelt es sich um zwei unterschiedliche Katzenrassen, Chartreux (CHA) und Britisch Kurzhaar (BKH). Der Katzenzuchtverband FIFe führte die beiden Rassen 1970 zusammen, die blauen Katzen dieser gemeinsamen Rasse wurden in Deutschland als Kartäuser geführt.  Diese Einteilung wurde 1977 wieder zurückgenommen, seitdem dürfen blaue Britisch Kurzhaar eigentlich nicht mehr als Kartäuser bezeichnet werden.  Seit 1991 ist es den Mitgliedern im  1. DEKZV (grösster deutscher Katzenverband) nicht mehr erlaubt, ihre blauen BKH als Kartäuser anzubieten.

CHARTREUX (CHA)

Ob sie durch die Kreuzzüge oder auf Handelswegen nach Frankreich kam, steht nicht fest. Tatsache ist, die Chartreux gehört zu den alten Katzenrassen. Ihren Namen hat sie entweder von einem Kartäuserkloster in Paris, in dessen Nähe viele Vertreter dieser Rasse lebten (die Mönche kümmerten sich nicht um die Katzenzucht). Oder von der blaugrauen Wolle, aus der seit dem Mittelalter Mönchskutten gewebt wurden.

BRITISCH KURZHAAR (BKH)

Erst Anfang des 19. Jahrhunderts begann man, die British Kurzhaar gezielt auf Farbe und Typ hin zu züchten. Im Jahr 1871 wurden in England die ersten Katzen der Rasse British Shorthair im Crystal Palace ausgestellt.

Vergleich CHA und BKH

Chartreux oder Britisch Blue? Die blaue Britisch Kurzhaar wird im Volksmund – aber zu Unrecht und irreführend – immer noch Kartäuser genannt.  Doch man kann heute die blaue Britisch Kurzhaar nicht mehr mit der echten Kartäuserkatze, der Chartreux, verwechseln, da sie sich, bedingt durch gezielte Zucht, vor allem optisch von der echten Kartäuser unterscheidet. Andere beliebte blaue Katzenrassen, sind die Russisch Blau und die Korat.

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