August 1 2016

Luchse im Pfälzerwald

Eurasischer Luchs

Wiederansiedlung der Pinselohren

Das von der EU geförderte LIFE–Projekt der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz läuft über sechs Jahre. Luchse sollen in den Slowakischen Karpaten und der Schweiz eingefangen und im Pfälzerwald ausgewildert werden. Die Auswilderung wird wissesschaftlich begleitet. Mit GPS Bewegungsprofilen und  Fotofallen werden die Luchse beobachtet und ihr Einfluss auf die Beutetiere untersucht. Nach der Ausrottung durch den Menschen seien die Tiere nun eine Bereicherung für die Natur, sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken. Die ersten 3 Luchswaisen, stammen aus der Slowakei. Sie heissen Kaja, Luna und Lucky.

WWF Luchse im Pfälzerwald

Um sicher zu stellen, dass eine möglichst breite Einbindung der Bevölkerung, aller regional tätigen Akteure und aller Betroffenen erfolgt, wurde ein grenzüberschreitendes Luchs-Parlament gebildet und von Anfang an dafür gesorgt, dass zahlreiche Interessensverbände das Projekt unterstützen. Öffentliche Vorträge, Feste, Veranstaltungen für Kinder, Nutztierhalter und Jäger sorgen dafür, dass die Menschen im Pfälzer Wald gut über den Luchs informiert sind.

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Juni 23 2016

Tierschutz in Europa

Europäische UnionHeute wird über den Brexit abgestimmt, aus diesem Anlass möchte ich mich heute mit der Rechtslage, zum Thema Tierschutz, in der Europäischen Union, beschäftigen.

Europa – EU Recht

Das EU-Recht gliedert sich in Primärrecht und Sekundärrecht. Die Verträge, d. h. die primären Rechtsvorschriften, sind die Grundlage für das Tätigwerden der EU ganz allgemein.

Die sekundären Rechtsvorschriften, also Verordnungen, Richtlinien, Entscheidungen und Beschlüsse, leiten sich von den in den Verträgen festgelegten Grundsätzen und Zielen ab.

Der Entscheidungsprozess

Das übliche Verfahren ist ein ordentliches Gesetzgebungsverfahren, dabei haben das Europäische Parlament und der Europäische Rat das gleiche Gewicht. Derzeit sind 96 Abgeordnete aus Deutschland im Europäischen Parlament. Für die Ausarbeitung und Durchsetzung der EU-Rechtsvorschriften ist die Europäische Kommission, die politisch unabhängige Exekutive der EU, zuständig.

*Europäischer Rat ist nicht zu verwechseln mit dem Europarat oder dem Rat der Europäischen Union

Grundgesetz und EU-Recht

Obwohl das europäische Recht prinzipiell Anwendungsvorrang gegenüber nationalem Recht geniesst (auch gegenüber dem nationalen Verfassungsrecht), steht es nicht über dem Grundgesetz. Der Artikel 23 des Grundgesetzes (Art. 23 GG) wird auch als Europa-Artikel bezeichnet. In Deutschland ist der Tierschutz seit 2002 im Grundgesetz verankert (Art. 20a GG).

Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.

Der Vertrag von Lissabon

Am 1. Dezember 2009 ist der Vertrag von Lissabon in Kraft getreten. Zur Regelung des Tierschutzes haben sich die Regierungen darauf verständigt, das Amsterdamer Protokoll zum Tierschutz als einen eigenständigen Artikel im Vertragswerk zu verankern.


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Juni 23 2016

Tierschutz – Strassenkatzen

Katzenschutz-Kampagne StrassenkatzenDie Strasse ist grausam. Kastration harmlos.

So lautet das Motto einer Kampagne des Deutschen Tierschutzbundes. In Deutschland leben 2 Millionen Katzen auf der Strasse, die Situation im Ausland kann jeder erahnen, der im Urlaub Katzen gesehen hat, die sich gern in der Nähe von Hotels, Restaurants und anderen Touristen-Zentren aufhalten, wo sie gefüttert werden und Essensreste finden. Hier leben sie eher im Verborgenen. Es handelt sich dabei um Nachkommen unkastrierter Hauskatzen, die entlaufen sind oder ausgesetzt wurden. Mit dieser Kampagne soll ein Bewusstsein geschaffen werden, wie wichtig eine Kastrationes ist, vor allem für Freigänger. Nur so kann das Leid der Strassenkatzen langfristig gemindert werden.

Deutscher Tierschutzbund e.V.  Katzenschutz-Kampagne

Mit Ihrer Unterstützung wollen wir das Leid der Katzen sichtbar machen, die in Deutschland auf der Straße leben. Bestellen Sie dafür unseren Katzen-Aufkleber und kleben Sie ihn an die Fensterscheibe zu Hause, auf der Arbeit oder anderswo. Damit so viele Menschen wie möglich auf die Problematik aufmerksam werden, posten Sie ein Foto des angebrachten Aufklebers zusammen mit dem Hashtag ‪#‎KatzenHelfen auf Ihrer Facebook-Seite, bei Twitter und Co.

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April 15 2016

Sibirische Tiger (Amurtiger)

Sibirischer Tiger
Sibirischer Tiger

Der Sibirische Tiger (Panthera tigris altaica), auch Amurtiger genannt, ist eine Unterart des Tigers und die grösste noch lebende Katze weltweit. Der Sibirische Tiger wird von der IUCN als gefährdet eingestuft. Der WWF vermeldet, dass der Bestand auf derzeit mindestens 523 Tiere (inklusive Jungtiere) in Russland und ca. 10 Tiere im Nordosten Chinas angewachsen ist.

Tigerzuwachs im russischen Fernen Osten

Der Tiger-Bestand in Russland ist in den vergangenen zehn Jahren auf mindestens 523 Tiere angewachsen. […] Damit hat sich der Bestand seit der vorherigen Zählung um mindestens 90 Tiere oder 21 Prozent vergrößert. […] Zu den positiven Meldungen passt, dass im November 2015 die russische Regierung einen Teil der weltweit einmaligen Wälder der Bikin-Region zum Nationalpark erklärt hat. Mehr als 1,16 Millionen Hektar Urwald sollen somit vor Abholzung und Wilderei geschützt werden.

Das ist doch endlich mal eine gute Nachricht. In den 1940er Jahren war der Bestand durch Bejagung und Zerstörung ihres Lebensraums auf 30-40 Tiere geschrumpft. 1975 hatte CITES den internationalen Handel mit Tigerteilen verboten. Das größte Gefährdungspotenzial stellt die Wilderei dar, angetrieben vom lukrativen illegalen Handel mit Tigerteilen. Aber auch die Beutetiere des Sibirischen Tigers werden bejagt, so fehlt ihm langfristig die Nahrungsgrundlage. Auch die fortschreitende Zerstörung des Lebensraums ist ein grosses Problem. Der Wald, die Taiga, Lebensraum für den Tiger und seine Beutetiere, wird durch Holzeinschlag und Brände, zerstört.

Tigerschutz-Konferenz

Vom 12.-14.04.2016 fand in Neu Delhi die dritte Tigerschutzkonferenz statt. Dort trafen sich Minister der 13 Tigerstaaten, in denen noch Tiger leben oder vermutet werden. Die erste Konferenz fand 2010 in St. Petersburg statt. 2010 war das Jahr des Tigers. Damals wurde vereinbart, dass die Zahl der wild lebenden Tiger bis zum nächsten chinesischen Jahr des Tigers, im Jahr 2022, von 3.200 auf 6.400 verdoppelt werden soll. Es gibt wieder Hoffnung, die Bestände wildlebender Tiger sind global auf 3.890 gestiegen. Diese Zahlen wurden mittels Daten der Weltnaturschutzunion IUCN und aus national durchgeführten Zählungen ermittelt. Jungtiere wurden, wegen der hohen Sterblichkeit, nicht in die Zählung aufgenommen. Es wurden nur fortpflanzungsfähige Tiere ermittelt. Die genaue Anzahl ist in vielen Gegenden schwer nachzuweisen, da sie oft in unzugänglichen Waldgebieten leben. Der Anstieg ergiebt sich durch ein tatsächliches Anwachsen der Tigerpopulationen, durch erhöhte Schutzmaßnahmen aber auch durch verbesserte Zählmethoden.

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März 12 2016

Bär, Löwe und Tiger in Noah’s Arc

Bär, Löwe und Tiger in Noah's ArcIn Locust Grove/Georgia (USA) befindet sich das Tierschutzzentrum Noah’s Arc. Dort leben  der amerikanische Schwarzbär Balu,  der afrikanische Löwe Leo und der bengalische Tiger Shir Khan , sie werden „BLT“ genannt. Sie haben eine gemeinsame Leidensgeschichte und teilen sich ihr Gehege. Sie fressen, schlafen und spielen zusammen. Sie waren erst wenige Monate alt, als sie im Keller eines Drogendealers beschlagnahmt wurden. Sie waren in einem sehr schlechten Zustand, von Parasiten befallen, der Tiger war unterernährt, der Löwe hatte eine offene Wunde und der Bär trug ein Geschirr, das während des Wachstums nie verstellt wurde. Es war eingewachsen und musste operativ entfernt werden. Sie kamen 2001 in Noah’s Arc. Sie mögen sich, reiben sich aneinander, putzen sich gegenseitig und sind bis heute unzertrennlich.

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Dezember 8 2015

Highland Tiger

Schwanz der Europäischen Wildkatze.
Schwanz der Europäischen Wildkatze.

Panthera tigris in Schottland? Nein, es handelt sich bei dem Highland Tiger um Felis silvestris silvestris, die Europäische Wildkatze, in Schottland. Sie wird auch als Waldkatze bezeichnet. Die scheuen Tiere sind nachtaktiv und leben versteckt in Laub- und Mischwäldern. Ursprünglich besiedelte die Wildkatze ganz Europa. Heute kommt sie nur noch auf der iberischen Halbinsel, in Schottland, Italien, auf dem Balkan, in Ostfrankreich bis Belgien und in Teilen West- und Mitteldeutschlands vor. In der Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) wird sie als nicht gefährdet (Least Concern) geführt. Nationale Rote Listen dokumentieren den Artenschutz vor Ort. In Deutschland zählt die Europäische Wildkatze zu den gefährdeten Arten. In Schottland zählt sie ebenfalls zu den gefährdeten Arten, es wurden 2012 nur ca. 400 Tiere in freier Wildbahn geschätzt. Es kommt zu Inzucht und es gibt viele Hybriden, Kreuzungen der Wikldkatze mit freilaufenden unkastrierten Hauskatzen. Die Hybridisierung ist das grösste Problem für die Europäische Wildkatze, denn es besteht die Gefahr, dass sie genetisch verschwinden. Ausserdem ist die Wildkatze durch Zerschneidung und Zersiedelung der Landschaft bedroht, da sie ausschließlich in ruhigen und intakten Wäldern mit Altholzbestand lebt. Da Wildkatzen die Nähe zum Menschen meiden, kommen in waldreichen Gebieten Mischlinge zwischen Wild- und Hauskatzen nur selten vor. Dagegen wurde in waldärmeren Gebieten Europas (Schottland, Ungarn) eine intensive Hybridisierung nachgewiesen.

Unterschied zwischen der Europäischen Wildkatze und Hauskatzen

BUND Europäische Wildkatze

Wichtigstes Erkennungsmerkmal der Wildkatze ist ihr breiter, buschiger Schwanz mit zwei bis drei schwarzen Ringen und einem schwarzen stumpfen Ende. Gegenüber häufig silbrig-grauen Hauskatzen haben Wildkatzen ein sehr verwaschenes grau-gelbes Fell. Wildkatzen sind mit drei bis acht Kilogramm in der Regel etwas schwerer als Hauskatzen, wobei ausgewachsene Wildkater (auch Wildkuder genannt) deutlich schwerer als die Weibchen sind. Besonders im langen Winterfell wirken Wildkatzen kräftiger und größer als Hauskatzen.

Wildkatzen gelten, als einzige Katzen, als absolut nicht zähmbar. Auch in Gefangenschaft geborene Tiere können nicht an den Menschen gewöhnt werden. Ein Nachweis der Existenz von Wildkatzen in einem Revier gelingt häufig nur indirekt, z.B. mittels Holzstöcken, die mit Baldrian als Lockmittel besprüht wurden. So können dort haftende Haare anschließend genetisch untersucht werden.

Taxonomie

Früher wurden die Wildkatzen Schottlands und des Kaukasus als eigene Unterarten beschrieben. Heute werden beide der Europäischen Wildkatze (Felis silvestris silvestris) zugeordnet. Die Hauskatze stammt nicht von der Europäischen Wildkatze ab, sondern von der afrikanischen Falbkatze. Ausserdem gibt es  durch Zucht entstandene Rassen der Hauskatze, die ebenfalls als Waldkatze bezeichnet werden.

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November 24 2015

Tierschutzbericht 2015

Der Tierschutz ist seit 2002 als Staatsziel im Grundgesetz verankert.

Artikel 20a

Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.

Der Tierschutzbericht 2015 beinhaltet die Jahre 2011 bis 2014.

Katzen

Es gibt derzeit geschätzte zwei Millionen streunender Hauskatzen bundesweit, Tendenz steigend. Das Thema 2.9.3 Katzen beginnt auf Seite 29 im Tierschutzbericht der Bundesregierung 2015, dabei geht es um eine mögliche Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Haus- und Hofkatzen. Da die Problematik der Streunerkatzen und unkastrierten Freigänger in Deutschland regional in unterschiedlichem Ausmaß auftritt, gibt es keine bundesweite Regelung. Die Landesregierungen entscheiden für die jeweils betroffenen Gebiete.

Nutztiere

Tierwohl ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Politik, Landwirte, Wirtschaft und Verbraucher stehen in der gemeinsamen Pflicht, sich für das Wohlergehen der Tiere aktiv einzusetzen. Abschnitt 2 beginnt auf Seite 17 mit der Tierhaltung und ab Seite 33 geht es um Tiertransporte.  Die Initiative Tierwohl stärken, mit Schwerpunkt Nutztierhaltung, wurde im September 2014 erstmals vorgestellt. Verbraucher können in dem Informationsportal z.B. Einkaufshilfen finden.

 

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Oktober 12 2015

Berliner Bärin Schnute ist gestorben

Berliner Stadtbärin Schnutee
Bärin Schnute
Foto: picture alliance / dpa

Es geht heute nicht um Katzen, aber um Blaubärchens Verwandte Braunbärchen. Leider aus traurigem Anlass, die Berliner Stadtbärin Schnute wurde gestern (am 11.10.2015) eingeschläfert. Sie wurde 34 Jahre alt.

Die Tierschützer der Berliner Bärenbündnisses ptotestierten gegen die Haltung im Zwinger.

Quelle: Bärenbündnis – Freiheit für Maxi und Schnute

Über Jahrzehnte haben Tierschutzvereine aus ganz Deutschland die Beendigung der Haltung von lebenden Bären im historischen Berliner Bärenzwinger gefordert. Im Herbst 2012 gründete sich schließlich das Berliner Bärenbündnis, ein Zusammenschluss verschiedenster Tierschutzorganisationen, um die Umsiedlung der letzten beiden Bärinnen, Mutter Schnute und Tochter Maxi, in einen Bärenpark zu erwirken. […]

Am vergangenen Wochenende hat sich der Zustand der Bärin massiv verschlechtert, sodass sie nun eingeschläfert werden musste. Sie konnte nicht mehr von ihrem Außengehe in ihren Stall laufen und ihr Allgemeinzustand war äußerst kritisch. Die Arthrose hatte ihre Gelenke nun so stark angegriffen, dass diese nicht mehr therapierbar war. Wir hoffen sehr, dass sich Herr Spalleck (Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung) an sein Versprechen hält und kein Tier mehr diesen Zwinger bewohnen muss. Wir betrauern den Tod von Schnute, doch wurde sie nun von ihren Schmerzen befreit.

Bärin Maxi war die Tochter von Schnute, sie verstarb 2013 während der Kampagne. Schnute war seitdem völlig allein im Zwinger und sollte eigentlich in den Bärenwald Müritz umziehen. Das ist ein Bärenschutzzentrum, ein Projekt der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Der Bärenwald bietet Bären aus schlechter Haltung ein tiergerechtes Zuhause. Mit insgesamt 16 Hektar Fläche ist der Bärenwald Müritz Westeuropas größtes Bärenschutzzentrum. Bären, die in Gefangenschaft lebten, können nicht mehr ausgewildert werden, da sie abhängig vom Menschen sind, sie würden in freier Wildbahn nicht überleben. Durch schlechte Haltungsbedingungen sind viele schwer verhaltensgestört. Der Bärenwald Müritz bietet solchen Bären eine Alternative. Hier können sie Instinkte und ihr natürliches Verhalten wiederentdecken.

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September 20 2015

Tigerbaby in Bernau ausgesetzt

In Bernau (bei Berlin) wurde ein Tigerbaby ausgesetzt. Am 13. August klingelte es bei einer Tierärztin und am Gartentor stand ein Körbchen.

Im Körbchen befand sich ein neugeborenes Tigerbaby! Woher kommt das Tier? Der kleine heisst jetzt Diego. Er war geschätzte 5 Tage alt, die Augen waren noch geschlossen. Er wog 1400 g und war völlig dehydriert. So lag das Tigerbaby krampfend und mit Nierenversagen vor der Tierärztin. Diego bekam dann eine Intensivbehandlung mit Infusionen, danach erholte er sich langsam.

Bernau Live:

… Der Tiger wurde vom Veterinäramt beschlagnahmt und in der Tierarztpraxis sichergestellt. Tierpark und Zoo sahen keine Möglichkeit, das Tigerbaby zu beherbergen.


Inzwischen geht es dem Tigerbaby viel besser. Er wiegt nun über 5 Kilo und frisst schon Fleisch. Wenn Diego sich  vollständig erholt hat, dann soll er ins Wildkatzen-Zentrum FELIDAE (Tempelfelde) umziehen. In den nächsten Wochen wird er öfter zur Eingewöhnung dort sein.

Es muss ein artgerechtes Gehege gebaut werden, welches in etwa 300.000 Euro kosten wird. Dafür müsste man wissen, welcher Tigerart er angehört, denn danach richtet sich die Bauart, sagte Renato Rafael vom Wildkatzenzentrum FELIDAE.

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Juli 30 2015

Löwe Cecil wurde getötet

Cecil, Simbabwes berühmter Löwe
Cecil, Simbabwes berühmter Löwe (Foto: AP)

Cecil war eine große Touristenattraktion in Simbabwes Hwange-Nationalpark, er war durch seine schwarze Mähne markant und beliebt. Der 13 jährige Löwe trug ein Halsband mit GPS-Sender und war Teil eines Forschungsprojetes der Universität Oxford. Seit 2008 wurde Cecils Leben dokumentiert. Nun ist Cecil tot. Wildhüter fanden seinen Kadaver auf dem Gelände einer Farm, ausserhalb des Nationalparks. Die Jagd fand Anfang Juli 2015 statt, die Täter wurden inzwischen identifiziert. Der Organisator der Safaris im Hwange Natonal Park, der für die Löwenjagd rund 50.000 Dollar kassiert haben soll und der Besitzer der Farm, auf dessen Gelände Cecils Kadaver entdeckt wurde, müssen sich nun vor Gericht wegen Wilderei verantworten. In der Ankündigung des Gerichts bleibt der US-Jäger unerwähnt. Doch Simbabwes Polizei bestätigte, auf einer Pressekonferenz, in dem Fall auch gegen den zahlungskräftigen Grosswildjäger aus den USA zu ermitteln. „Wir haben zwei Leute verhaftet, nun suchen wir auch nach ihm“, sagte Polizeisprecherin Charity Charamba. Im Netz tobt ein Shitstorm gegen den Jäger, seine Zahnarztpraxis ist geschlossen, er ist untergetaucht. Nun wurde der Grosswildjäger selbst zum Gejagten.

R.I.P. Cecil

40 Stunden Hetzjagd auf Cecil

Ein Zahnarzt aus dem US-Bundesstaat Minnesota hat 50.000 Dollar an einen Organisator von Safaris gezahlt, um einen Löwen mit einer Armbrust töten zu können. Der Zahnarzt hatte, zusammen mit einem anderen Jäger, ein totes Tier an ein Auto gebunden. Damit lockten sie den Löwen Cecil hinterhältig aus dem National Park, um das Tier dann legal abknallen zu können. Der Vorsitzende der Umweltorganisation Zimbabwe Conservation Task Force (ZCTF), Johnny Rodrigues, teilte mit, der Zahnarzt habe dann mit Pfeil und Bogen auf das Tier geschossen, es aber nicht erlegt. Die Jäger hetzten das offenbar verletzte Tier 40 Stunden lang , schließlich erschossen sie den Löwen. Nach seinem Tod wurde Cecil gehäutet und sein Kopf fehlte. Die Behörden konnten Cecil anhand seines GPS-Halsbands eindeutig identifizieren. Die Wilderer hatten vergeblich versucht, es zu zerstören. Kopf und Fell von Cecil, die Trophäen, konnten inzwischen sichergestellt werden. Cecil war nicht das erste Opfer des Zahnarztes.

Quelle: DIE WELT „Keine Ahnung, dass Cecil ein Liebling war“

Laut dem Safari Club International brüstet er sich damit, bereits 43 Tiere mit dem Bogen erlegt zu haben, darunter Eisbären, Büffel, Pumas. In Internetforen posierte er auf Bildern aus Südafrika mit einem geschossenen Nashorn.

In der  Dokumentation von Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Löwen, die Anfang Juli im ZDF gezeigt wurde, wird auch das Canned Hunting thematisiert.

Quelle: Vier Pfoten

Die extremste Abart der Trophäenjagd ist das „Canned Hunting“, im Deutschen auch „Gatterjagd“ genannt. Opfer sind meist Löwen, die ihren Jägern auf dem Silbertablett serviert werden: Die Tiere werden in Einzäunungen eingesperrt und einfach abgeknallt. Die Löwen werden auf Farmen gezüchtet und von Hand aufgezogen. Sie zeigen kaum Scheu vor Menschen. Aus den Gehegen können die Tiere nicht entkommen. Zum Teil werden sie mit Ködern angelockt, mitunter sogar mit Medikamenten ruhig gestellt. Auf Löwenjagd kann in Südafrika jeder gehen – ein Jagdschein oder nachgewiesene Jagderfahrung sind meist nicht nötig. So werden manche Löwen nicht mit dem ersten Schuss erlegt und sterben qualvoll.

Cecil war ein sehr bekannter Löwe. Sein Tod steht aber auch für all die namenlosen Löwen, die Opfer von zahlungskräftigen Trophäenjägern wurden.

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