August 1 2016

Luchse im Pfälzerwald

Eurasischer Luchs

Wiederansiedlung der Pinselohren

Das von der EU geförderte LIFE–Projekt der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz läuft über sechs Jahre. Luchse sollen in den Slowakischen Karpaten und der Schweiz eingefangen und im Pfälzerwald ausgewildert werden. Die Auswilderung wird wissesschaftlich begleitet. Mit GPS Bewegungsprofilen und  Fotofallen werden die Luchse beobachtet und ihr Einfluss auf die Beutetiere untersucht. Nach der Ausrottung durch den Menschen seien die Tiere nun eine Bereicherung für die Natur, sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken. Die ersten 3 Luchswaisen, stammen aus der Slowakei. Sie heissen Kaja, Luna und Lucky.

WWF Luchse im Pfälzerwald

Um sicher zu stellen, dass eine möglichst breite Einbindung der Bevölkerung, aller regional tätigen Akteure und aller Betroffenen erfolgt, wurde ein grenzüberschreitendes Luchs-Parlament gebildet und von Anfang an dafür gesorgt, dass zahlreiche Interessensverbände das Projekt unterstützen. Öffentliche Vorträge, Feste, Veranstaltungen für Kinder, Nutztierhalter und Jäger sorgen dafür, dass die Menschen im Pfälzer Wald gut über den Luchs informiert sind.

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April 15 2016

Sibirische Tiger (Amurtiger)

Sibirischer Tiger
Sibirischer Tiger

Der Sibirische Tiger (Panthera tigris altaica), auch Amurtiger genannt, ist eine Unterart des Tigers und die grösste noch lebende Katze weltweit. Der Sibirische Tiger wird von der IUCN als gefährdet eingestuft. Der WWF vermeldet, dass der Bestand auf derzeit mindestens 523 Tiere (inklusive Jungtiere) in Russland und ca. 10 Tiere im Nordosten Chinas angewachsen ist.

Tigerzuwachs im russischen Fernen Osten

Der Tiger-Bestand in Russland ist in den vergangenen zehn Jahren auf mindestens 523 Tiere angewachsen. […] Damit hat sich der Bestand seit der vorherigen Zählung um mindestens 90 Tiere oder 21 Prozent vergrößert. […] Zu den positiven Meldungen passt, dass im November 2015 die russische Regierung einen Teil der weltweit einmaligen Wälder der Bikin-Region zum Nationalpark erklärt hat. Mehr als 1,16 Millionen Hektar Urwald sollen somit vor Abholzung und Wilderei geschützt werden.

Das ist doch endlich mal eine gute Nachricht. In den 1940er Jahren war der Bestand durch Bejagung und Zerstörung ihres Lebensraums auf 30-40 Tiere geschrumpft. 1975 hatte CITES den internationalen Handel mit Tigerteilen verboten. Das größte Gefährdungspotenzial stellt die Wilderei dar, angetrieben vom lukrativen illegalen Handel mit Tigerteilen. Aber auch die Beutetiere des Sibirischen Tigers werden bejagt, so fehlt ihm langfristig die Nahrungsgrundlage. Auch die fortschreitende Zerstörung des Lebensraums ist ein grosses Problem. Der Wald, die Taiga, Lebensraum für den Tiger und seine Beutetiere, wird durch Holzeinschlag und Brände, zerstört.

Tigerschutz-Konferenz

Vom 12.-14.04.2016 fand in Neu Delhi die dritte Tigerschutzkonferenz statt. Dort trafen sich Minister der 13 Tigerstaaten, in denen noch Tiger leben oder vermutet werden. Die erste Konferenz fand 2010 in St. Petersburg statt. 2010 war das Jahr des Tigers. Damals wurde vereinbart, dass die Zahl der wild lebenden Tiger bis zum nächsten chinesischen Jahr des Tigers, im Jahr 2022, von 3.200 auf 6.400 verdoppelt werden soll. Es gibt wieder Hoffnung, die Bestände wildlebender Tiger sind global auf 3.890 gestiegen. Diese Zahlen wurden mittels Daten der Weltnaturschutzunion IUCN und aus national durchgeführten Zählungen ermittelt. Jungtiere wurden, wegen der hohen Sterblichkeit, nicht in die Zählung aufgenommen. Es wurden nur fortpflanzungsfähige Tiere ermittelt. Die genaue Anzahl ist in vielen Gegenden schwer nachzuweisen, da sie oft in unzugänglichen Waldgebieten leben. Der Anstieg ergiebt sich durch ein tatsächliches Anwachsen der Tigerpopulationen, durch erhöhte Schutzmaßnahmen aber auch durch verbesserte Zählmethoden.

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März 12 2016

Bär, Löwe und Tiger in Noah’s Arc

Bär, Löwe und Tiger in Noah's ArcIn Locust Grove/Georgia (USA) befindet sich das Tierschutzzentrum Noah’s Arc. Dort leben  der amerikanische Schwarzbär Balu,  der afrikanische Löwe Leo und der bengalische Tiger Shir Khan , sie werden „BLT“ genannt. Sie haben eine gemeinsame Leidensgeschichte und teilen sich ihr Gehege. Sie fressen, schlafen und spielen zusammen. Sie waren erst wenige Monate alt, als sie im Keller eines Drogendealers beschlagnahmt wurden. Sie waren in einem sehr schlechten Zustand, von Parasiten befallen, der Tiger war unterernährt, der Löwe hatte eine offene Wunde und der Bär trug ein Geschirr, das während des Wachstums nie verstellt wurde. Es war eingewachsen und musste operativ entfernt werden. Sie kamen 2001 in Noah’s Arc. Sie mögen sich, reiben sich aneinander, putzen sich gegenseitig und sind bis heute unzertrennlich.

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Dezember 8 2015

Highland Tiger

Schwanz der Europäischen Wildkatze.
Schwanz der Europäischen Wildkatze.

Panthera tigris in Schottland? Nein, es handelt sich bei dem Highland Tiger um Felis silvestris silvestris, die Europäische Wildkatze, in Schottland. Sie wird auch als Waldkatze bezeichnet. Die scheuen Tiere sind nachtaktiv und leben versteckt in Laub- und Mischwäldern. Ursprünglich besiedelte die Wildkatze ganz Europa. Heute kommt sie nur noch auf der iberischen Halbinsel, in Schottland, Italien, auf dem Balkan, in Ostfrankreich bis Belgien und in Teilen West- und Mitteldeutschlands vor. In der Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) wird sie als nicht gefährdet (Least Concern) geführt. Nationale Rote Listen dokumentieren den Artenschutz vor Ort. In Deutschland zählt die Europäische Wildkatze zu den gefährdeten Arten. In Schottland zählt sie ebenfalls zu den gefährdeten Arten, es wurden 2012 nur ca. 400 Tiere in freier Wildbahn geschätzt. Es kommt zu Inzucht und es gibt viele Hybriden, Kreuzungen der Wikldkatze mit freilaufenden unkastrierten Hauskatzen. Die Hybridisierung ist das grösste Problem für die Europäische Wildkatze, denn es besteht die Gefahr, dass sie genetisch verschwinden. Ausserdem ist die Wildkatze durch Zerschneidung und Zersiedelung der Landschaft bedroht, da sie ausschließlich in ruhigen und intakten Wäldern mit Altholzbestand lebt. Da Wildkatzen die Nähe zum Menschen meiden, kommen in waldreichen Gebieten Mischlinge zwischen Wild- und Hauskatzen nur selten vor. Dagegen wurde in waldärmeren Gebieten Europas (Schottland, Ungarn) eine intensive Hybridisierung nachgewiesen.

Unterschied zwischen der Europäischen Wildkatze und Hauskatzen

BUND Europäische Wildkatze

Wichtigstes Erkennungsmerkmal der Wildkatze ist ihr breiter, buschiger Schwanz mit zwei bis drei schwarzen Ringen und einem schwarzen stumpfen Ende. Gegenüber häufig silbrig-grauen Hauskatzen haben Wildkatzen ein sehr verwaschenes grau-gelbes Fell. Wildkatzen sind mit drei bis acht Kilogramm in der Regel etwas schwerer als Hauskatzen, wobei ausgewachsene Wildkater (auch Wildkuder genannt) deutlich schwerer als die Weibchen sind. Besonders im langen Winterfell wirken Wildkatzen kräftiger und größer als Hauskatzen.

Wildkatzen gelten, als einzige Katzen, als absolut nicht zähmbar. Auch in Gefangenschaft geborene Tiere können nicht an den Menschen gewöhnt werden. Ein Nachweis der Existenz von Wildkatzen in einem Revier gelingt häufig nur indirekt, z.B. mittels Holzstöcken, die mit Baldrian als Lockmittel besprüht wurden. So können dort haftende Haare anschließend genetisch untersucht werden.

Taxonomie

Früher wurden die Wildkatzen Schottlands und des Kaukasus als eigene Unterarten beschrieben. Heute werden beide der Europäischen Wildkatze (Felis silvestris silvestris) zugeordnet. Die Hauskatze stammt nicht von der Europäischen Wildkatze ab, sondern von der afrikanischen Falbkatze. Ausserdem gibt es  durch Zucht entstandene Rassen der Hauskatze, die ebenfalls als Waldkatze bezeichnet werden.

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September 20 2015

Tigerbaby in Bernau ausgesetzt

In Bernau (bei Berlin) wurde ein Tigerbaby ausgesetzt. Am 13. August klingelte es bei einer Tierärztin und am Gartentor stand ein Körbchen.

Im Körbchen befand sich ein neugeborenes Tigerbaby! Woher kommt das Tier? Der kleine heisst jetzt Diego. Er war geschätzte 5 Tage alt, die Augen waren noch geschlossen. Er wog 1400 g und war völlig dehydriert. So lag das Tigerbaby krampfend und mit Nierenversagen vor der Tierärztin. Diego bekam dann eine Intensivbehandlung mit Infusionen, danach erholte er sich langsam.

Bernau Live:

… Der Tiger wurde vom Veterinäramt beschlagnahmt und in der Tierarztpraxis sichergestellt. Tierpark und Zoo sahen keine Möglichkeit, das Tigerbaby zu beherbergen.


Inzwischen geht es dem Tigerbaby viel besser. Er wiegt nun über 5 Kilo und frisst schon Fleisch. Wenn Diego sich  vollständig erholt hat, dann soll er ins Wildkatzen-Zentrum FELIDAE (Tempelfelde) umziehen. In den nächsten Wochen wird er öfter zur Eingewöhnung dort sein.

Es muss ein artgerechtes Gehege gebaut werden, welches in etwa 300.000 Euro kosten wird. Dafür müsste man wissen, welcher Tigerart er angehört, denn danach richtet sich die Bauart, sagte Renato Rafael vom Wildkatzenzentrum FELIDAE.

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Juli 30 2015

Löwe Cecil wurde getötet

Cecil, Simbabwes berühmter Löwe
Cecil, Simbabwes berühmter Löwe (Foto: AP)

Cecil war eine große Touristenattraktion in Simbabwes Hwange-Nationalpark, er war durch seine schwarze Mähne markant und beliebt. Der 13 jährige Löwe trug ein Halsband mit GPS-Sender und war Teil eines Forschungsprojetes der Universität Oxford. Seit 2008 wurde Cecils Leben dokumentiert. Nun ist Cecil tot. Wildhüter fanden seinen Kadaver auf dem Gelände einer Farm, ausserhalb des Nationalparks. Die Jagd fand Anfang Juli 2015 statt, die Täter wurden inzwischen identifiziert. Der Organisator der Safaris im Hwange Natonal Park, der für die Löwenjagd rund 50.000 Dollar kassiert haben soll und der Besitzer der Farm, auf dessen Gelände Cecils Kadaver entdeckt wurde, müssen sich nun vor Gericht wegen Wilderei verantworten. In der Ankündigung des Gerichts bleibt der US-Jäger unerwähnt. Doch Simbabwes Polizei bestätigte, auf einer Pressekonferenz, in dem Fall auch gegen den zahlungskräftigen Grosswildjäger aus den USA zu ermitteln. „Wir haben zwei Leute verhaftet, nun suchen wir auch nach ihm“, sagte Polizeisprecherin Charity Charamba. Im Netz tobt ein Shitstorm gegen den Jäger, seine Zahnarztpraxis ist geschlossen, er ist untergetaucht. Nun wurde der Grosswildjäger selbst zum Gejagten.

R.I.P. Cecil

40 Stunden Hetzjagd auf Cecil

Ein Zahnarzt aus dem US-Bundesstaat Minnesota hat 50.000 Dollar an einen Organisator von Safaris gezahlt, um einen Löwen mit einer Armbrust töten zu können. Der Zahnarzt hatte, zusammen mit einem anderen Jäger, ein totes Tier an ein Auto gebunden. Damit lockten sie den Löwen Cecil hinterhältig aus dem National Park, um das Tier dann legal abknallen zu können. Der Vorsitzende der Umweltorganisation Zimbabwe Conservation Task Force (ZCTF), Johnny Rodrigues, teilte mit, der Zahnarzt habe dann mit Pfeil und Bogen auf das Tier geschossen, es aber nicht erlegt. Die Jäger hetzten das offenbar verletzte Tier 40 Stunden lang , schließlich erschossen sie den Löwen. Nach seinem Tod wurde Cecil gehäutet und sein Kopf fehlte. Die Behörden konnten Cecil anhand seines GPS-Halsbands eindeutig identifizieren. Die Wilderer hatten vergeblich versucht, es zu zerstören. Kopf und Fell von Cecil, die Trophäen, konnten inzwischen sichergestellt werden. Cecil war nicht das erste Opfer des Zahnarztes.

Quelle: DIE WELT „Keine Ahnung, dass Cecil ein Liebling war“

Laut dem Safari Club International brüstet er sich damit, bereits 43 Tiere mit dem Bogen erlegt zu haben, darunter Eisbären, Büffel, Pumas. In Internetforen posierte er auf Bildern aus Südafrika mit einem geschossenen Nashorn.

In der  Dokumentation von Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Löwen, die Anfang Juli im ZDF gezeigt wurde, wird auch das Canned Hunting thematisiert.

Quelle: Vier Pfoten

Die extremste Abart der Trophäenjagd ist das „Canned Hunting“, im Deutschen auch „Gatterjagd“ genannt. Opfer sind meist Löwen, die ihren Jägern auf dem Silbertablett serviert werden: Die Tiere werden in Einzäunungen eingesperrt und einfach abgeknallt. Die Löwen werden auf Farmen gezüchtet und von Hand aufgezogen. Sie zeigen kaum Scheu vor Menschen. Aus den Gehegen können die Tiere nicht entkommen. Zum Teil werden sie mit Ködern angelockt, mitunter sogar mit Medikamenten ruhig gestellt. Auf Löwenjagd kann in Südafrika jeder gehen – ein Jagdschein oder nachgewiesene Jagderfahrung sind meist nicht nötig. So werden manche Löwen nicht mit dem ersten Schuss erlegt und sterben qualvoll.

Cecil war ein sehr bekannter Löwe. Sein Tod steht aber auch für all die namenlosen Löwen, die Opfer von zahlungskräftigen Trophäenjägern wurden.

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Januar 22 2015

Tigerkatzen

Tigerkatze (Leopardus tigrinus)
Tigerkatze (Leopardus tigrinus)

Angeregt von dem Buch “Die zahmen Wilden und die wilden Zahmen” von Maria Falkena-Roehrle, was ich gerade lese, möchte ich hier eine weitere Wildkatzenart, von der dort berichtet wird, vorstellen.

Die Tigerkatze oder Ozelotkatze (Leopardus tigrinus) ist in Südamerika als Bewohner des Regenwaldes beheimatet. Dort wird sie auch Tigrillo oder Oncilla genannt. Sie ist eine der kleinsten südamerikanischen Katzen und nahe mit dem Ozelot und der Langschwanzkatze verwandt. 2013 ergaben DNA-Untersuchungen, dass es eine nördliche und eine südliche Population der Tigerkatze gibt. Da zwischen diesen seit 100.000 Jahren kein Genaustausch mehr stattffand, wurde vorgeschlagen, dass es sich um zwei Arten handelt und die südliche Population erhielt den Namen Leopardus guttulus. Die Tigerkatze ist etwas größer als eine Hauskatze, sie ist aber zierlicher. Die Fellzeichnung gleicht nicht, wie der irreführende Name vermuten lässt, einem Tiger. Sie ähnelt eher dem Ozelot und der Langschwanzkatze, sodass diese drei Arten leicht zu verwechseln sind. Rodungen des Waldes haben dazu geführt, dass ihnen zunehmend weniger Lebensraum zur Verfügung steht. Sowohl in Brasilien und Kolumbien wurden große Gebiete subtropischer Wälder und Nebelwälder gerodet, um dort Kaffeeplantagen anzulegen. In Costa Rica verschwanden zwischen 1940 und 1977 über die Hälfte der Wälder. In Brasilien wurden Tigerkatzen bereits in den Randbezirken von São Paulo und Porto Alegre beobachtet. Grundsätzlich schlagen Tigerkatzen verhältnismäßig kleine Beutetiere, die überwiegend am Boden leben. Die Tigerkatze ist zwar in der Lage zu klettern, hält sich aber überwiegend am Boden auf. Tigerkatzen wurden ebenso, wie die Langschwanzkatzen, deren Fell sehr ähnlich ist, wegen ihres Fells gejagt. 1986 verbot die Europäische Union den Import aller Tigerkatzenfelle. 1989 wurde die Tigerkatze auf Initiative der Bundesrepublik Deutschland in den Anhang 1 des Washingtoner Artenschutzabkommens (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora (kurz CITES) aufgenommen. Von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) wird die Tigerkatze als gefährdet eingestuft.

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Januar 20 2015

Langschwanzkatzen

Langschwanzkatze
Langschwanzkatze (Leopardus wiedii)

Ich lese gerade das wunderbare Buch „Die zahmen Wilden und wilden Zahmen“ von Maria Falkena-Roehrle und möchte die amerikanischen Verwandten unserer Samtpfoten, von denen dort berichtet wird, hier vorstellen.

Die Langschwanzkatze (Leopardus wiedii), auch Peludo, Margay, Bergozelot oder Baumozelot genannt, ist in den tropischen und subtropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas, östlich der Kordilleren/Anden, beheimatet. Ihr  Fell hat Ähnlichkeit mit dem eines Ozelots. Außerdem ist sie sehr wendig und kann sehr gut klettern, daher der Name Baumozelot. Langschwanzkatzen können die Hinterbeine so weit einwärts drehen, dass sie, allein mit den Hinterbeinen, an einem Ast herunterhängen können. Sehr bewegliche Zehen und breite Pfoten machen die sichere Fortbewegung auf Bäumen möglich. Die Langschwanzkatze ist neben dem Nebelparder die einzige Katzenart, die kopfüber einen Baum hinunterklettern kann. Sie kann 2 Meter hoch und bis zu 4 Meter weit springen. Sie ernährt sich von Säugetieren, Vögeln und deren Eiern, Echsen, Baumfröschen, Früchten und Insekten. Eine Besonderheit ihres Jagdverhaltens ist die Stimmenimitation (Mimikry). Die Langschwanzkatze zählte wegen ihres gefleckten Fells lange zu den wichtigsten südamerikanischen Pelztieren und wurden früher deswegen gejagt. Heute ist sie im internationalen Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen im Anhang A gelistet, ihr Fell oder Produkte daraus dürfen nicht gehandelt werden. Aber auch hier ist Wilderei ein Problem.Waldzerstörung durch Rodung und Klimaveränderungen haben dazu geführt, dass die Langschwanzkatze als beinahe bedroht eingestuft wurde. Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) schätzt, dass die Gesamtpopulation um 30 Prozent (!) über die nächsten 18 Jahre abnehmen wird.

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Mai 25 2014

Luchse in Deutschland

Der Eurasische Luchs (Lynx lynx)

Der Eurasische Luchs ist die weltweit größte Luchsart. Er gehört zur Ordnung der Carnivora (Raubtiere), dort in die Familie Felidae (echte Katzen) und Unterfamilie Felinae. Die Gattung Lynx umfasst neben dem bei uns heimischen Eurasischen Luchs drei weitere Arten (Iberischer Luchs, Kanadischer Luchs und Rotluchs). Der Eurasische Luchs besiedelt eines der größten Gebiete aller heute lebenden Katzen. Bis 1900 verschwand der Luchs aus fast ganz West- und Südeuropa. Während der vergangenen Jahrhunderte wurde der Luchs gnadenlos bejagt und ist aus seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet in Europa weitgehend verschwunden. Die Art erreichte zwischen 1930 und 1950 mit ca. 700 Individuen ihren europäischen Tiefstand. Die Eurasischen Luchse wurden aufgrund ihres wertvoll gefleckten Fells, aber auch als Räuber von Nutztierherden gejagt. Die Umsetzung von Schutzbestimmungen ab 1950 ermöglichte es den verbleibenden Luchspopulationen, sich zu stabilisieren und zum Teil zu erholen. Seit 1970 laufen Wiederansiedlungsversuche in Europa. Einige erfolgten allerdings ohne Zustimmung oder gar Wissen der Bevölkerung und stießen daher auf geringe Akzeptanz. Illegale Verfolgung war vielerorts die Folge.

  •  Ich habe heute im SPIEGEL online folgendes gelesen (von „natur“-Autorin Franziska Konitzer):

Im Frühjahr 2013 erregte der Fall einer Luchsin Aufsehen, die bei Bodenmais illegal abgeschossen worden war. Täter unbekannt. Bereits im Jahr zuvor wurde ein Luchsweibchen am Rand des Nationalparks Bayerischer Wald tot aufgefunden. Ihre Beute war mit einem Nervengift präpariert worden. Der Täter wusste also, dass die Wildkatzen mehrmals zu ihrem gerissenen Beutetier zurückkehren und davon fressen. Besonders pikant: Die auf den Namen Tessa getaufte Luchsdame trug zu diesem Zeitpunkt einen GPS-Ortungssender des Nationalparks Bayerischer Wald, und die Regionalpresse berichtete regelmäßig über ihre Streifzüge. […] In Bayern befeuert vor allem ein weiteres Problem die Luchswilderei: Die Abschussquoten berechnen sich nach der gesetzlich verankerten Maxime ‚Wald vor Wild‘. 

Vor wenigen Wochen sorgte der Fall bundesweit für Aufsehen: Im Bayerischen Wald entdeckten Spaziergänger nahe einem Wanderweg den Kadaver eines trächtigen Luchsweibchens. Mit Schrotkugeln hatte ein Unbekannter der in Deutschland streng geschützten Raubkatze in die Brust geschossen. Auf die Ergreifung des Täters haben Umweltverbände inzwischen eine Belohnung von 15 000 Euro ausgesetzt.
So bedauernswert die Tötung des Luchses auch ist – um eine Ausnahme handelt es sich keineswegs. Nicht nur in den Steppen und Urwäldern Afrikas oder Asiens, sondern auch in Deutschlands Wäldern gehen Wilderer regelmäßig auf die Pirsch. Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts listet für das vergangene Jahr 864 erfasste Fälle von Jagdwilderei auf.

 

Eurasischer Luchs
Eurasischer Luchs

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Stoppt die Wilderer, rettet den Luchs!

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Februar 1 2014

Kopi Luwak

Schleichkatzenknast
hinter Gittern

Kopi Luwak, auch Coffee Alamid oder Katzenkaffee, ist der Name einer Kaffeesorte, abgeleitet vom indonesischen Wort für Kaffee (Kopi) und der Bezeichnung für den Fleckenmusang (Luwak).

Der Fleckenmusang (Paradoxurus hermaphroditus) ist eine, in Südostasien beheimatete, Schleichkatzenart. Sie fressen Kaffeefrüchte. Das Fruchtfleisch wird verdaut und die Kaffeebohnen werden im Verdauungstrakt fermentiert, dabei wird der Geschmack verändert. Die Bohnen werden dann ausgeschieden.

Die Exkremente wurden früher von der einheimischen Bevölkerung gesammelt, so konnten die Einheimischen auch Kaffee trinken, da der damals sehr wertvolle und mühsam angebaute Plantagenkaffee ausschließlich für Kolonialisten und deren Export bestimmt war.

Heute gilt dieser „Katzenkaffee“ als exklusives Getränk und wird zu entsprechend hohen Preisen gehandelt. Die Folge davon ist, dass die Tiere für die Produktion von Kopi Luwak gequält werden.

Nach Angaben von Tierschutzorganisationen werden dabei inzwischen Zehntausende von Tieren äußerst beengt in Käfigbatterien gehalten, wo sie fast ausschließlich und nicht artgerecht mit Kaffeekirschen ernährt werden. Videomaterial der Tierschutzorganisation PETA zeigt die „tierquälerischen Bedingungen“ der Massenhaltung. Viele Tiere leiden laut PETA „unter Mangelerscheinungen wie Haarausfall sowie an deutlich sichtbaren Verhaltensstörungen.

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