Mai 25 2014

Luchse in Deutschland

Der Eurasische Luchs (Lynx lynx)

Der Eurasische Luchs ist die weltweit größte Luchsart. Er gehört zur Ordnung der Carnivora (Raubtiere), dort in die Familie Felidae (echte Katzen) und Unterfamilie Felinae. Die Gattung Lynx umfasst neben dem bei uns heimischen Eurasischen Luchs drei weitere Arten (Iberischer Luchs, Kanadischer Luchs und Rotluchs). Der Eurasische Luchs besiedelt eines der größten Gebiete aller heute lebenden Katzen. Bis 1900 verschwand der Luchs aus fast ganz West- und Südeuropa. Während der vergangenen Jahrhunderte wurde der Luchs gnadenlos bejagt und ist aus seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet in Europa weitgehend verschwunden. Die Art erreichte zwischen 1930 und 1950 mit ca. 700 Individuen ihren europäischen Tiefstand. Die Eurasischen Luchse wurden aufgrund ihres wertvoll gefleckten Fells, aber auch als Räuber von Nutztierherden gejagt. Die Umsetzung von Schutzbestimmungen ab 1950 ermöglichte es den verbleibenden Luchspopulationen, sich zu stabilisieren und zum Teil zu erholen. Seit 1970 laufen Wiederansiedlungsversuche in Europa. Einige erfolgten allerdings ohne Zustimmung oder gar Wissen der Bevölkerung und stießen daher auf geringe Akzeptanz. Illegale Verfolgung war vielerorts die Folge.

  •  Ich habe heute im SPIEGEL online folgendes gelesen (von „natur“-Autorin Franziska Konitzer):

Im Frühjahr 2013 erregte der Fall einer Luchsin Aufsehen, die bei Bodenmais illegal abgeschossen worden war. Täter unbekannt. Bereits im Jahr zuvor wurde ein Luchsweibchen am Rand des Nationalparks Bayerischer Wald tot aufgefunden. Ihre Beute war mit einem Nervengift präpariert worden. Der Täter wusste also, dass die Wildkatzen mehrmals zu ihrem gerissenen Beutetier zurückkehren und davon fressen. Besonders pikant: Die auf den Namen Tessa getaufte Luchsdame trug zu diesem Zeitpunkt einen GPS-Ortungssender des Nationalparks Bayerischer Wald, und die Regionalpresse berichtete regelmäßig über ihre Streifzüge. […] In Bayern befeuert vor allem ein weiteres Problem die Luchswilderei: Die Abschussquoten berechnen sich nach der gesetzlich verankerten Maxime ‚Wald vor Wild‘. 

Vor wenigen Wochen sorgte der Fall bundesweit für Aufsehen: Im Bayerischen Wald entdeckten Spaziergänger nahe einem Wanderweg den Kadaver eines trächtigen Luchsweibchens. Mit Schrotkugeln hatte ein Unbekannter der in Deutschland streng geschützten Raubkatze in die Brust geschossen. Auf die Ergreifung des Täters haben Umweltverbände inzwischen eine Belohnung von 15 000 Euro ausgesetzt.
So bedauernswert die Tötung des Luchses auch ist – um eine Ausnahme handelt es sich keineswegs. Nicht nur in den Steppen und Urwäldern Afrikas oder Asiens, sondern auch in Deutschlands Wäldern gehen Wilderer regelmäßig auf die Pirsch. Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts listet für das vergangene Jahr 864 erfasste Fälle von Jagdwilderei auf.

 

Eurasischer Luchs
Eurasischer Luchs

weiterführende Links

Stoppt die Wilderer, rettet den Luchs!

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Veröffentlicht25. Mai 2014 von admin in Kategorie "Katzenfamilie", "Tierschutz

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