Oktober 17 2012

Tierfutter und andere Schweinereien

Montag, 8. Dezember 2008

„Irland ruft Schweinefleisch zurück…“ hört und liest man heute in den Medien. Ich lese gerade das Buch „Katzen würden Mäuse kaufen“ von Hans-Ulrich Grimm.

Thema des Buches ist Vermarktung von Tierfutter. Zum einen werden Tiere vermenschlicht und die Industrie reagiert, indem das Futter dem potenziellen Käufer entsprechend angepriesen wird. Da gibt es dampfgegartes, Wellnessfutter , exotisch gewürztes u.v.a. was dem Menschen ansprechend scheint.

Zum anderen gibt es Gammelfleisch, Schweinepest, Rinderwahn, Salmonellen, diverse gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe oder einfach eine individuelle Ekelgrenze. Schliesslich ist unter den Menschen die Redewendung verbreitet: „Man ist, was man isst.“

Und dann gibt es auch noch eine ethisch-moralische Haltung die Nutztiere betreffend. Immer mehr Menschen werden zu Vegetariern oder schränken zumindest den Fleischverzehr ein.

Katzen sind aber Fleischfresser und wer seinen Liebling aus Respekt vor dem (Nutz)tier vegetarisch ernährt, schiesst übers Ziel hinaus, weil das für eine Katze nicht artgerecht ist, das ist der Katze gegenüber weniger respektvoll.

Die Mietz hat weniger moralische Bedenken, aber durchaus eine Ekelgrenze. Ausserdem ist sie, wie ihr menschlicher Mitbewohner, nicht in der Lage, gesundheitsschädigende Substanzen instinktiv zu erspüren. Keine Ahnung, ob Mietz die glückliche Freilandmaus der Labormaus vorziehen würde. Ihr menschlicher Mitbewohner setzt auf das Biosiegel und Studium der Inhaltsstoffe. Nützlich, aber nicht zwingend erforderlich, sind ein paar Seminare Lebensmittelanalytik.

Jedenfalls machen sich die meisten Katzenhalter Gedanken über die Ernährung ihrer Lieblinge und auch über ihre eigene, obwohl ich da nicht sicher bin. Früher ernährte man seine Haustiere mit den Essensresten der Menschen, heute mag das teilweise noch so üblich sein, ändert aber nichts an der Tatsache, dass gewisse Stoffe gesundheitsschädlich sein können, ob nun Rest des Sonntagsbratens oder aus der Dose mit der glücklichen Katze auf dem Etikett dürfte egal sein.

Kapitel 9 des besagten Buches trägt die Überschrift „Eine Wildwestbranche – Die Skandale um Tierfutter und ihre Ursachen“ und beginnt mit dem Thema Dioxin.

Das Buch mit dem Untertitel: „Schwarzbuch Tierfutter“ ist gut recherchiert und zeigt Fakten auf, der Stil ist geschmacks- und damit Nebensache.

Bei der heutigen Meldung in den Medien geht es um Schweinefleisch als Nahrungsmittel für Menschen.

Quelle: Handelsblatt

„Die EU-Kommission bestätigte am Sonntag eine Dioxin-Belastung in einigen Produkten. Ursache sei verseuchtes Tierfutter gewesen.“

Das Bild im Artikel trägt den Titel: „Arme Schweine…“ Wie geht es mit den armen Schweinen (den Tieren) weiter? Man wird sie schlachten und dann? Sind die Kadaver Sondermüll, der entsprechend entsorgt werden muss oder werden sie zu Tiermehl verarbeitet , welches u.a. als Bestandteil von Tierfutter verwertet wird, auch für Katzenfutter?

Update:

Die Ursache für dioxinverseuchtes Schweinefleisch aus Irland im Jahr 2008 war Altöl im Futter.

Quelle: Welt online 09.12.2008

„Die irische Behörde für Lebensmittelsicherheit teilte mit, dass das im Schweinefleisch gefundene Dioxin aus Transformatorenöl stammt, das dem Tierfutter untergemischt wurde. Das Öl musste auf diese Weise nicht als Sondermüll „entsorgt“ werden, zudem wurde das Futtermittel gestreckt.“

Wir schreiben das Jahr 2010 und haben mal wieder einen Dioxin-Skandal. Diesmal wurde verseuchter Mais aus der Ukraine zu Mischfutter für Nutztiere verarbeitet. Betroffen waren zuerst Hühner bzw. deren Eier, später auch Schweineund Rinder von Öko-Höfen. Dioxin reichert sich im Fettgewebe der Tiere an.

Quelle: Tagesspiegel 18.05.2010

„Nicht nur Öko-Hennen, auch Bio-Kühe, -Schweine, -Ferkel, -Lämmer und -Ziegen sind offensichtlich mit dem dioxinverseuchten Futtermais gefüttert worden. […] Kontaminiertes Fleisch darf nicht verkauft und auch nicht weiter verarbeitet werden, auch nicht zu Hunde- oder Katzenfutter. Nach Ansicht der Experten löst sich das Problem jedoch im Laufe der Zeit von selbst: „Die Hühner bauen das Dioxin wieder ab“, berichtet Babette Winter…“

Eine lückenlose Kontrolle ist jedoch im Nachhinein nicht mehr möglich. Keine schönen Aussichten finde ich und bin gespannt, wie es weitergeht.

Das Jahr 2011 hat gerade erst begonnen, da gibt es den nächsten Dioxin-Skandal.

Quelle: WELT ONLINE vom 03.01.2011

„Im aktuellen Fall führt die Dioxin-Spur von einem emsländischen Biodiesel-Hersteller über einen niederländischen Fett-Händler zu einem schleswig-holsteinischen Fett-Verarbeiter, von dort zu diversen Futtermittelhändlern und in die Ställe der Geflügel- und Schweinezüchter diverser Bundesländer. Das dem Tierfutter untergemischte Fett war offenbar in einer bestimmten Mischfettsäure enthalten, die ursprünglich bei der Herstellung von Biodiesel aus Raps-, Soja- und Palmöl entsteht.“

weiterführende Links


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Oktober 16 2012

Katzen und Wirtschaftskrise

Montag, 7. September 2009

Hat die Wirtschaftskrise jetzt auch die Haustiere erreicht? Welche Auswirkungen hat die Krise auf ihre Halter? Brauchen diese nicht gerade in schweren Zeiten ihre geliebten Haustiere?
Auch 2008 führten die Katzen die Beliebtheitsskala der tierischen Mitbewohner an. Insgesamt wurden 300.000 Stubentiger mehr gezählt als noch im Jahr zuvor, ein Anstieg auf nunmehr 8,2 Millionen. In 16,5 Prozent der deutschen Haushalte lebte damit eine Katze (Quelle: IVH).

Für Haustiere gilt, wie auch für ihre Halter, die Schere von arm und reich klafft weiter auseinander. Während die Einen ihre Haustiere mit Artikeln aus Luxusboutiquen ausstatten, können die Anderen die Kosten für die Tierhaltung nicht mehr aufbringen. Man kann es nicht verstehen, wie Menschen es schaffen, ein Tier, mit dem sie viele Jahre ihres Lebens geteilt haben, einfach abzugeben oder gar auszusetzen. Es werden immer mehr ältere und kranke Tiere abgegeben und 69 Prozent der Tiere, die in den 519 zum Deutschen Tierschutzbund gehörenden Tierheimen landen, werden mit der Begründung „finanzielle Not“ abgegeben.
Für die Tierheime ist das eine große finanzielle Belastung: Ältere und kranke Tiere brauchen mehr Betreuung. Die Tierheime haben aber noch mit einem weiteren Problem zu kämpfen: Ihre Einnahmen sinken, denn die Spenden gehen deutlich zurück. Wegen der Wirtschaftskrise sitze das Geld nicht mehr so locker. Einigen droht sogar die Insolvenz.

Die Wirtschaftskrise hat jetzt auch die Haustiere erreicht: Immer mehr Haustiere werden ausgesetzt oder in Tierheimen abgegeben. Wie der überregional tätige Tierschutzverein Bund Deutscher Tierfreunde e.V. (BDT) mit Sitz in Kamp-Lintfort mitteilte, sind besonders alte und kranke Tiere betroffen. Für die Tierheime stellt der durch die Wirtschaftskrise ausgelöste Trend ein großes Risiko dar. Alte und kranke Tiere verursachen hohe Kosten und sie sind quasi nicht weiter zu vermitteln. Gleichzeitig können sich viele Tierfreunde ihre Spenden oder Mitgliedsbeiträge zu Tierschutzvereinen nicht mehr leisten.

Mit Schildern um den Hals – „Bin Hartz IV-Empfänger“ – werden sie abgegeben, Endstation Asyl. Immer mehr Vierbeiner landen mittlerweile im Heim, weil ihren Besitzern der Unterhalt zu teuer ist. (Quelle Spiegel vom 27.08.09)

Initiativen, die Tiere unterstützen:

  • Die Tiertafel Deutschland e.V. wurde 2006 in Rathenow gegründet, um Mitbürgern mit Haustieren zu helfen, die finanziell oder körperlich, nicht in der Lage sind, ihre Haustiere gesund und artgerecht zu ernähren. Ziel ist auch, mittels kompetenter Beratung durch die Tiertafel und durch befreundete Vereine einer schlechten, nicht artgerechten Haltung vorzubeugen.
  • Der Futterverein wurde 2009 gegründet um Tiere in Not  zu unterstützen. Der Verein stellt Futter, zahlt Arztkosten und Behandlungen. Er lebt durch Spenden, Tierpatenschaften und Mitglieder, welche den Verein finanziell oder mit Sachspenden unterstützen.

2,59 Milliarden Euro gaben Haustierbesitzer nach Angaben des Industrieverbandes Heimtierbedarf 2008 für Tiernahrung aus; eine Steigerung um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Weitere 906 Millionen Euro wurden für Zubehör wie Hundeleinen, Kratzbäume und Spielzeug ausgegeben.

Fressnapf hat im zweiten Quartal dieses Jahres europaweit 21 Märkte eröffnet und die Zahl seiner Standorte in Deutschland und elf weiteren europäischen Ländern auf nunmehr 1.029 Märkte gesteigert.

Mars Inc. ist ein US-amerikanischer Nahrungsmittelkonzern mit Firmensitz in McLean, Virginia, der neben einigen bekannten Schokoriegeln (Mars, Milky Way, Snickers, Twix, M&M’s, Bounty, etc.) und anderen Lebensmitteln (Uncle Ben’s Reis, Dolmio) auch Tierfutter (Pedigree, Whiskas, Frolic, Kitekat, Sheba, Cesar, Trill) und Pflanzenpflegeprodukte produziert. Mars ist einer der größten Süßwarenkonzerne der Welt. Bis zum 1. September 2007 firmierten die europäischen Tochtergesellschaften unter dem Namen Masterfoods.

Mehrwert durch Nährwert

„Das letzte Jahr war unser Bestes seit 1999. Gerade unsere Premium-Marken profitieren von einer in schwieriger gewordenen Zeiten wichtiger werdenden emotionalen Nähe zum Tier“, so Geschäftsführer Loïc Moutault weiter. In der Vergangenheit habe er immer wieder beobachten können, wie in angespannten Zeiten Hund und Katze Freundschaft und Geborgenheit bedeuten und somit ein Stück heile Welt, in der „value for money“ wichtiger denn je sei. Für die zweite Jahreshälfte jedoch rechnet man bei Mars Pet Care mit einer Verschärfung der Lage und geht auch von einer Konsumschwächung aus. „Wir gehen aber nicht davon aus, dass die Kategorie Pet Care Opfer der Krise wird“, so Loïc Moutault.

Der Konzern auf einen Blick

Global: Mars Inc. setzt mit 70.000 Mitarbeitern 30 Mrd. US$ um. Auf Tiernahrung entfallen 38 Prozent.  Europa: Mars Pet Care Europe erwirtschaftet 2 Mrd. €. Seit 2006 sind der Sitz des europäischen Managements sowie das europäische Forschungs- und Entwicklungs-Zentrum für Petcare in Verden.
Deutschland: Von den 1,3 Mrd. € Umsatz entfallen gut 700 Mio. € auf Tiernahrung. Im Jahr 2008 stiegen die Einzelhandelsumsätze um 4 Prozent. Die Katzenkategorie hatte den stärkeren Zuwachs mit 5 Prozent, Hundekategorie stieg um 2 Prozent.
Die deutschen Produktionsstandorte sind Verden (Nass-Nahrung) und Minden (Trocken-Nahrung).

Quelle pet 7-8/2009 (PDF)

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Oktober 16 2012

Katzenschutz im Superwahljahr

Montag, 7. September 2009

Im Superwahljahr 2009 lautet es dieses mal: „Stimme für die Tiere“. „Wir mischen uns ein, parteipolitisch neutral, aber tierschutzpolitisch konsequent“, erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, das Leitmotto des Welttierschutztages, der am 4. Oktober, damit also mitten in beginnenden Koalitionsverhandlungen, stattfindet.

Leitmotto zum Welttierschutztag: „Stimme für die Tiere“

Der 4. Oktober –  Todestag des Heiligen Franz von Assisi – wird international von Tierschützern als „Welttierschutztag“ zur aktiven Verbreitung von Tierschutzanliegen genutzt. In den Wochen vor dem 4. Oktober machen die über 700 Tierschutzvereine, die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossen sind, mit Infoständen und anderen Aktionen auf die zentralen Anliegen aufmerksam. Traditionell ruft der Deutsche Tierschutzbund jährlich ein Leitmotto aus.
(Pressemeldung)

Als erstes Land in der EU hat Deutschland 2002 den Tierschutz ins Grundgesetz aufgenommen und damit zum Staatsziel erhoben. An den Missständen im Umgang mit Tieren hat sich seither jedoch kaum etwas geändert.

Artikel 20a GG
Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.

Auszüge aus dem Tierschutzgesetz (TierSchG)

§ 1
Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.
§ 2
Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

  1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
  2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
  3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

Gesamtausgabe

Fragen zur Bundestagswahl zum Katzenschutz

  • Heimtierschutzgesetz
Unterstützen Sie die Forderung des Deutschen Tierschutzbundes, Zucht, Ausbildung, Haltung, Handel sowie Kennzeichnung und Registrierung von Hunden, Katzen und anderen Heimtieren umfassend und detailliert zu regeln?

  • Animal Hoarding
Werden Sie die Aktionsrahmen von Behörden stärken, um in Fällen von „animal hoarding“ (krankhafte Tiersammelsucht) zeitnah reagieren zu können?
  • Tierschutzgesetz
Sind Sie der Auffassung, dass das seit 1986 in seinen Grundzügen geltende Tierschutzgesetz den Auftrag bereits erfüllt oder werden Sie sich in der kommenden Legislaturperiode für eine umfassende Novelle des Tierschutzgesetzes einsetzen?
  • Förderung praktischer Tierschutzarbeit
Unterstützen Sie die Forderung des Deutschen Tierschutzbundes, dass sich der Bund, die Länder und die Kommunen stärker an der Förderung der praktischen Tierschutzarbeit vor Ort beteiligen müssen?
  • Sozialleistungen für Tierhaltung
Werden Sie sich darüber hinaus dafür einsetzen, dass die Tierhaltung in sozial schwachen Haushalten bei der Bemessung von Sozialleistungen auch finanziell berücksichtigt wird?

 

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Oktober 16 2012

Hund und Katze

Freitag, 7. August 2009

Hund und Katze

Miezel, eine schlaue Katze,
Molly, ein begabter Hund,
Wohnhaft an demselben Platze,
Haßten sich aus Herzensgrund.

Schon der Ausdruck ihrer Mienen,
Bei gesträubter Haarfrisur,
Zeigt es deutlich: Zwischen ihnen
Ist von Liebe keine Spur.

Doch wenn Miezel in dem Baume,
Wo sie meistens hin entwich,
Friedlich dasitzt wie im Traume,
Dann ist Molly außer sich.

Beide lebten in der Scheune,
Die gefüllt mit frischem Heu.
Alle beide hatten Kleine,
Molly zwei und Miezel drei.

Einst zur Jagd ging Miezel wieder
Auf das Feld. Da geht es bumm!
Der Herr Förster schoß sie nieder.
Ihre Lebenszeit ist um.

Oh, wie jämmerlich miauen
Die drei Kinderchen daheim.
Molly eilt, sie zu beschauen,
Und ihr Herz geht aus dem Leim.

Und sie trägt sie kurz entschlossen
Zu der eignen Lagerstatt,
Wo sie nunmehr fünf Genossen
An der Brust zu Gaste hat.

Mensch mit traurigem Gesichte,
Sprich nicht nur von Leid und Streit,
Selbst in Brehms Naturgeschichte
Findet sich Barmherzigktit.

Wilhelm Busch

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Oktober 16 2012

Katzenknigge

Sonntag, 2. August 2009

Jeder Mensch, der mit Katzen zusammenlebt, kennt die Verhaltensweisen der kleinen Fellmonster, die uns zum Schmunzeln bringen.

 

Mahlzeiten:

  • Friss niemals aus deiner eigenen Schüssel, wenn du Essen vom Tisch klauen kannst.
  • Trinke niemals aus deiner Wasserschüssel, wenn irgendwo ein Glas Wasser (oder besser  noch, mit Milch) steht, aus dem du trinken kannst.
  • Jammere niemals vor Hunger bevor die Leute das Futter aus dem Schrank nehmen. Schreie dann aber so, als ob du seit Wochen nichts mehr zu fressen bekommen hättest.
  • Sobald das Futter in der Schüssel ist, sollte es erst mal ignoriert werden. Bevor du Dich dann entschlossen hast zu fressen, verteile grundsätzlich die ersten drei bis vier Happen auf dem Boden vor der Fressnapfunterlage.

Gäste:

  • Setze eine überraschte und verletzte Mine auf, wenn du beschimpft wirst, weil du nach dem Essen auf dem Tisch zwischen dem Geschirr spazieren gehst. Der Ausdruck sollte besagen: Aber wenn kein Besuch da ist, darf ich das doch auch!
  • Wenn du einen Schoß zum Sitzen aussuchst, achte immer darauf, dass dieser auch einen guten Kontrast zu deiner Fellfarbe abgibt. Beispiel, eine weiße Katze sollte sich immer auf dunkle Schöße setzen.
  • Begleite Gäste immer auf die Toilette und beobachte, ob sie auch alles richtig machen.
  • Falls ein Gast sagen sollte, dass er Katzen liebe, behandle ihn mit hochmütigem Stolz, verhänge Deine Krallen in den Nylonstrümpfen (falls zutreffend), beiße ihn in den Fußknöchel oder wende eine Kombination der aufgeführten Möglichkeiten an.
  • Krieche grundsätzlich in die vom Gast mitgebrachten Taschen oder Aktenkoffer und durchwühle sie sorgfältig. Der Gast muss sich noch Wochen später über die darin hinterlassenen Haare freuen können.

Türen:

  • Toleriere keine geschlossenen Türen! Um die Tür zu öffnen, kann man entweder daran kratzen oder dagegen schlagen. Sobald die Tür geöffnet wird, darf man selbstverständlich nicht durchgehen.
  • Nachdem du befohlen hast, dass eine nach draußen führende Tür für geöffnet wird, stehe auf der Schwelle, halb innen und halb außen und fange an, über alles mögliche nachzudenken. Das ist vor allem dann sehr wichtig, wenn es draußen entweder sehr kalt oder sehr heiß ist und während der Schnaken-Hochsaison (für österreichische Katzen: Gelsen-Hochsaison).
  • Handelt es sich um Terrassentüren, warte mit der Kratzaktion bis diese frisch geputzt sind. Dann warte, bis es regnet, gehe kurz raus um Luft zu schnappen und wenn die Pfoten dann schön matschig und nass sind, kannst du anfangen, durch Kratzbewegungen gegen die Scheibe, formschöne Bilder und Muster darauf zu gestalten.

Waschtag:

  • Setzte Dich niemals in den Wäschekorb mit dreckiger Wäsche, warte bis alles sauber ist und vielleicht sogar noch warm vom Trockner. Dies ist sehr wichtig, vor allem bei Handtüchern.
  • Hilf stets beim Wäschezusammenlegen! Zeige es den Menschen, wenn sie es deiner Meinung nach nicht richtig gemacht haben, indem du die Wäsche durch die Gegend schleifst.
  • Sei immer beim Bettenmachen behilflich! Laken und Bettbezüge müssen angegriffen und gebissen werden, um sie gefügig zu machen.

Büroarbeiten:

  • Wenn Deine Menschen beim Briefe schreiben oder ähnlichem sind, setzte Dich immer auf die Papiere, auf denen die gerade schreiben. Wenn sie Dich herunterheben, beobachte sie mit trauriger Mine.
  • Pass gut auf, ob vielleicht mit Tinte geschrieben wird, sobald du noch feuchte Tinte auf Papier siehst, setzte Dich darauf.
  • Nach dem zweiten Herunterheben musst du anfangen, Kugelschreiber und Bleistifte vom Tisch zu werfen. Aber bitte einzeln!
  • Schreibmaschinen sollte der Mensch nicht alleine bedienen müssen. Setze Dich auf den Schoß Deines Menschen und versuche die Typen zu fangen. Wenn es an der zeit ist, Papier zu zerbeißen, dann warte bis der Mensch ein perfekt getipptes Blatt aus der Maschine zieht.
  • Noch schöner sind Computer! Warte bis das Telefon klingelt und der Mensch den Computer verlässt und spiele Katzen auf der Tastatur. Du wirst staunen, was du alles auf dem Bildschirm sehen kannst.
  • Wenn jemand am Computer sitzt, rette ihn vor Verspannungen. Schleich Dich heran, streck Dich von hinten an die Lehne und zieh die Krallen einmal knackend ins Leder. Der Mensch springt auf, du wirst beachtet und er ist vor Verspannungen bewahrt.

Übelkeit:

  • Tabuisieren wir es nicht länger. Übelkeit kommt halt doch des Öfteren vor. Wenn du Dich übergeben musst, ist es wichtig, dass du schnell machst, es sei denn, du liegst schon im Bett! Ansonsten versuch schnell ins Bett zu kommen. Falls die Zeit knapp wird, versuche einen Orientteppich zu erreichen, ein normaler Teppichboden tut es auch. Zumindest einen Sessel oder ein Sofa sollte man erreichen. Unbedingt zu vermeiden ist es, sich im Badezimmer, der Küche oder auf einem sonstigen kalten, gefliesten Boden zu übergeben. Ganz schlimm, wenn es einen auf dem Katzenklo erwischt!

Zusammenleben mit den Menschen:

  • Als allgemeine Regel gilt, dass man sich immer zu dem Menschen setzt, der beschäftigt ist und nicht zu dem, der im Moment nichts tut.
  • Liest einer deiner Menschen ein Buch oder eine Zeitung, versuche immer, dich darauf zu setzen, wenn das nicht möglich ist, setze dich zwischen Buch und Gesicht.
  • Falls Dein Mensch strickt, setze sich ganz brav auf seinen Schoß. Vergiss aber nicht, ab und zu die Stricknadeln anzugreifen.
  • Wir Katzen wissen um die Wichtigkeit der Hygiene und verwenden einen großen Teil des Tages mit der akribischen Pflege unseres Fells. Unsere fast nackten Schutzbefohlenen jedoch, sind da arm dran! Ihre Zunge ist degeneriert und eignet sich nicht mehr zur Reinigung, so versuchen sie tapfer mit anderen Hilfsmitteln, wie künstlichen Zungen, auch Waschlappen genannt, unter der missbräuchlichen Verwendung von Wasser (das trinkt Katze doch höchstens) ihren nahezu haarlosen Körper sauber zu halten. Es ist unsere Aufgabe, sie dabei zu unterstützen und ihnen so unsere tiefempfundene Fürsorge zuteil werden zu lassen. Regelmäßiges Gesichtabschlecken ist also unumgänglich! Am einfachsten geht es, wenn sie schlafen, da halten sie meist still.
  • Denke immer daran, deinen Menschen ganz besonders aufmerksam zu begrüßen, wenn er mit gefüllten Einkaufstüten den ersten Schritt über die Türschwelle macht. Werfe dich ihm direkt vor die Füße und sei fasziniert von der menschlichen Grazie bei dem verzweifelten Versuch, dich nicht zu treten.
  • Denke daran, dass eine erfolgreiche Katze immer gut ausgeruht ist, schlafe deshalb fast den ganzen Tag, damit du nachts um 3 Uhr fit bist, um auf dem Bett Bergsteigen oder Mäusefangen zu spielen.
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