August 30 2015

Der Tiger

John Vaillant: DER TIGER
John Vaillant: DER TIGER

Ich habe das Buch „Der Tiger“ schon vor längerer Zeit gelesen und wollte es  im Zusammenhang mit einem Beitrag über Amurtiger empfehlen. Der Untertitel „Auf der Spur eines Menschenjägers“ vermittelt einen falschen Eindruck. Es geht um eine wahre Geschichte, die durchaus als dokumentarischer Thriller bezeichnet werden kann, die Story ist aber „nur“ der „rote Faden“, der durch das Buch führt. Den weitaus grösseren Teil nehmen Hintergrundinformationen ein, über die Gesellschaft, über eine vom Aussterben bedrohte Art, über die Region Primorje etc. , deshalb habe ich das Buch sowohl der Kategorie Belletristik als auch der Kategorie Sachbuch zugeordnet. Dieses Buch ist ein wahres Meisterwerk von John Vaillant. Es soll auch eine Verfilmung geben, mit Brad Pitt in der Rolle des Yuri Trush, voraussichtlich 2016.

Ich habe die gebundene Ausgabe vom BLESSING Verlag (erschienen 2010), aus dem Englischen übersetzt von Dagmar Mallett.

ISBN 978-3-89667-380-0

John Vaillant berichtet akribisch, elegant und ehrfürchtig von einem einzigartigen Vorfall, der sich 1997 im äußersten Osten Russlands an einer der entlegensten Grenzen der Welt ereignet hat, wo der Tiger von Einheimischen verehrt, sein Überleben aber immer stärker gefährdet wird. »Der Tiger« zeigt diese faszinierende Tierart in Nahaufnahme und erzählt eine atemberaubende Geschichte über das Zusammenleben von Menschen und Raubtieren, dessen jahrhundertealte Balance in den chaotischen Nachwehen von Glasnost und Perestroika verlorengegangen ist. Ein unvergesslicher dokumentarischer Thriller.

2012 ist auch eine Taschenbuchausgabe bei HEYNE erschienen.

ISBN: 3453601041

weiterführende Links

Naturschutz, Politik, Thriller, Biografien und vieles mehr hat John Vaillant in sein Buch gepackt. Ein Teil des Erlöses spendet er russischen Naturschutzprojekten – dem Amur-Tiger und den Menschen von Primorje zuliebe, die beide um ihr Überleben kämpfen.

 

teilen...Tweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someoneShare on Facebook
November 24 2012

Geparden

Ich habe gerade den Artikel „Zwischen Schmugglern und Supermamas“ von Rolf Smith  im Spiegel gelesen. Die ungekürzte Fassung, „Der Gepard: Gejagter Jäger“, kann man  bei National Geographic nachlesen.

„Er ist zäh, schlau und vor allem schnell. Doch seinem größten Feind kann der Gepard nicht davonlaufen: dem Menschen. Jungtiere bringen viel Geld ein, der Schmuggel boomt. So hängt das Überleben der Art in freier Wildbahn von wenigen, sehr erfolgreichen Weibchen ab.“

Geparden, die untypischen Katzen

Geparde sind die schnellsten Landtiere der Erde: In drei Sekunden können sie eine Geschwindigkeit von circa 95 Kilometer pro Stunde erreichen. Als einzige Katzenart können Geparde ihre Krallen nicht einziehen. Auch untypisch für Katzen: sie sind tagaktiv. Der englische Name „cheetah“ kommt aus dem Sanskrit „chitraka“, was „der Gefleckte“ bedeutet. Der Gattungsname Acinonyx kommt aus dem Altgriechischen und besteht aus den Wortteilen „unbeweglich“ sowie  „Kralle“ und bezieht sich auf die eigenartigen, halb einziehbaren Krallen.

Da sich der Gepard morphologisch und anatomisch sehr stark von anderen Raubkatzen unterscheidet, war es bisher üblich, ihn in eine eigene Unterfamilie Acinonychinae zu stellen und weder den Groß- noch den Kleinkatzen zuzuordnen. Nach neueren Erkenntnissen (DNA-Analyse) wurde er der Puma-Linie zugeordnet (siehe Evolution).

Der Gepard war einst über fast ganz Afrika mit Ausnahme der zentralafrikanischen Waldgebiete verbreitet; außerdem waren Vorderasien, die indische Halbinsel und Teile Zentralasiens besiedelt. Die Ägypter zähmten sie als Haustiere und verewigten sie auf Gemälden in Gräbern und Tempeln. Die Sumerer dressierten Geparden zur Jagd. Auch aus dem Mogulreich (heutiges Indien) ist die Haltung von Geparden bekannt. Bereits im frühen 20. Jahrhundert waren die Tiere auf dem Subkontinent jedoch bereits so selten, dass sie für die Zucht aus Afrika importiert wurden.

Bestandsgröße und Gefährdungsstatus

Heute schätzt man die die Größe der letzten Population des Asiatischen Gepards im Nordiran auf höchstens 100 Tiere (Stand 2007). Der Bestand gilt weitgehend stabil, ist aber aufgrund seiner geringen Größe sehr anfällig für Krankheit und Naturkatastrophen. Im Nordwesten Afrikas kommen weniger als 250 fortpflanzungsfähige Individuen vor. Nach der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) sind sowohl der nordwestafrikanische als auch der Asiatische Gepard „vom Aussterben bedroht“. Das südliche Afrika ist die Hochburg der verbliebenen Geparde, die dort trotz ihrer relativ
höheren Bestandszahl und mehr zusammenhängenden Lebensräumen von der IUCN als „gefährdet“ eingestuft werden. Hier leben geschätzt mindestens 4.500 adulte Tiere. Insgesamt schätzt man die Zahl der fortpflanzungsfähigen Geparde in allen Lebensräumen auf 7.000 bis 10.000 Tiere.  Die größten Bedrohungen für Geparde sind Lebensraumverlust, Beuteschwund, Jagd und Wilderei.

Geparde sind, wie alle Wildkatzenarten, im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) im Anhang I eingestuft. Somit ist der internationale kommerzielle Handel mit ihnen verboten.

teilen...Tweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someoneShare on Facebook