November 13 2014

Domestikation Teil 3

Fortsetzung von …

TEIL 3:

Spuren der Domestikation im Erbgut der Hauskatze

Die Katze schloss sich freiwillig dem Menschen an , sie gilt als semidomestiziert. Die Geschichte ihrer Domestikation erklärt ihr unabhängiges Wesen. Sie begann nicht, wie lange vermutet wurde, im Alten Ägypten. Genetische Analysen sowie neue archäologische Befunde offenbaren nun aber einen völlig anderen Ursprung. Ein Team der Universität Oxford um den Genetiker Carlos Driscoll, das die Gene von fast 1000 Hauskatzen von fünf Kontinenten untersuchte, wies nach, dass alle fünf aufgefundenen genetischen Hauptlinien allein von der Widkatzenart Felis silvestris lybica abstammen und dass die Domestikation im Gebiet des Fruchtbaren Halbmonds erfolgte [ siehe Spektrum der Wissenschaft: „Die wahre Herkunft der Hauskatze“].

Dass die Hauskatze (Felis silvestris catus)von der Wildkatze Felis silvestris abstammt, wurde zwar schon vermutet, der Beweis war aber schwierig, da der Stand der Wissenschaft dies (noch) nicht zuliess.  Sie stammt von der nordafrikanischen Wild- oder Falbkatze (Felis sylvestris lybica) ab. Allerdings sind die heutigen Hauskatzen aus genetischer Sicht verändert im Vergleich zu Katzen, die zu Beginn der Domestizierung gelebt haben. Damit beschäftigte sich eine Forschergruppe um um Wesley Warren von der Universität Washington in St. Louis. Hauskatzen (Felis silvestris catus) gelten nur als halbdomestiziert, da sie nicht isoliert von Wildkatzen leben. Ausserdem entziehen sich Hauskatzen, sowohl beim Jagen als auch bei der Aufzucht der Nachkommen, der Kontrolle durch den Menschen. Deshalb gingen die Forscher davon aus, dass die Domestizierung im Zuge der Adaptation  (evolutionäre Anpassung) nur leichte Spuren im Katzen-Erbgut hinterlassen hat.

Zähmung durch Selektion

Das Zusammenleben von Mensch und Katze war von beiderseitigem Nutzen. Die Vierbeiner hielten Nagetiere vom Getreide fern und wurden anscheinend von den Menschen gut versorgt. Warren und seine Kollegen  entschlüsselten zunächst das Erbgut einer weiblichen Abessinierkatze, einer der ältesten gezüchteten Katzenrassen der Welt. Die genetischen Informationen dieser Rasse verglichen sie mit denen von sechs anderen Hauskatzen-Rassen, zwei Wildkatzen-Arten und vier anderen Säugetieren: Mensch, Hund, Tiger und Kuh. Die Forscher fanden im Erbgut der Hauskatzen fünf Regionen, die offenbar mit ihrer Domestizierung zusammenhängen. Sie betreffen die Gedächtnisbildung, das Lernen durch Belohnung und die Konditionierung durch Angst. Außerdem stießen die Wissenschaftler auf Besonderheiten des Fettstoffwechsels, die wahrscheinlich mit der carnivoren Ernährung von Katzen zusammenhängen, sowie Gen-Variationen, die die außergewöhnlichen Seh- und Hörfähigkeiten der Vierbeiner erklären. Katzen, die durch Belohnung mit Futter zahmer wurden (Konditionierung), seien im Laufe der Jahrtausende gezielt selektiert worden,  das könnte zur Veränderung des Katzen-Genoms geführt haben. Demnach betrifft das Zähmen von Wildtieren vor allem Gene, die die Gehirnentwicklung regulieren. So wurden, unter anderem, Mutationen in Genen gefunden, die das Wandern von Nervenzellen in der Hirnentwicklung steuern, was dann Aggressivität, Gedächtnisbildung und Lernenverhalten ändert. Es wird vermutet, dass Änderungen in solchen Genen die Grundlage der Evolution bildet, was Zahmheit betrifft ist.

Funde aus China

Ein Team um Yaowu Hu von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking untersuchte acht Knochen, die von zwei oder mehr Katzen stammten. Diese Knochen wurden vor rund 5300 Jahren vergraben, wobei sich aus den verschiedenen Datierungen ergibt, dass die Menschen dort mindestens 200 Jahre eng mit Katzen zusammenlebten. Die Überreste stammen damit aus dem Zeitraum, in dem Wildkatzen vermutlich domestiziert wurden. Bauern haben damals die Katzen möglicherweise mit Getreide gefüttert und so deren Domestizierung, durch Selektion der mittels Konditionierung zahmer gewordenen Katzen, vorantrieben. Anschließend analysierten die Wissenschaftler Kohlenstoff- und Stickstoffisotope in den Katzenknochen sowie in weiteren Knochen von Tieren und einem Menschen. Sie konnten dadurch auf die jeweilige Ernährung schließen. Menschen, Nagetiere und Katzen hatten demnach viel pflanzliche Nahrung, vor allem Hirse, verzehrt.

Domestizierungs-Syndrom-Hypothese

Die jüngsten Analysen bestätigen die Domestizierungs-Syndrom-Hypothese. In der aktuellen Studie (siehe unten GENETICS) zeigen Adam Wilkins und seine Mitarbeiter vom Stellenbosch Institute of Advanced Study in Südafrika nun, dass diese Domestizierungsanzeichen mit der Entwicklung der Neuralleiste zusammenhängen, jenem Teil eines Embryos, aus dem später das Nervensystem hervorgeht.

 weiterführende Links

 

 

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Juni 24 2014

Die Katze – Haustier oder Wildtier?

Definition Haustier
Haustiere sind Tiere, die wegen ihres Nutzens oder des Vergnügens halber vom Menschen gezüchtet werden. Die Haustiere sind durch Domestikation aus Wildtierarten hervorgegangen.

Definition Heimtier
Heimtiere sind Tiere, die vom Menschen aus verschiedenen Motiven meist in der Wohnung oder in sonstigem engen Kontakt mit ihm gehalten werden. Motive für die Haltung von Heimtieren können sein: Freude am Tier, Zierde, Interesse an Verhaltensweisen oder Züchtung der Tiere, Ersatz für Sozialpartner oder Spielgefährte für Kinder.

Definition Wildtier
Wildtiere leben üblicherweise in der Wildnis, und sie sind – im Gegensatz zu den Haustieren – nicht domestiziert. Die Bezeichnung ist nicht zu verwechseln mit dem Ausdruck Wild (Jagdwild), mit dem die für die Jagd relevanten Tiere bezeichnet werden.

Definition Hauskatze
Die Hauskatze zählt zu den beliebtesten Heimtieren. Von Rassekatzenzüchtern und auch umgangssprachlich wird der Begriff „Hauskatze“ einschränkend für Katzen mit einer breiten Vielfalt von Wuchstypen und Fellfarben verwendet, die zwar in mehr oder weniger direktem Kontakt mit dem Menschen leben und daher als domestiziert gelten, aber keiner bestimmten Katzenrasse angehören. Sie stehen dann Rassekatzen gegenüber, die durch mehrjährige gezielte und dokumentierte Züchtung entstanden sind. Im biologischen Sinne sind jedoch beide Gruppen Hauskatzen und gehören innerhalb der Gattung der Katzen (Felis) zur Art der Wildkatzen (Felis silvestris).

Die Begriffe Haustier und Heimtier sind teils unscharf voneinander abgegrenzt. In der Alltagssprache werden beide Begriffe in der Regel als Synonyme gebraucht. Der Begriff Heimtier ist eine Übersetzung des englischen Begriffs pet. Pet wird häufig auch als Haustier übersetzt. Im Englischen gibt es für das Haustier im biologischen Sinn die Bezeichnung domestic animal.

Die Katze hat eine Sonderrolle, weil sie als Haustier bei uns Menschen lebt, aber auch ein Wildtier geblieben ist. Natur und Kultur treffen hier aufeinander. Die Katze kann als reine Wohnungskatze gehalten werden, sie kann als Freigänger sowohl im Haus alsauch in der Natur leben. Sie kann auch ausschliesslich in der Natur leben als verwilderte Streunerkatze oder „halbwild“ als „Bauernhofkatze“.
Als Wohnungskatze wird sie regelmässig gefüttert, sie ist nicht der Witterung ausgestzt, wird gepflegt und vom Tierarzt behandelt, wenn es nötig ist. Freigänger sind teilweise derWitterung ausgesetzt, können Beutetiere jagen und fressen, haben aber die Option im Haus gefüttert zu werden und dort Schutz vor Regen und Kälte zu haben. Sie haben viele Sinneseindrücke, treffen auf Artgenossen, können Beutetiere jagen und fressen, was ihnen schmeckt, sind aber auch Gefahren ausgesetzt. Sie können von Parasiten befallen werden, Unfälle haben, auf andere Wild- oder Haustiere treffen. Die meisten Katzenbesitzer sind irritiert, wenn ihre Katze Beute ins Haus bringt, teilweise noch lebend und darunter auch Singvögel, dann denkt der Mensch über das Raubtier Katze nach. Die Katze ist daher nicht bei allen Menschen beliebt. Tierärzte haben oft Opfer von Katzenhassern in ihrer Praxis, verletzt, vergiftet, angeschossen… oder sie kommen eines Tages nicht vom Freigang zurück. Jäger und Katzenhasser rechtfertigen ihre Taten meist mit der Behauptung, dass Katzen den Bestand an Singvögeln gefährden würden. Die Jäger versuchen die Jagd mit ökologischen Gründen zu rechtfertigen. Der Ökologe Reichholf geht diesen immer wiederholten und wenig hinterfragten Argumenten auf den Grund und stellt in aller Deutlichkeit fest, dass Jagd aus ökologischen Gründen nicht sein muss . Die Bewirtschaftung der (Wald-)Reviere wird von den Förstern durchgeführt. 1999 stellte die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte im Falle französischer Kläger mit 16:1 Richterstimmen fest, dass es gegen die Menschenrechte verstößt, wenn Grundstückseigentümer dazu verpflichtet werden, einer Jagdgenossenschaft zwangsweise beizutreten und die Jagd auf ihren Grundstücken zu dulden, obwohl die Jagd ihrer eigenen ethischen Moral widerspricht. Mit Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom 26. Juni 2012 wurde festgelegt, dies in nationales Recht umzusetzen.
Tierfreunde feiern ein Grundsatzurteil: Grundstückseigentümer müssen die Jagd auf ihrem Grund und Boden nicht mehr dulden, wenn sie diese aus ethischen Gründen ablehnen.

weiterführende Links

 

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Oktober 30 2012

Verhaltensbiologie der Katze

Es müssen nicht immer Klassiker, wie Leyhausen oder Turner sein. Ein Buch, was ich vor einiger Zeit gelesen habe, hat mir super gefallen:

 

verhaltensbiologieVerhaltensbiologie der Hauskatze

Udo Gansloßer

ISBN 978-3-930831-76-0

vom Filander-Verlag

 

 

 

Inhalt:

  1. Grundlegende Bemerkungen zur Verhaltensbiologie
  2. Wo kommt sie her? – Die Wildkatze als Stammform
  3. Domestikationsgeschichte und Anfänge der Rassenbildung
  4. Nahrungserwerb und Nahrungssuche
  5. Sinnesleistungen und Kommunikation
  6. Die Fortpflanzung
  7. Gruppenverhalten
  8. Jungtierentwicklung und ihre äußeren Einflüsse
  9. Individualität und Persönlichkeit / Jede Katz ist anders Katz
  10. Beschäftigungsprogramme für Hauskatzen

 

Auch Verhaltensbiologin ist Marlitt Wendt. Sie schreibt im Katzenmagazin Pfotenhieb und ihre Website heisst Cleverekatzen.

Das erste Buch, was ich von ihr gelesen habe, war folgendes:

Wie Katzenticken Wie Katzen ticken

Gefühle und Gedanken unserer Stubentiger

ISBN 978-3-8404-4003-8

Cadmos Verlag

 

 

 

Ihr neustes Werk hat mir auch gefallen:

Kätzchen mit Köpfchen

Kätzchen mit Köpfchen

Die faszinierende Intelligenz unserer Stubentiger

ISBN 978-3-8404-4013-7

Cadmos Verlag

 

 

Die beiden Bücher von Marlitt Wendt sind für mich sehr interessant, weil wir viel clickern und gern neue Intelligenzspielzeuge ausprobieren, auch für Hunde konzipierte.

 

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Oktober 17 2012

Evolution – Der Stammbaum der Katzenfamilie

Donnerstag, den 14. Januar 2010

Die Evolution der Katzen wurde bisher anhand von Fossilien bestimmt. Sie liegen einerseits nicht in ausreichender Anzahl vor und andererseits sind sie sich oft sehr ähnlich. Mit Hilfe moderner Verfahren der Molekularbiologie ist es heute möglich, die Stammbäume mittels Sequenzierung von  DNA und  RNA zu überprüfen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die sogenannte  mt-DNA. Es handelt sich hierbei um DNA, die nicht im Zellkern vorliegt, sondern in den Mitochondrien (mt). Ein Vergleich der mtDNA zweier Arten lässt Rückschlüsse zu, wann sich ihre Wege trennten.

Die ersten  katzenartigen Raubtiere tauchten vor etwa 35 Mio. Jahren auf. Der europäische Proailurus war ungefähr so gross, wie die heutige Hauskatze und lebte wahrscheinlich auf Bäumen. Vor ca. 20 Mio. Jahren wurde er vom Pseudaelurus abgelöst, welcher etwa Pumagrösse zu haben schien. Die Säbelzahnkatzen sind eine vor ca. 10 000 Jahren ausgestorbene Linie der Katzen. Der bekannteste Vertreter war der Säbelzahntiger ( Smilodon populator), dessen Name irreführend ist, da er sich unabhängig vom heutigen Tiger oder anderen Katzen entwickelte.

Die Geschichte der modernen Katze beginnt gegen Ende des Miozäns, vor ca. 11 Mio Jahren, als sich der Stammbaum in diverse Linien verzweigte, die. Ein zweiter Entwicklungsschub erfolgte vor ca. 3 Mio Jahren. Da die ersten Felidae die Landbrücke zwischen Asien und Nordamerika in beiden Richtungen mehrmals überquerten, konnte ein komplexes Verbreitungsnetz auf mehreren Kontinenten entstehen.

Systematik

Die traditionelle Systematik unterschied drei Unterfamilien. Geparde bildeten eine eigene Unterfamilie, die Acinonychinae. Die anderen beiden waren die Grosskatzen, (Pantherinae) und die Kleinkatzen (Felinae). Eine neuere Version teilte die Katzen in die drei Abstammungslinien (Wildkatzen, Ozelot und der Großkatzen). Die Katzenarten unterteilten sich in 8 Hauptlinien, die Aufspaltung erfolgte in 2 Phasen. Der Gepard, der wegen seiner Merkmale ein Aussenseiter innerhalb der Katzen ist, war früher schwer einzuordnen. Nach neueren Erkenntnissen (DNA-Analyse) wurde er der Puma-Linie zugeordnet.

 

Phase 1 Phase 2
  • die Gattung Panthera der Unterfamilie Grosskatzen trennte sich vom gemeinsamen asiatischen Vorfahren vor ca. 10,8 Mio. Jahre
  • die Asiatischen Goldkatzen vor ca. 9,4 Mio. Jahren
  • der Karakal vor ca. 8,5 Mio. Jahren
  • die Tiere gelangten von der Ostspitze Asiens nach Nordamerika und spalteten sich vor 8 bis 6,7 Mio. Jahren in die Ozelot-, Luchs– und Pumalinien auf, dabei entstanden vor ca. 6,2 Mio. Jahren die Ahnen der Bengalkatze und der Hauskatze
innerhalb der letzten 5 Mio. Jahre, im späten Pliozän und Pleistozän:

  • wanderten die Pantherae aus Asien nach Afrika, Nord- und weiter nach Südamerika
  • Luchse und Pumas zogen von Nordamerika zurück nach Asien und Europa (Pumas auch nach Südamerika und Afrika)
  • als letzter Zweig breiteten sich die Ahnen der Hauskatze nach Westen und Afrika aus

 

Stammbaum der Katzenfamilie

Anstelle eines Stammbaums mit nebenstehenden Ahnen und direkt abgeleiteten Generationen gibt es bei den Felidae mehrere Abstammungslinien jeweils eng verwandter Arten. Die Systematik ist jedoch umstritten. Die folgenden Namen und Linien stammen aus der internationalen Genstudie aus dem Jahr 2006 (Stephen J. O’Brien, Warren E. Johnson).

 

Panthera-Linie
Löwe Panthera leo
Jaguar Panthera onca
Leopard Panthera pardus
Tiger Panthera tigris
Schneeleopard Panthera uncia
Nebelparder Panthera nebulosa

 

Borneokatzen-Linie
Borneo-Goldkatze oder Rotkatze Pardofelis badia
Asiatische Goldkatze Pardofelis temmincki
Marmorkatze Pardofelis marmorata

 

Karakal- Linie
Karakal Caracal caracal
Afrikanische Goldkatze Caracal aurata
Serval Caracal serval

 

Ozelot-Linie
Ozelot Leopardus pardalis
Baumozelot oder Margay Leopardus wiedi
Anden- oder Bergkatze Leopardus jacobita
Pampaskatze Leopardus colocolo
Kleinfleck oder Salzkatze Leopardus geoffroyi
Chilenische Waldkatze oder Nachtkatze Leopardus guigna
Tiger- oder Ozelotkatze Leopardus tigrinus

 

Luchs-Linie
Iberischer Luchs Lynx pardinus
Eurasischer Luchs Lynx lynx
Kanadaluchs Lynx canadensis
Rotluchs Lynx rufus

 

Puma-Linie
Puma oder Berglöwe Puma concolor
Jaguarundi oder Wieselkatze Puma yagouaroundi
Gepard Acinonyx jubatus

 

Bengalkatzen-Linie
Pallaskatze oder Manul Otocolobus manul
Rostkatze Prionailurus rubiginosus
Bengal- oder Leopardkatze Prionailurus bengalensis
Fischkatze Prionailurus viverrinus
Flachkopfkatze Prionailurus planiceps

 

Hauskatzen-Linie
Hauskatze Felis catus
Europäische Wildkatze Felis silvestris
Falbkatze oder Afrikanische Wildkatze Felis lybica
Grau- oder Gobikatze Felis bieti
Sand- oder Wüstenkatze Felis margarita
Schwarzfusskatze Felis nigripes
Rohrkatze Felis chaus

 

Viele Katzenarten sind in ihrem Bestand gefährdet, die Ursachen sind Verlust an Lebensraum und Jagd.

Quelle: WWF Eisbär, Tiger & Co: Gewinner und Verlierer 2009

„… Die Verlierer 2009 Tiger: Nach aktuellen WWF-Schätzungen leben weltweit nur noch rund 3.200 Tiger in freier Wildbahn. Der Südchinesische Tiger, von dem vor zehn Jahren noch bis zu dreißig Individuen existierten, könnte mittlerweile sogar ausgestorben sein. „Ursache für den dramatischen Bestandsrückgang beim Tiger ist neben dem Lebensraumverlust vor allem die Wilderei und der illegale Handel mit Knochen, Fell oder Zähnen“, sagt Volker Homes, Leiter WWF-Artenschutz. Vor allem die Nachfrage nach verbotenen Tigerprodukten in der traditionellen Asiatischen Medizin sei für die Raubkatze überlebensbedrohend. „Wenn im Kampf gegen die Wilderei nicht schnellstens ein Durchbruch gelingt, wird es den Tiger bald nur noch in Zoos geben“, warnt Homes. Nach dem chinesischen Kalender beginnt am 14. Februar 2010 das „Jahr des Tigers“. Die Umweltschutzorganisation WWF startet daher eine weltweite Schutzkampagne für die seltene Raubkatze. […] Die Gewinner 2009 Luchs: Inzwischen gelten die deutschen Luchs-Populationen im Bayerischen Wald und im Harz als relativ gesichert. Seit 2009 scheint außerdem nach über 100jähriger Abwesenheit auch die endgültige Rückkehr der Luchse in ihren alpinen Lebensraum möglich. Zu diesem Schluss kam eine Studie der Umweltschutzorganisation WWF. Neben stabilen Populationen in den Schweizer Nordwestalpen und der Grenze zwischen Ostösterreich und Slowenien gibt es mögliche Vorkommen im Vorarlberg und Tirol. Der WWF erwarte, dass sich die Luchse weiter im Alpenraum ausbreiten, schließlich sei dieser ein idealer Lebensraum für die scheuen Jäger. Auch eine Rückkehr der Tiere ins Allgäu sei möglich. Amur-Leopard: Mit rund 35 Individuen in der Wildnis gilt der Amur-Leopard als eine der seltensten Großkatzen der Erde. Bei einer derart kleinen Population wiegt jeder Nachwuchs besonders schwer. Umso erfreulicher sind die Nachrichten, die den WWF 2009 aus seinem Schutzprojekt im russischen Fernen Osten erreichten: Ranger sichteten ein Leopardenweibchen mit drei Jungtieren im Schlepptau. Einer Schutzpatrouille, die die seltenen Amur-Leoparden vor Wilderern schützen soll, gelangen sogar spektakuläre Aufnahmen der scheuen Tiere. Die Fotos zeigen die junge Leoparden-Familie beim gemeinsamen Abendmahl in einem Steinbruch in der Region um Sukhanovka. …“

Spektrum der Wissenschaft „Der neue Stammbaum der Katzen“

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Oktober 17 2012

Domestikation Teil 2

TEIL 2

Verbreitung der Hauskatze

Fortsetzung von Teil 1: Ursprung der Hauskatze

Das Gebiet des Fruchtbaren Halbmonds, gilt als Ursprung des Übergangs von der nomadischen Lebensweise zu einer neuen Epoche, geprägt durch feste Siedlungsplätze, Ackerbau und Viehzucht mit Vorratshaltung (Landwirtschaft) sowie als das Gebiet mit einigen der ältesten Stadtkulturen der Welt. Im sogenannten Zweistromland, zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris, lagen die Stadtstaaten und Reiche der Sumerer, Babylonier, Aramäer und Assyrer. Mesopotamien handelte mit den angrenzenden Ländern. Die Fernhandelsbeziehungen reichten bis zum Indusdelta, Kreta, Ägypten und vermutlich weit darüber hinaus. Die Waren wurden per Schiff oder mit Karawanen transportiert.

 

Ohne Haustiere wäre Zivilisation undenkbar

Vor allem drei Tiere haben die Evolution der Menschheit geprägt: der Hund, die Katze, das Rind. […] Wie der Urmensch stammt die Katze aus Afrika, vor Tausenden Jahren jagte und spielte sie auf den Feldern des fruchtbaren Halbmonds – ein Gebiet von Ägypten bis zum Tigrisdelta. Vor etwa 9000 Jahren kamen Katzen in der Gegend des heutigen Irak dahinter, dass es sich im Gefolge von Menschen gemütlich leben lässt. Die ersten Katzen, so wissen Forscher heute, machten sich in der Nähe von menschlichen Siedlungen nützlich: Sie beseitigten den Abfall, jagten Schädlinge und Vögel – und galten obendrein auch noch als Delikatesse.


Die Hauskatze ist ein Kulturfolger, sie folgt dem Menschen auf den, von ihm erschaffenen, Verkehrswegen. Sie lebt in seinen Behausungen und profitiert von Ackerbau und Vorratshaltung, da sie hier Nahrung findet.

 

Katzen zu Land

Bekannte Handelswege im Alten Orient sind die Seidenstrasse (transkontinental von Ostasien bis zum Mittelmeer) und die Weihrauchstrasse (vom Süden Arabiens bis zum Mittelmeer). Seit der Mitte des 4. Jahrtausends v. Chr. erleichterte „die Erfindung des Rades“ den Transport der Handelsgüter. Die Routen bestanden zuerst aus unbefestigten  Naturwegen, deren Verlauf sich nach Geologie und Topographie richtete. Auf diesen Routen gab es sogenannte Karawansereien, das sind Herbergen, wo die Reisenden übernachten und sich mit  Reiseproviant versorgen konnten. Große Karawansereien dienten zugleich als Warenlager und Handelsplatz, an solchen Plätzen gab es Nahrung für Katzen.

In Indien war die Hauskatze häufig ein wichtiger Bestandteil religiöser Zeremonien. Von dort gelangte sie erst nach China und später nach Japan, wo sie ähnliche Aufgaben übernahm. In China um 1500 v. Chr. beschützten die Katzen die Kokons der Seidenraupen und in den Tempeln die alten Handschriften vor den Ratten und Mäusen.

 

Katzen zur See

Wissenschaftler haben auf Kreta 130 000 Jahre alte Steinwerkzeuge gefunden, wahrscheinlich kamen die Menschen damals schon als Seefahrer auf die Insel.

Spektrum der Wissenschaft April 2010 „Die wahre Herkunft der Hauskatze“

Im Jahr 2004 gaben Jean-Denis Vigne und seine Kollegen vom Muséum national d’Histoire  naturelle in Paris den Fund eines Grabs bekannt, wo vor 9500 Jahren eine junge Katze mitbestattet worden war. […] Dieser Fund gilt jetzt als ältester Hinweis darauf, dass man sich schon damals Katzen hielt. Auf den meisten Mittelmeerinseln lebten ursprünglich keine Wildkatzen. Nach Zypern müssen Menschen darum Katzen im Boot mitgenommen haben, wahrscheinlich von der nahen Levante her.

 

Geschichte der Seefahrt

7000 v. Chr.: Um diese Zeit beginnen die Menschen erstmals, Wasserfahrzeuge zu bauen, mit denen die Hohe See befahren werden kann. Es sind wahrscheinlich schon Plankenboote oder größere Fellboote. Zypern, Kreta, Sardinien, Irland, und auch die Kanarischen Inseln zeigen aus dieser Zeit erste Besiedlungsspuren.

Philister

Die Philister bewohnten im 12. Jahrhundert v. Chr. die Küste des historischen Palästina, ihre  Herkunft ist bis heute unklar.Sie gehörten vermutlich zu den „Seevölkern“, einer Koalition von Völkern, die wahrscheinlich aus Westanatolien  und der Ägäis/Kreta stammen. Die Hafenstädte stellten, mit den Phöniziern, die Flotte der Assyrer, die keine eigene hatten.

Phönizier

Den größten Anteil hatten die Phönizier, ein semitisches Volk des Altertums, das hauptsächlich im Bereich des heutigen Libanon und Syrien an der Mittelmeerküste lebte. Archäologische Quellen verweisen auf die Sinai-Halbinsel als Herkunft. Sie standen bis um 1200 v. Chr. unter dem kulturellen und politischen Einfluss Ägyptens. Die Ausfuhr von Katzen war im Alten Ägypten verboten. Darstellungen aus der Zeit vor 1000 v. Chr. zeigen Katzen an Bord ägyptischer Schiffe.

Der Name Phönizier leitet sich von der griechischen Bezeichnung Phoinikes ab. Sie haben sich selbst nie als solche bezeichnet, sondern benannten sich nach den Städten, aus denen sie kamen. In altägyptischen Quellen werden die Phönizier unter der Bezeichnung Fenchu erwähnt. Die Phönizier waren ausgezeichnete Seefahrer und die Katzen dienten als Schiffskatzen, sie schützten die Fracht vor Mäusen und Ratten.

Der Seevölkersturm, der um 1200 v. Chr. die Macht der Großreiche stark einschränkte, brachte den phönizischen Stadtstaaten die Selbständigkeit. Sie blieb bis zum Erstarken der assyrischen Großmacht um die Mitte des 8. Jahrhunderts v. Chr. bestehen. Als kühne Seefahrer und tüchtige Kaufleute wurden die Phönizier bald das beherrschende See- und Handelsvolk im Mittelmeer; Fahrten über die Meerenge von Gibraltar hinaus in den Atlantik sind belegt. Infolge der beschränkten Ausdehnungsmöglichkeiten ins Hinterland bauten sie den Mittelmeerhandel aus und gründeten Handelsniederlassungen an den Küsten und auf den Inseln des Mittelmeers, insbesondere auf Sizilien, Malta, in Südspanien und Nordafrika. Hauptausfuhrgüter Phöniziens waren Purpurstoffe, Zedern- und Pinienholz, Metall- und Glaserzeugnisse.

Im 8. Jahrhundert v. Chr. verloren die Phönizier ihre Stellung zur See an die Griechen; Phönizien selbst wurde assyrische Provinz….“

 

Griechen

Minoische Fresken zeigen Katzen in Jagdszenen. Katzen wurden mit der Göttin Artemis in Verbindung gebracht, eine religiöse Rolle konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Die minoische Kultur (Kreta) ist die früheste Hochkultur Europas, ihre frühminoische  Phase, verläuft parallel zur 1. bis 4. Dynastie Ägyptens.

Das altgriechische Wort für Katze, ailouros, taucht zwischen 800 und 500 v. Chr. auf und es wird ein schwarz/weißes Fell erwähnt, sie hatte sich damals  schon äußerlich von ihren wilden Vorfahren entfernt.

Größere Bedeutung für die Verbreitung von Hauskatzen in Europa hatten Tiere, die auf Handelswegen aus Vorderasien vor allem auf das griechische Festland gebracht wurden. Erstmalig erscheinen die Tiere hier auf Vasenmalereien des 5. und 4. vorchristlichen Jahrhunderts. In den Fabeln des Äsop wird die Katze als bäuerliche Mäusevertilgerin dargestellt, sie hatten nicht die Vorrangstellung, wie in Ägypten. Sie wurden als geschickt, anpassungsfähig und selbstbezogen beschrieben. Sie lebten mit dem Menschen zusammen, ihre Beziehung war allerdings nicht sehr eng. Siedler nahmen ihre Katzen mit und phönizische Händler brachten wahrscheinlich auch Katzen in andere Teile Europas, so erfolgte die Verbreitung in Europa.

Römer

Seit etwa 400 v. Chr. erschienen Katzen auf römischen Bodenmosaiken, Fresken, auf Tonscherben oder in Grabsteine gemeißelt. Sie  galten wahrscheinlich als Glücksbringer und sollten Personen und Orte schützen.

In der Ptolemäerzeit (323 – 30 v. Chr.) machten die Römer erstmals mit der ägyptischen Hauskatze Bekanntschaft. Als sie sich später in Europa eingebürgert hatte, wurde sie cattus genannt.

Die Römer verbesserten die Verkehrs- und Handelswege und damit die Verbreitung über den Landweg. In Europa wurden Katzenknochen in der Nähe von Militäranlagen gefunden, sie lebten in den Lagern der Armee und profitierten von den Lebensmittelvorräten.

Die Neue Welt

Später überquerten ihre Nachkommen die Meere bis nach Australien und Amerika. Fast jedes Schiff hatte mindestens eine Katze als festes Mitglied der Mannschaft an Bord. Ihre Aufgabe war es, die Lebensmittel, bei Handelsschiffen auch die Ware, vor Nagetieren zu schützen. Ob Kriegsschiff, Handel oder Expedition, Schiffskatzen waren immer dabei.

Im Rahmen der Europäischen Expansion kamen Katzen ab dem 15. Jhd. Nach Amerika. Der hohe Anteil der Katzen  mit Polydaktylie unter den Schiffskatzen zeigt sich besonders in Neuengland. Dieses Phänomen nennt man Gründereffekt. Die Maine Coon ist die erste und bekannteste amerikanische Katzenrasse. Sie stammt zweifellos von Schiffskatzen ab.

Wenn eine große Population aus einer kleinen Gründerpopulation hervorgeht, treten deren Merkmale offenbar vermehrt auf und setzen sich bei den Nachkommen häufiger durch. Betrachtet man das regionale Auftreten von besonderen Merkmalen, wie z.B. ein längeres Fell, Mehrzehigkeit oder bestimmte Fellfarben, näher, kann man zurückverfolgen, wie und wann sich eine bestimmte Population ausgebreitet hat. Bei der Zucht von Rassekatzen kann der Gründereffekt eine Ursache für das Vorkommen rassespezifischer Erbkrankheiten sein.

Zu welchem Zeitpunkt Katzen nach Australien kamen, weiß man nicht genau. Es gab Kontakte mit Indonesien, gestrandete Schiffe früherer Seefahrer oder der Niederländischen Ostindien-Kompanie. Europäische Siedler, die ihre Katzen mitbrachten,  ließen sich in Australien nieder.

Seit dem 19. Jhd. gibt es überall dort, wo Menschen leben, auch Katzen und während der langen Geschichte haben sich die Katzen den Gegebenheiten angepasst, in ihrem Wesen haben sie sich kaum verändert und sie gehören heute zu den beliebtesten Haustieren.

 

weiter zu Teil 3: Spuren der Domestikation im Erbgut der Hauskatze

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Oktober 17 2012

Domestikation Teil 1

Mittwoch, 2. September 2009

Ursprung und Verbreitung der Hauskatze

Teil 1

Der Ursprung

Die Wildkatze schloss sich freiwillig dem Menschen überall dort an, wo er sich niederliess, um Ackerbau und Vorratshaltung zu betreiben. Mensch und Tier lebten friedlich in Zweckgemeinschaft, was man anhand von archäologischen Funden belegen kann. Über Handelswege, vor allem durch die phönizischen Seefahrer, wurde die Hauskatze weltweit verbreitet.

Die Geschichte der Domestikation

Die Katzen (Felidae) sind eine Familie aus der Ordnung der Raubtiere (Carnivora) innerhalb der Überfamilie der Katzenartigen (Feloidea). Obwohl der Ursprung der gemeinsamen Stammform mit ihren Untergruppen heute als gesichert gilt, sind die genauen Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Familie noch umstritten. Die Hauskatze (Felis catus)  ist ein fleischfressendes, zu den Katzen gehörendes Säugetier. Sie stammt ursprünglich von der nordafrikanischen Wild- oder Falbkatze (Felis sylvestris lybica) ab.

Ursprung

Die ersten Vorfahren der Kleinkatze der Alten Welt (Europa, Afrika und Asien), zu denen auch die Wildkatze gehört, erschienen vor etwa neun Millionen Jahren. Wegen der morphologischen Ähnlichkeit und der nahen genetischen Verwandtschaft innerhalb der Kleinkatzen gab es über den Ursprung der Hauskatze verschiedene Theorien. Die Domestikationsforschung geht heute davon aus, dass die Hauskatze lediglich von einer Wildart abstammt, nämlich der Wildkatze (Felis sylvestris), deren Lebensraum sich von Schottland über Afrika bis nach Asien erstreckt. Sie stammt ursprünglich von der nordafrikanischen Wild- oder Falbkatze (Felis sylvestris lybica) ab.

Domestikation

Die Domestizierung von Wildtieren erfolgt durch menschliche Auslese und Isolation zur Züchtung einer Art, die gewünschte Anforderungen erfüllt. Der Sinn besteht in der künftigen Verwendung als Nutz- oder Heimtier. Die natürliche evolutionäre Entwicklung wird durch künstliche Auswahl des Menschen nach Zuchtkriterien ersetzt. Der Haushund (Canis lupus familiaris), ein Haus-, Heim- und Nutztier dessen wilde Stammform der Wolf ist, gilt als das älteste domestizierte Tier.

Urmutter aller Katzen lebte im Nahen Osten
US-Forscher haben den Stammbaum der Hauskatze entschlüsselt: Die wilde Urkatze wurde vor mehr als 100.000 Jahre im Nahen Osten domestiziert und verbreitete sich von dort aus über die ganze Welt. Ihre Gene und ihr Killer-Instinkt haben sich seitdem kaum verändert.

Ein Team der Universität Oxford um den Genetiker Carlos Driscoll, das die Gene von fast 1000 Hauskatzen von fünf Kontinenten untersuchte, wies nach, dass alle fünf aufgefundenen genetischen Hauptlinien allein von der Felis silvestris lybica abstammen und dass die Domestikation im Gebiet des Fruchtbaren Halbmonds erfolgte. Dort liegen heute die Länder Ägypten, Israel/Palästina, Jordanien, Libanon, Syrien, die östliche Türkei, der Irak, Kuwait und der westliche Iran, auch „Vorderer Orient“, Vorderasien oder Naher Osten genannt. Dieses Gebiet gilt als Ursprung des Übergangs von der nomadischen Lebensweise zu einer neuen Epoche, geprägt durch feste Siedlungsplätze, Ackerbau und Viehzucht mit Vorratshaltung (Landwirtschaft) sowie als das Gebiet mit einigen der ältesten Stadtkulturen der Welt in der Jungsteinzeit (Neolithikum). Der Archäologe Vere Gordon Childe prägte den Begriff Neolithische Revolution.

Die wahre Herkunft der Hauskatze (Spektrum der Wissenschaft  April 2010)

 

Von Menschen und Mäusen

Mit beginnender Sesshaftigkeit der Menschen in Mesopotamien und Ägypten schloss sich ihnen die in den angrenzenden Wüstengebieten ehemals wildlebende Falbkatze an. Anfangs lebte sie als am Rande menschlicher Siedlungen und ernährte sich von Abfall. Die Menschen betrieben Ackerbau und legten Vorräte an. Dort fanden Mäuse, die sich zum Leidwesen der Menschen von deren Ernte nährten, reichlich Nahrung, vermehrten sich und damit wuchs auch das Speisenangebot der Katzen. Daraus ergaben sich Vorteile für Mensch und Katze und man vermutet, dass es allmählich zur Selbstdomestikation der Tiere kam, dass heisst, die Nachkommen dieser inzwischen „halbwilden“(gezähmten) Katzen passten sich immer mehr an den Menschen an. Aus dieser ursprünglichen Zweckgemeinschaft wurde eine intensive Beziehung zwischen Mensch und Katze. Während sie anfangs nur geduldet wurde, entwickelte sie sich zur geschätzten Mitbewohnerin, die später sogar Kultstatus erreichte. Zeugnisse des Zusammenlebens, die bei Ausgrabungen gefunden wurden, waren Skelettfunde, Zeichnungen und Skulpturen.

Auf dem Seeweg in die ganze Welt

Die Hauskatze kam auf dem Seeweg von Nordafrika und Vorderasien nach Europa und später auch nach Amerika und Australien. Wahrscheinlich waren es Phönizische Seeleute, die Hauskatzen aus Ägypten nach Italien, Gallien und Britannien schmuggelten (die Ausfuhr von Katzen aus Ägypten stand damals unter Strafe). Auf Handelswegen gelangten Hauskatzen aus Vorderasien nach Griechenland, wo erste Darstellungen von Mensch und Katze aus dem 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung stammen. Für die Weiterverbreitung aus Griechenland sorgten auch die Phönizier. In Europa verdrängten sie als Mäusejäger erst einige Zeit nach Beginn unserer Zeitrechnung das vorher von den Römern und Griechen domestizierte Frettchen, welches vom Iltis abstammt.

weiter …

 

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