Juni 24 2014

Die Katze – Haustier oder Wildtier?

Definition Haustier
Haustiere sind Tiere, die wegen ihres Nutzens oder des Vergnügens halber vom Menschen gezüchtet werden. Die Haustiere sind durch Domestikation aus Wildtierarten hervorgegangen.

Definition Heimtier
Heimtiere sind Tiere, die vom Menschen aus verschiedenen Motiven meist in der Wohnung oder in sonstigem engen Kontakt mit ihm gehalten werden. Motive für die Haltung von Heimtieren können sein: Freude am Tier, Zierde, Interesse an Verhaltensweisen oder Züchtung der Tiere, Ersatz für Sozialpartner oder Spielgefährte für Kinder.

Definition Wildtier
Wildtiere leben üblicherweise in der Wildnis, und sie sind – im Gegensatz zu den Haustieren – nicht domestiziert. Die Bezeichnung ist nicht zu verwechseln mit dem Ausdruck Wild (Jagdwild), mit dem die für die Jagd relevanten Tiere bezeichnet werden.

Definition Hauskatze
Die Hauskatze zählt zu den beliebtesten Heimtieren. Von Rassekatzenzüchtern und auch umgangssprachlich wird der Begriff „Hauskatze“ einschränkend für Katzen mit einer breiten Vielfalt von Wuchstypen und Fellfarben verwendet, die zwar in mehr oder weniger direktem Kontakt mit dem Menschen leben und daher als domestiziert gelten, aber keiner bestimmten Katzenrasse angehören. Sie stehen dann Rassekatzen gegenüber, die durch mehrjährige gezielte und dokumentierte Züchtung entstanden sind. Im biologischen Sinne sind jedoch beide Gruppen Hauskatzen und gehören innerhalb der Gattung der Katzen (Felis) zur Art der Wildkatzen (Felis silvestris).

Die Begriffe Haustier und Heimtier sind teils unscharf voneinander abgegrenzt. In der Alltagssprache werden beide Begriffe in der Regel als Synonyme gebraucht. Der Begriff Heimtier ist eine Übersetzung des englischen Begriffs pet. Pet wird häufig auch als Haustier übersetzt. Im Englischen gibt es für das Haustier im biologischen Sinn die Bezeichnung domestic animal.

Die Katze hat eine Sonderrolle, weil sie als Haustier bei uns Menschen lebt, aber auch ein Wildtier geblieben ist. Natur und Kultur treffen hier aufeinander. Die Katze kann als reine Wohnungskatze gehalten werden, sie kann als Freigänger sowohl im Haus alsauch in der Natur leben. Sie kann auch ausschliesslich in der Natur leben als verwilderte Streunerkatze oder „halbwild“ als „Bauernhofkatze“.
Als Wohnungskatze wird sie regelmässig gefüttert, sie ist nicht der Witterung ausgestzt, wird gepflegt und vom Tierarzt behandelt, wenn es nötig ist. Freigänger sind teilweise derWitterung ausgesetzt, können Beutetiere jagen und fressen, haben aber die Option im Haus gefüttert zu werden und dort Schutz vor Regen und Kälte zu haben. Sie haben viele Sinneseindrücke, treffen auf Artgenossen, können Beutetiere jagen und fressen, was ihnen schmeckt, sind aber auch Gefahren ausgesetzt. Sie können von Parasiten befallen werden, Unfälle haben, auf andere Wild- oder Haustiere treffen. Die meisten Katzenbesitzer sind irritiert, wenn ihre Katze Beute ins Haus bringt, teilweise noch lebend und darunter auch Singvögel, dann denkt der Mensch über das Raubtier Katze nach. Die Katze ist daher nicht bei allen Menschen beliebt. Tierärzte haben oft Opfer von Katzenhassern in ihrer Praxis, verletzt, vergiftet, angeschossen… oder sie kommen eines Tages nicht vom Freigang zurück. Jäger und Katzenhasser rechtfertigen ihre Taten meist mit der Behauptung, dass Katzen den Bestand an Singvögeln gefährden würden. Die Jäger versuchen die Jagd mit ökologischen Gründen zu rechtfertigen. Der Ökologe Reichholf geht diesen immer wiederholten und wenig hinterfragten Argumenten auf den Grund und stellt in aller Deutlichkeit fest, dass Jagd aus ökologischen Gründen nicht sein muss . Die Bewirtschaftung der (Wald-)Reviere wird von den Förstern durchgeführt. 1999 stellte die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte im Falle französischer Kläger mit 16:1 Richterstimmen fest, dass es gegen die Menschenrechte verstößt, wenn Grundstückseigentümer dazu verpflichtet werden, einer Jagdgenossenschaft zwangsweise beizutreten und die Jagd auf ihren Grundstücken zu dulden, obwohl die Jagd ihrer eigenen ethischen Moral widerspricht. Mit Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom 26. Juni 2012 wurde festgelegt, dies in nationales Recht umzusetzen.
Tierfreunde feiern ein Grundsatzurteil: Grundstückseigentümer müssen die Jagd auf ihrem Grund und Boden nicht mehr dulden, wenn sie diese aus ethischen Gründen ablehnen.

weiterführende Links

 

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Oktober 16 2012

Katzen und Wirtschaftskrise

Montag, 7. September 2009

Hat die Wirtschaftskrise jetzt auch die Haustiere erreicht? Welche Auswirkungen hat die Krise auf ihre Halter? Brauchen diese nicht gerade in schweren Zeiten ihre geliebten Haustiere?
Auch 2008 führten die Katzen die Beliebtheitsskala der tierischen Mitbewohner an. Insgesamt wurden 300.000 Stubentiger mehr gezählt als noch im Jahr zuvor, ein Anstieg auf nunmehr 8,2 Millionen. In 16,5 Prozent der deutschen Haushalte lebte damit eine Katze (Quelle: IVH).

Für Haustiere gilt, wie auch für ihre Halter, die Schere von arm und reich klafft weiter auseinander. Während die Einen ihre Haustiere mit Artikeln aus Luxusboutiquen ausstatten, können die Anderen die Kosten für die Tierhaltung nicht mehr aufbringen. Man kann es nicht verstehen, wie Menschen es schaffen, ein Tier, mit dem sie viele Jahre ihres Lebens geteilt haben, einfach abzugeben oder gar auszusetzen. Es werden immer mehr ältere und kranke Tiere abgegeben und 69 Prozent der Tiere, die in den 519 zum Deutschen Tierschutzbund gehörenden Tierheimen landen, werden mit der Begründung „finanzielle Not“ abgegeben.
Für die Tierheime ist das eine große finanzielle Belastung: Ältere und kranke Tiere brauchen mehr Betreuung. Die Tierheime haben aber noch mit einem weiteren Problem zu kämpfen: Ihre Einnahmen sinken, denn die Spenden gehen deutlich zurück. Wegen der Wirtschaftskrise sitze das Geld nicht mehr so locker. Einigen droht sogar die Insolvenz.

Die Wirtschaftskrise hat jetzt auch die Haustiere erreicht: Immer mehr Haustiere werden ausgesetzt oder in Tierheimen abgegeben. Wie der überregional tätige Tierschutzverein Bund Deutscher Tierfreunde e.V. (BDT) mit Sitz in Kamp-Lintfort mitteilte, sind besonders alte und kranke Tiere betroffen. Für die Tierheime stellt der durch die Wirtschaftskrise ausgelöste Trend ein großes Risiko dar. Alte und kranke Tiere verursachen hohe Kosten und sie sind quasi nicht weiter zu vermitteln. Gleichzeitig können sich viele Tierfreunde ihre Spenden oder Mitgliedsbeiträge zu Tierschutzvereinen nicht mehr leisten.

Mit Schildern um den Hals – „Bin Hartz IV-Empfänger“ – werden sie abgegeben, Endstation Asyl. Immer mehr Vierbeiner landen mittlerweile im Heim, weil ihren Besitzern der Unterhalt zu teuer ist. (Quelle Spiegel vom 27.08.09)

Initiativen, die Tiere unterstützen:

  • Die Tiertafel Deutschland e.V. wurde 2006 in Rathenow gegründet, um Mitbürgern mit Haustieren zu helfen, die finanziell oder körperlich, nicht in der Lage sind, ihre Haustiere gesund und artgerecht zu ernähren. Ziel ist auch, mittels kompetenter Beratung durch die Tiertafel und durch befreundete Vereine einer schlechten, nicht artgerechten Haltung vorzubeugen.
  • Der Futterverein wurde 2009 gegründet um Tiere in Not  zu unterstützen. Der Verein stellt Futter, zahlt Arztkosten und Behandlungen. Er lebt durch Spenden, Tierpatenschaften und Mitglieder, welche den Verein finanziell oder mit Sachspenden unterstützen.

2,59 Milliarden Euro gaben Haustierbesitzer nach Angaben des Industrieverbandes Heimtierbedarf 2008 für Tiernahrung aus; eine Steigerung um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Weitere 906 Millionen Euro wurden für Zubehör wie Hundeleinen, Kratzbäume und Spielzeug ausgegeben.

Fressnapf hat im zweiten Quartal dieses Jahres europaweit 21 Märkte eröffnet und die Zahl seiner Standorte in Deutschland und elf weiteren europäischen Ländern auf nunmehr 1.029 Märkte gesteigert.

Mars Inc. ist ein US-amerikanischer Nahrungsmittelkonzern mit Firmensitz in McLean, Virginia, der neben einigen bekannten Schokoriegeln (Mars, Milky Way, Snickers, Twix, M&M’s, Bounty, etc.) und anderen Lebensmitteln (Uncle Ben’s Reis, Dolmio) auch Tierfutter (Pedigree, Whiskas, Frolic, Kitekat, Sheba, Cesar, Trill) und Pflanzenpflegeprodukte produziert. Mars ist einer der größten Süßwarenkonzerne der Welt. Bis zum 1. September 2007 firmierten die europäischen Tochtergesellschaften unter dem Namen Masterfoods.

Mehrwert durch Nährwert

„Das letzte Jahr war unser Bestes seit 1999. Gerade unsere Premium-Marken profitieren von einer in schwieriger gewordenen Zeiten wichtiger werdenden emotionalen Nähe zum Tier“, so Geschäftsführer Loïc Moutault weiter. In der Vergangenheit habe er immer wieder beobachten können, wie in angespannten Zeiten Hund und Katze Freundschaft und Geborgenheit bedeuten und somit ein Stück heile Welt, in der „value for money“ wichtiger denn je sei. Für die zweite Jahreshälfte jedoch rechnet man bei Mars Pet Care mit einer Verschärfung der Lage und geht auch von einer Konsumschwächung aus. „Wir gehen aber nicht davon aus, dass die Kategorie Pet Care Opfer der Krise wird“, so Loïc Moutault.

Der Konzern auf einen Blick

Global: Mars Inc. setzt mit 70.000 Mitarbeitern 30 Mrd. US$ um. Auf Tiernahrung entfallen 38 Prozent.  Europa: Mars Pet Care Europe erwirtschaftet 2 Mrd. €. Seit 2006 sind der Sitz des europäischen Managements sowie das europäische Forschungs- und Entwicklungs-Zentrum für Petcare in Verden.
Deutschland: Von den 1,3 Mrd. € Umsatz entfallen gut 700 Mio. € auf Tiernahrung. Im Jahr 2008 stiegen die Einzelhandelsumsätze um 4 Prozent. Die Katzenkategorie hatte den stärkeren Zuwachs mit 5 Prozent, Hundekategorie stieg um 2 Prozent.
Die deutschen Produktionsstandorte sind Verden (Nass-Nahrung) und Minden (Trocken-Nahrung).

Quelle pet 7-8/2009 (PDF)

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