November 24 2015

Tierschutzbericht 2015

Der Tierschutz ist seit 2002 als Staatsziel im Grundgesetz verankert.

Artikel 20a

Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.

Der Tierschutzbericht 2015 beinhaltet die Jahre 2011 bis 2014.

Katzen

Es gibt derzeit geschätzte zwei Millionen streunender Hauskatzen bundesweit, Tendenz steigend. Das Thema 2.9.3 Katzen beginnt auf Seite 29 im Tierschutzbericht der Bundesregierung 2015, dabei geht es um eine mögliche Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Haus- und Hofkatzen. Da die Problematik der Streunerkatzen und unkastrierten Freigänger in Deutschland regional in unterschiedlichem Ausmaß auftritt, gibt es keine bundesweite Regelung. Die Landesregierungen entscheiden für die jeweils betroffenen Gebiete.

Nutztiere

Tierwohl ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Politik, Landwirte, Wirtschaft und Verbraucher stehen in der gemeinsamen Pflicht, sich für das Wohlergehen der Tiere aktiv einzusetzen. Abschnitt 2 beginnt auf Seite 17 mit der Tierhaltung und ab Seite 33 geht es um Tiertransporte.  Die Initiative Tierwohl stärken, mit Schwerpunkt Nutztierhaltung, wurde im September 2014 erstmals vorgestellt. Verbraucher können in dem Informationsportal z.B. Einkaufshilfen finden.

 

weiterführende Links

teilen...Tweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someoneShare on Facebook
Juli 20 2015

Australien will Katzen töten

Karte der Routen europäischer Seefahrer zur Entdeckung Australiens in den Jahren vor 1813
Karte der Routen europäischer Seefahrer zur Entdeckung Australiens in den Jahren vor 1813

Im 16. und 17. Jahrhundert erreichten Spanische und Niederländische Seefahrer die Küsten Australiens. Die Niederländische Ostindienkompanie liess die Insel erforschen. Matthew Flinders ist für die Leser der Bücher über Schiffskatzen sicher kein Unbekannter.

Liste der europäischen Entdecker

Erst nachdem James Cook 1770, auf der Suche nach Terra Australis, die Ostküste Australiens erreichte, wurde das Land formell als New South Wales für die Britische Krone in Besitz genommen. Im 18. Jahrundert begann die Besiedlung Australiens durch die Briten. Mit all den Schiffen der Entdecker, Forscher und Siedler kamen Katzen auf den Kontinent. Sowohl die erste Besiedlung Australiens durch Menschen vor etwa 50.000 Jahren, als auch die Besiedlung durch Europäer hat einen tiefgreifenden Einfluss auf die Zusammensetzung der australischen Fauna gehabt.

Laut WWF gehört die Katze zu den Problemarten Australiens . Es gab in Australien 2007 etwa 21 Millionen Hauskatzen (Felis catus), darunter sowohl Katzen in menschlicher Obhut, als auch verwilderte Hauskatzen (Streuner). Im 19. Jahrhundert wurden sie zur Regulierung der Mäuse-, Ratten- und Kaninchenbestände, ebenfalls eingeschleppte Arten, gezielt in der Wildnis ausgesetzt. Dort erbeuteten sie natürlich auch einheimische Arten. Bereits 19 heimische Säugetierarten und zahlreiche Vogelarten waren aufgrund von Katzen gefährdet.

Heute leben in Australien  ca. 30 Millionen streunende Katzen. Umweltminister Greg Hunt kündigte an, dass in den nächsten fünf Jahren 2 Millionen streunende Katzen getötet werden sollen. Die Tiere seien mitverantwortlich für das Aussterben von 27 Säugetierarten, 120 weitere Arten seien von ihnen bedroht, sagte Hunt. Die Behörden legten Köder und Fallen aus, sagte der Beauftragte für bedrohte Arten, Gregory Andrews. Er rief Katzenhalter auf, ihre Tiere kastrieren und sie nicht nach draußen zu lassen. Gift und Fallen seien oft nicht wirksam, kritisierte Euan Ritchie vom Umweltinstitut der Deakin-Universität. Es sei besser, natürliche Feinde der wilden Katzen einzusetzen, etwa Dingos oder das Beuteltier Tasmanischer Teufel.

Update September 2015

Die Koalabären werden auch getötet, wie der SPIEGEL berichtet.

Nach ihren Angaben wurden insgesamt 686 Koalas aufgegriffen und von Tierärzten eingeschläfert.

 weiterführende Links

teilen...Tweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someoneShare on Facebook
Juni 10 2015

Die Katze – Geschichte und Legenden

Ich habe das Buch nach langer Zeit mal wieder herausgekramt und möchte es hier nicht unerwähnt lassen. Inzwischen gibt es zwar aktuellere wissenschaftliche Erkenntnisse, z.B. in der Genforschung  oder die technischen Analysemethoden. Dennoch bleibt es heute noch lesenswert. Eine Kulturgeschichte der Katze mit zahlreichen Illustrationen.

Die Katze von Laurence BobisGustav Kiepenheuer Verlag

Laurence Bobis

Die Katze

Geschichte und Legenden

ISBN 3-378-01052-5

 

 

teilen...Tweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someoneShare on Facebook
März 8 2015

Katzen und Musik

Katze und MusikWas geschieht mit Katzen, wenn sie Musik hören? Nehmen sie diese nur als Geräusch wahr? Welche Art von Musik hören sie gern? Da Katzen,  sehr geräuschempfindlich sind, durch ihr sensibles Gehör, sollte es keine laute Musik sein. Katzen prägen sich Geräusche ihrer vertrauten Umgebung ein, demzufolge wird ihnen Musik, die ihre Besitzer regelmässig hören, auch vertraut sein, sie werden diese vertraute Musik mit ihrem Besitzer bzw. ihrer vertrauten Umgebung verbinden, vor allem, wenn sie mit dieser Musik aufgewachsen sind.

Charles Snowdon und seine Kollegen der University of Wisconsin in Madison haben spezielle Musik für Katzen komponiert. Diese liegt im gleichen Frequenzbereich, in dem Katzen untereinander kommunizieren, ausserdem wurden  Schnurrgeräusche und Elemente herkömmlicher Musik eingefügt. Zum Test spielten die Wissenschaftler 47 Katzen jeweils zwei Speziallieder für drei Minuten vor und beobachteten die Reaktion. Zum Vergleich wurde diesen Katzen dann auch „Menschenmusik“ vorgespielt und ihr Verhalten ebenfalls dokumentiert. Die Katzen reagierten deutlich schneller und stärker auf die eigens für sie komponierte Musik. Sie liefen auf die Lautsprecher zu, betrachteten und beschnüffelten sie ausgiebig oder beschmusten sie. Wurde ihnen „Menschenmusik“ vorgespielt, verhielten sich die Katzen eher teilnahmslos.

Das Vorspielen von „Menschenmusik“ schafft bei Katzen also nicht, wie bei uns Menschen, eine angenehmere Umgebung. Da wäre Musik im Ultraschallbereich wahrscheinlich wirksamer. Katzen sind in der Lage, deutlich mehr Töne hören zu können, als sie selbst ausstoßen, was ihnen bei der Jagd nützlich ist. Die Forscher könnten „Mäusesongs“ im Ultraschallbereich komponieren, es wird allerdings Schwierigkeiten beim Abspielen geben, da es noch keine praktikablen Player gibt.

weiterführende Links

teilen...Tweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someoneShare on Facebook
Februar 14 2015

Katzen und Kartons

Mina im KartonMomo im KartonCharly im Karton

 

 

 

 

Jeder Katzenfreund kennt es, Katzen und Kartons, das ist wahre Liebe. Für Mina ist ein Karton auch Schutzraum, wenn er offen ist und sie eigentlich völlig ungeschützt darin sitzt. Sie flüchtet, springt in den Karton und bekommt einen ganz bestimmten Gesichtsausdruck. Kleinere Kartons sind beliebter als grosse. Wenn ein Paketbote da war, freuen sich die Katzen, reiben sich zuerst am Karton und versuchen, noch während des Auspackens, hineinzuklettern.

Nun wurde das Phänomen der Kartonliebe untersucht. In einem niederländischen Tierheim stellten Claudia Vinke von der Universität Utrecht und ihre Kollegen neu eingetroffenen Katzen Kisten als Rückzugsort in den Käfig, andere Katzen-Neuzugänge  erhielten keine. Die Katzen mit Karton waren wesentlich entspannter, da sie einen Rückzugsort hatten. Sie gewöhnten sich schneller an die neue Umgebung und suchten Kontakt zu Menschen. Das erfolgte bei den Katzen mit Karton schon nach wenigen Tagen, bei den Katzen ohne Karton dauerte es zwei Wochen. Katzen reagieren auf Bedrohungen üblicherweise mit Rückzug. Die Karton-Liebe tritt nicht nur bei Hauskatzen auf. Wie das folgende Video zeigt, verhalten sich ihre wilden Verwandten ebenso.

weiterführende Links

teilen...Tweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someoneShare on Facebook
November 24 2012

Geparden

Ich habe gerade den Artikel „Zwischen Schmugglern und Supermamas“ von Rolf Smith  im Spiegel gelesen. Die ungekürzte Fassung, „Der Gepard: Gejagter Jäger“, kann man  bei National Geographic nachlesen.

„Er ist zäh, schlau und vor allem schnell. Doch seinem größten Feind kann der Gepard nicht davonlaufen: dem Menschen. Jungtiere bringen viel Geld ein, der Schmuggel boomt. So hängt das Überleben der Art in freier Wildbahn von wenigen, sehr erfolgreichen Weibchen ab.“

Geparden, die untypischen Katzen

Geparde sind die schnellsten Landtiere der Erde: In drei Sekunden können sie eine Geschwindigkeit von circa 95 Kilometer pro Stunde erreichen. Als einzige Katzenart können Geparde ihre Krallen nicht einziehen. Auch untypisch für Katzen: sie sind tagaktiv. Der englische Name „cheetah“ kommt aus dem Sanskrit „chitraka“, was „der Gefleckte“ bedeutet. Der Gattungsname Acinonyx kommt aus dem Altgriechischen und besteht aus den Wortteilen „unbeweglich“ sowie  „Kralle“ und bezieht sich auf die eigenartigen, halb einziehbaren Krallen.

Da sich der Gepard morphologisch und anatomisch sehr stark von anderen Raubkatzen unterscheidet, war es bisher üblich, ihn in eine eigene Unterfamilie Acinonychinae zu stellen und weder den Groß- noch den Kleinkatzen zuzuordnen. Nach neueren Erkenntnissen (DNA-Analyse) wurde er der Puma-Linie zugeordnet (siehe Evolution).

Der Gepard war einst über fast ganz Afrika mit Ausnahme der zentralafrikanischen Waldgebiete verbreitet; außerdem waren Vorderasien, die indische Halbinsel und Teile Zentralasiens besiedelt. Die Ägypter zähmten sie als Haustiere und verewigten sie auf Gemälden in Gräbern und Tempeln. Die Sumerer dressierten Geparden zur Jagd. Auch aus dem Mogulreich (heutiges Indien) ist die Haltung von Geparden bekannt. Bereits im frühen 20. Jahrhundert waren die Tiere auf dem Subkontinent jedoch bereits so selten, dass sie für die Zucht aus Afrika importiert wurden.

Bestandsgröße und Gefährdungsstatus

Heute schätzt man die die Größe der letzten Population des Asiatischen Gepards im Nordiran auf höchstens 100 Tiere (Stand 2007). Der Bestand gilt weitgehend stabil, ist aber aufgrund seiner geringen Größe sehr anfällig für Krankheit und Naturkatastrophen. Im Nordwesten Afrikas kommen weniger als 250 fortpflanzungsfähige Individuen vor. Nach der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) sind sowohl der nordwestafrikanische als auch der Asiatische Gepard „vom Aussterben bedroht“. Das südliche Afrika ist die Hochburg der verbliebenen Geparde, die dort trotz ihrer relativ
höheren Bestandszahl und mehr zusammenhängenden Lebensräumen von der IUCN als „gefährdet“ eingestuft werden. Hier leben geschätzt mindestens 4.500 adulte Tiere. Insgesamt schätzt man die Zahl der fortpflanzungsfähigen Geparde in allen Lebensräumen auf 7.000 bis 10.000 Tiere.  Die größten Bedrohungen für Geparde sind Lebensraumverlust, Beuteschwund, Jagd und Wilderei.

Geparde sind, wie alle Wildkatzenarten, im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) im Anhang I eingestuft. Somit ist der internationale kommerzielle Handel mit ihnen verboten.

teilen...Tweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someoneShare on Facebook